Mittwoch, 20. Juni 2012

Gemüsesorten auswählen

Aussaat SortenOb die Gemüseanzucht und die Arbeit im Gemüsebeet am Ende mit reicher Ernte belohnt wird, hängt nicht nur vom Boden, dem Wetter und der Pflege ab, sondern auch von der gewählten Gemüsesorte.

Worauf sollte man achten, wenn man eine Gemüsesorte, z. B. eine Tomaten-, Gurken-, Feldsalat- oder Fenchelsorte auswählt?



Freiland- oder Gewächshaussorte
Gemüsesorten für das Gewächshaus sind temperaturempfindlicher als Freilandsorten. Im Gewächshaus treten auch andere Krankheiten und Schädlinge auf und die Sorten sind dementsprechend selektiert. Auch werden im Gewächshaus teilweise andere Erziehungsmaßnahmen angewendet (ein- bis dreitriebiges Aufleiten), für die Gewächshaussorten erprobt sind. Ob Freiland- oder Gewächshaussorte spielt zum Beispiel bei Gurken, Tomaten und Kopfsalat eine Rolle.

Gemüse im Beet

Frühsorte, Sommersorte oder Spätsorte
Bei manchen Pflanzen wird die Blütenbildung durch äußere Bedingungen (z. B. durch die Tageslänge oder zu niedrige oder zu hohe Temperaturen) ausgelöst. Wird dieses Gemüse zur falschen Zeit angebaut, dann werden keine Köpfe oder Knollen gebildet sondern Blüten - das nennt man "Schossen". Damit man diese Gemüse trotzdem anbauen kann, wurden über Auslese Sorten gezüchtet, die dieses Verhalten nicht haben. Die zur Jahreszeit passende Sorte zu wählen ist beispielsweise bei Fenchel, Kopfsalat und Rettich wichtig.

Robustheit
Die Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten und Schädlingen kann ein wichtiges Auswahlkriterium sein. Wer beispielsweise Tomaten im Freiland ohne Überdachung anbauen will und in den Jahren davor schon mehrmals Probleme mit der Kraut- und Braunfäule-Krankheit hatte, sollte es vielleicht einmal mit einer robusten Tomatensorte probieren (oder seine Tomaten in Zukunft überdachen).

Frosthärte
Die Frosthärte spielt bei späten, frühen und überwinternden Sorten eine besondere Rolle. Beispielsweise ist nicht jede Feldsalat- oder Spinatsorte an jedem klimatischen Standort winterhart - z. B. ist die Feldsalatsorte "Holländischer Breitblättriger" in Bayern und den meisten anderen Regionen nicht zur Überwinterung geeignet.

Vorlieben und Verwendung
Der eine mag seinen Feldsalat kleinblättrig, der andere breitblättrig in dicken Rosetten. Der eine mag seine Cocktailtomaten süß, der andere bevorzugt einen "normalen" Tomatengeschmack. Dem einen ist wichtig, dass die Tomaten lange lagerbar sind, den anderen stört eine feste Schale - er möchte in seinem Garten dünnschalige Sorten für den sofortigen Verzehr oder die Verarbeitung ernten.

Sorten zur Saatgutgewinnung
Wer nicht nur Gemüse, sondern auch Samen für das nächste Jahr ernten möchte, der sollte samenechte Sorten wählen - zumindest wenn er/sie möchte, dass die Pflanzen aus den gewonnenen Samen ungefähr einheitlich sind.
Zwar kann man auch Hybridsaatgut aussäen, aber sind die Pflanzen aus diesen Samen nicht einheitlich, sondern alle verschieden. Das liegt daran, dass sich die Eigenschaften der beiden Elternlinien, die nur für die Gewinnung des Hybridsaatguts kombiniert wurden, in der nächsten Generation wieder aufspalten - und zwar in alle möglichen Eigenschaftenkombinationen. So ist jede Nachkommenpflanze anders als die andere ist - das kann aber für Hobbygärtner auch sehr spannend sein, z. B. für eigene Kreuzungsversuche.

Ablehnen bestimmter Züchter
Wer Sorten bestimmter Züchter, z. B. solche, die zu Monsanto gehören, vermeiden will, kann die Züchter fast aller Sorten in einer EU-Datenbank abfragen. Hier steht, wie es geht: Monsanto als ungebetener Gast im Garten (mit Anleitung).

Öko-/Bio-Kriterien
Wer Wert auf ökologisch zertifiziertes Saatgut legt, wird Saatgut kaufen, das nach den Richtlinien der Anbauverbände von Demeter oder Bioland angebaut wurde. Man erhält ökologische Saaten beispielsweise über Bingenheimer Saatgut oder Dreschflegel Bio-Saatgut.



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