Mittwoch, 26. Juni 2013

Blüten für Bienen und andere Nützlinge


Schwebfliege an einer Rosenblüte (Kartoffelrose)
Viele Nützlinge, wie Bienen, Hummeln und Schwebfliegen, ernähren sich von Blüten-Pollen und/oder sammeln Blüten-Nektar. Der Pollen liefert ihnen Eiweiß - der ist wichtig für ihre Jungenaufzucht - , der Nektar ist für sie eine Energiequelle und wird außerdem von Bienen in Honig umgewandelt. Aber bekommen die Nützlinge davon genug? Und was kann man als Hobbygärtner tun?

Es ist wichtig, dass unsere Nützlinge genügend geeignete Blüten als Futterquellen angeboten bekommen, denn wir brauchen sie: Bienen und Hummeln sind für die Bestäubung zahlreicher Obst- und Gemüsearten sowie vieler landwirtschaftlicher Kulturen entscheidend; die Jungtiere der Schwebfliegen und der Florfliegen sind fleißige Blattlausvertilger und auch andere Nützlinge haben wichtige Aufgaben im Ökosystem.

Gerade in Zeiten, wo es Nützlingen in der Landwirtschaft durch Monokulturanbau und Pestizide vielerorts schwer gemacht wird, haben wir Hobbygärtner auch eine besondere Verantwortung und sollten zum Schutz der Nützlinge unseren Beitrag leisten - indem wir möglichst nichts tun, was Bienen, Hummeln und anderen Nützlingen schadet, und ihnen in unseren Gärten, auf den Balkonen und in den Terrassen-Topfgärten Blüten anbieten, die sie gut ernähren und stärken. Aber welche Blüten sind die richtigen?

Blüten für Bienen - welche sind die richtigen?

Unsere Balkone, Terrassen und Gärten sind oft sehr prächtig und bunt, aber sind auch ausreichend viele gute Pollen- und Nektarlieferanten dabei? Ich habe beispielsweise jedes Jahr eine sehr bunte Terrasse mit zahlreichen Kräutern, Gemüsen, einfachen Sommerblumen, Stauden, aber auch mit einigen "hochgezüchteten" Blumen wie den Zauberglöckchen, meist Hybridsorten - wobei Hybriden nicht grundsätzlich schlechte Pollen- und Nektarlieferanten sein müssen; ich sehe oft Hummeln an den Zauberglöckchen, doch wird bei der Züchtung von Blumensorten für den einjährigen Anbau i. d.  R. nicht auf die Fruchtbarkeit und damit die Qualität als Pollenspender oder Nektarpflanze für Bestäuber geachtet.

Wenn ich beobachte, welche meiner Pflanzen besonders gerne von Nützlingen besucht werden, dann sehe ich die Bienen besonders häufig am reichlich blühenden Thymian - das ist wenig überraschend, denn Thymian gilt als Lockpflanze für Bienen. Doch auch den Schmetterlingsflieder Buddleja und den Spierstrauch lieben sie. Hummeln beobachte ich besonders oft am Purpursonnenhut.

Im Juni 2013 hatte ich aber den Eindruck, dass in unserem Garten besonders wenige Bienen und Hummeln unterwegs waren. Deshalb habe ich mich mitsamt meiner Kamera auf Fotosafari begeben. Ich wollte wissen,ob es in den Gärten in der Nachbarschaft und am Wegesrand bezüglich Blüten und ihrer Besucher auch so mau aussah.

Biene an einer Klatschmohnblüte 
Ich stellte fest: Auch in den Gärten der näheren Umgebung waren nur wenige Bienen und Hummeln zu entdecken: ein paar Hummeln und eine Schwebfliege an verschiedenen Arten Rosen und eine Biene an einer Wicke. Die Nützlinge traten überall nur sehr vereinzelt auf. Die einzige größere Ansammlung an Bienen und Hummeln bemerkte ich in einem Beet, das zu einem Blumenselbstpflückacker gehört. Ich kann nicht sagen, ob der Klatschmohn und das, was da sonst noch in wildem Durcheinander wuchs, ausgesät worden war, oder sich von alleine zu einem Klatschmohnbeet mit Beipflanzen entwickelt hatte. Jedenfalls schien es den Hummeln und Bienen dort sehr gut zu gehen - denn dort waren es richtig viele und sie sammelten sehr eifrig.

Mehr habe ich an dem Tag nicht beobachten können und ein paar Wochen später waren dann auch in unserem Garten und in unserer Nachbarschaft wieder viele Nützlinge zu beobachten. Woran die Flaute damals lag, konnte ich nicht herausfinden.

Blüten für Bienen im Jahresverlauf

Von diesen Wildpflanzen, Obstarten, heimischen Gehölzen und Kulturpflanzen sind die Blüten für Bienen und andere Nützlinge besonders wichtig (und meist auch umgekehrt, denn Bienen und heimische Blütenpflanzen/Kulturpflanzen gehören zusammen):

Blühmonate Januar bis Februar:
Schneeglöckchen, Frühlingsknotenblume, Erika, Haselnuss, Kornelkirsche, Kätzchenweide, Erle

Hummel an den Blüten einer Zierkirsche (Anfang April)

Blühmonate März bis April:
Erika, Steinkraut (Alyssum), Bachnelkenwurz (Geum), Gundermann, Lerchensporn, Huflattich, Löwenzahn, Haselnuss, Apfel, Birne, Aprikose, Pfirsich, Pflaume, Kirsche, Stachelbeere, Erdbeere, Himbeere, Johannisbeere, Eiche, Pappel, Silberahorn, Weide, Ulme, Felsenbirne

Bienen an Sonnenblumen (Ende Juli)

Blühmonate Mai bis Juli:
Kriechender Günsel, Ackerbohne, Inkarnatklee, Esparsette, Wicken, Hornklee, Steinklee, Schwedenklee, Weißklee, Lupine, Luzerne, Phacelia, Löwenzahn, Raps, Ölrettich, Senf, Kornblume, Blauer Eisenhut (giftig), Lavendel, Glockenblume, Schafgarbe, Hauswurz, Echte Katzenminze, Heidelbeere, Preiselbeere, Borretsch, Sauerampfer, Wiesensalbei, Waldmeister, Wald-Ziest, Sumpfziest, Taubnessel, Zitronenmelisse, Zwiebel, Quitte, Berberitze, Rose, Liguster, Bergahorn, Spitzahorn, Brombeere, Eberesche, Scheinakazie (Robinie), Silberweide, Sommerlinde, Winterlinde, Walnuss

Blühmonate August bis September:
Kornblume, Luzerne, Buchweizen, Löwenzahn, Phacelia, Gemeines Leinkraut, Königskerze, Flockenblume, Wegwarte, Taubnessel, Rotklee, Sonnenblume, Wilde Malve, Sauerampfer, Sommerlinde, Winterlinde

Blühmonate Oktober:
Gemeines Leinkraut, Wilde Möhre, Flockenblume, Spitzwegerich, Taubnessel, Rotklee, Hohlzahn

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Und was ist mit Zierstauden und Balkonblumen?
Wie oben bereits erwähnt, finde ich Nützlinge auch an Ziergehölzen wie Schmetterlingsflieder und Spierstrauch, an Gartenstauden wie Purpursonnenhut und Storchenschnabel und an Balkonblumen wie Zauberglöckchen. An welchen Blüten findet ihr/finden Sie Bienen, Hummeln, Schwebfliegen oder andere Nützlinge im Garten oder auf dem Balkon - abgesehen von den oben bereits genannten Wildpflanzen, Obstbäumen und heimischen Gehölzen. Mich interessieren besonders die Pflanzen, die im Gartencenter, Baumarkt oder beim Gärtner gekauft wurden. Interessant wäre auch zu wissen, welche Blüten nach eigenen Beobachtungen überhaupt nie besucht werden, obwohl viele Nützlinge in der Nachbarschaft fliegen.

Weiterführende Informationen

1 Kommentar:

  1. Insekten fliegen reichlich in meinem Garten, was vermutlich auch dem angrenzendem Feld nebst Kirschgärten / Obstgärten geschuldet ist. Katzenminze, Lavendel, Thymian und Islandmohn sind derzeit in meinem Garten ganz besonders begehrt. Und demnächst werden wieder Taglilien angeflogen. Und ungefüllte Rosen. Insgesamt: Es summt und brummt überall, ich kann nicht klagen.

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