Donnerstag, 28. November 2013

Erdbeeren - früher ernten im Kleingewächshaus

Erdbeeren - nach jedem Winter freut man sich auf die süßen, saftigen Früchte, vor allem, wenn die aus dem eigenen Garten stammen. Mit einem Kleingewächshaus kann man eigene Erdbeeren schon ab April ernten.

Manche Erdbeergourmets schätzen an der Erdbeere nicht nur ihre köstlichen Früchte, sondern auch die jungen Blätter – für Salat, Mischgemüse, Spinat oder Maibowle. Wer die Blätter trocknet, kann sie auch in der Hausapotheke nutzen: als Tee zubereitet gegen leichten Durchfall. Sogar die pflanzenfressenden Haustiere wie Kaninchen und Schildkröten freuen sich an Erdbeerblättern.

Wer mit der Ernte von Blättern oder Früchten nicht bis zur Freilandernte im Mai warten möchte, verfrüht seine Erdbeeren in einem ungeheizten Gewächshaus oder führt in einem warmen Gewächshaus die sogenannte Treiberei durch.

Für die Verfrühung oder die Treiberei vorgesehene Erdbeerpflanzen werden im Herbst in Töpfe gepflanzt und zunächst in ein Beet im Freien oder im unbeheizten Gewächshaus eingesenkt. Bei der Auswahl geeigneter Pflanzen achtet man besonders auf die Pflanzengesundheit – sie sollen gesund und kräftig entwickelt sein. Erfahrungsgemäß eignen sich neu gekaufte oder Pflanzen, die man noch nicht länger als ein Jahr im Garten hat, am besten.

Zunächst müssen die normalen Herbst-/Wintertemperaturen auf die Pflanzen einwirken, damit durch den Kältereiz die üblichen Winterprozesse in den Pflanzen ablaufen, ohne die sie im Frühjahr nicht zufriedenstellened austreiben und fruchten würden. Lediglich bei Herbst-/Wintertemperaturen unter –5 bis –7 °C werden die Pflanzen mit Reisig geschützt.

Die eigentliche Treiberei beginnt Mitte Dezember. Dann werden die Töpfe ins temperierte Gewächshaus gebracht beziehungsweise wird mit der Beheizung des Gewächshauses begonnen. Am besten stellt man die Töpfe auf Tische oder Hängeregale auf, damit die Erdbeerpflanzen einerseits möglichst viel Licht erhalten und andererseits dort besser beobachtet und gepflegt werden können. Die Temperatur wird zunächst langsam auf 10, später auf 20 °C erhöht. Die Wurzelballen dürfen in dieser Phase auf keinen Fall austrocknen, regelmäßiges Gießen ist also wichtig, aber ohne dass die Pflanzen im Wasser stehen.
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Durch die Wärme und das Gießen beginnen die Erdbeerpflanzen zu wachsen. In dieser Phase werden sie mit einem flüssigen Volldünger gedüngt, den man alle ein bis zwei Wochen dem Gießwasser beigibt.

Die Luftfeuchtigkeit im Gewächshaus sollte während des Treibens nicht zu hoch sein und es wird auch nicht über die Pflanzen gegossen, da beides die gefürchtete Grauschimmelfäule fördert.

Ab Beginn der Blüte muss für die Befruchtung gesorgt werden. Da um diese Jahreszeit nicht genügend Insekten im Gewächshaus sind und wegen der geschlossenen Fenster auch kein Wind die Pflanzen bewegt, muss man ein wenig nachhelfen. Deshalb schüttelt man die Erdbeerpflanzen regelmäßig oder tupft mit dem Haarpinsel von Blüte zu Blüte (beides am besten am späten Vormittag). Etwa ab April sind die ersten Früchte erntereif.

Zur Treiberei eignen sich vor allem frühe und sehr frühe Erdbeersorten.

Auch wenn die meisten Erdbeersorten zwittrig sind und keine zweite Sorte zur Befruchtung zwingend nötig ist (eine Ausnahme ist die rein weibliche Erdbeersorte 'Mieze Schindler'), kann die Verwendung verschiedener Sorten mit ähnlicher Blühzeit zu reicheren Ernten führen. Und dann heißt es nur noch: Augen zu und genießen!
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