Dienstag, 20. Dezember 2016

Rückblick auf das Gartenjahr



In einem Jahr wie 2016, mit so vielen verstörenden Ereignissen und Nachrichten, ist man besonders froh über die Seelen heilende Wirkung, die die Gartenarbeit, Pflanzen und Natur haben können (siehe auch Gartentherapie: Gärtnern für die Seele).

In meinem Video Rückblick auf das Gartenjahr folgen Sie mir auf meinem kleinen Bilder-Streifzug durch mein Gartenjahr.



Was auf den Bildern im Video zu sehen ist

Pinkfarbene Blüten im Kübel, leicht mit Schnee bedeckt
Dies ist die Wildtulpe Tulipa humilis 'Violaceae Black Base". Sie erschien sehr früh, aber wurde dann noch einmal vom Schnee überrascht.

Purpurfarbene Blütenstauden im Beet
Die Kuhschelle Pulsatilla hat einen trockenen, warmen Standort neben einer sehr wüchsigen Rose. Ihr scheint das zu gefallen - sie wird von Jahr zu Jahr schöner.

Violette Tulpen mit spitzen Blütenblättern im Kübel
Diese lilienblütige Tulpen Tulipa 'Purple Dream' blühten relativ spät, aber ihre Farbe, wenn die Sonne hindurchscheint, entschädigt für das Warten.
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Junge Radieschenpflanzen im Topf
Die Radieschen Rhaphanus sativus 'De Dix-Huit-Jours' habe ich teilweise direkt gesät und teilweise vorgesät und dann vereinzelt. Beide gediehen gleich gut.

Bald erntereife Radieschen im Topf
Die Radieschen Rhaphanus sativus 'De Dix-Huit-Jours' sahen verlockend aus, waren dann aber recht scharf und leicht holzig - was ich auf mein ungleichmäßiges Gießen und einen Kälteeinbruch, der das Wachstum für eine Weile unterbrach, zurückführe.

Große, purpurfarbene Blütenkugeln im Staudenbeet
Der Purpur-Kugellauch Allium aflatunense 'Purple Sensation' wurde 2012 gepflanzt und blüht jedes Jahr im Frühsommer sehr schön.

Kleine, purpurfarbene "Blüteneier" im Staudenbeet
Der kugelköpfiger Lauch Allium sphaerocephalon blüht erst einige Wochen nach seinem großen Bruder (Blütezeit abhängig vom Wetter etwa im Juni).

Rotblättriges Basilikum und Schnittsalat im Topf im Terrassen-/Balkonregal.
Beide habe ich direkt jeweils in Tontöpfe gesät und an beiden hatte ich lange Erntefreude.

Petersilie im Topf
Die habe ich leider beim Gießen und Düngen etwas vernachlässigt, aber sie hat bis zum Herbst durchgehalten.

Rosafarbener Purpursonnenhut Echinacea purpurea 'Magnus', Kugelköpfigem Lauch, verschiedenen Taglilien Hemerocallis und Chinaschilf Miscanthus im Staudenbeet. Die meisten der Pflanzen wurden im Herbst 2012 gepflanzt. Das Beet wird von Jahr zu Jahr schöner.

Purpurfarbene Blütenstände des Schmetterlingsflieder Buddleja davidii 'Black Knight' im Kübel. Auch er wurde 2012 gepflanzt. Damit er nicht zu groß wird, schneide ich ihn jährlich im Herbst stark zurück und reiße die Wurzeln, die aus dem Topf wachsen, ab.
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Rosafarbener Purpursonnenhut Echinacea purpurea 'Magnus', Steppenkerze Gaura und Chinaschilf Miscanthus im Staudenbeet. Die drei Purpursonnenhut-Pflanzen der Sorte 'Magnus' unterscheiden sich bei mir stark hinsichtlich Pflanzenhöhe und Blütenblätterlänge.

Weiß blühender Purpursonnenhut Echinacea purpurea 'Baby Swan', weiß blühende Prachtscharte Liatris und orangefarbene Kapuzinerkresse im Kübel, purpurfarbener Blütenstand des Schmetterlingsflieder Buddleja davidii 'Black Knight' (ranken bzw. ragen aus anderem Kübel hinüber). Der weiße Purpursonnenhut und die Prachtscharte haben sich trotz wenigem Platz zusammengerauft. Seit 2012 müssen sie sich den Kübel teilen.

Tomatenfrüchte von Tomate Solanum lycopersicum 'Schwarze Pflaume' im Kübel. Die Ernte war sehr reich und die Pflanze blieb bis zum Herbst gesund - was aber auch mit dem trockenen, sonnigen Platz auf der Terrasse zu tun hat.

Weiß-lila gestreifte Früchte der Aubergine Solanum melongena 'Angela'. Auf der Terrasse machten die dekorativen Früchte was her - in meinem gekochten Mischgemüse fielen sie dann aber optisch nicht mehr auf, schmeckten aber sehr gut.

Gelbe und grüne Früchte von Chili Capsicum chinense 'Habanero Fatalii' im Kübel
Die Chilifrüchte dieser Sorte entwickeln sich ganz heimlich unter dem Laubdach. Erst wenn man den Topf mit der Chilipflanze auf einen Tisch stellt, sieht man die schönen glänzenden Früchte. Die Sorte reifte erst Ende August und im September.

Flieder mit Herbstfärbung
Das Jahr über wirkt er wie ein ganz normaler Fliederstrauch, doch von denen haben nur wenige Sorten eine schöne Herbstfärbung. Leider sind mir Art- und Sortenname unseres Flieders Syringa nicht bekannt.

Leuchtend rote Herbstfärbung der Dreispitzigen Jungfernrebe Parthenocissus tricuspidata.

Mit Raureif überzogener Fruchtstand von Chinaschilf Miscanthus.

Vielen Dank fürs Vorbeischauen.

Ich wünsche allen eine friedliche, frohe Weihnachtszeit und einen angenehmen Übergang ins Neue Jahr 2017

Ihre/eure Eva Schumann


Freitag, 14. Oktober 2016

Scharfe Schoten - Chili, Paprika & Co.

Jedes Jahr probiere ich trotz beschränktem Platz neue Sorten oder Anbaumethoden aus. Dieses Jahr habe ich neben neuen Tomaten- und Basilikumsorten die Chili-Sorte 'Habanero Fatalii' in einem kleinen Kübel neben der Terrasse angebaut.

Chilisorte 'Habanero Fatalii' im Kübel
Chilianbau

Da ich zu spät mit der eigenen Anzucht war, habe ich dieses Jahr eine Chili-Jungpflanze im Online-Shop gekauft. Die mit der Post gelieferte Pflanze war nicht optimal entwickelt, sie war zu klein und ihre Blätter hatten Verformungen und Verfärbungen - möglicherweise wegen zu kühlem Stand oder ungeeigneter Behandlung in der Jungpflanzenphase. Aber da das Wetter nun gut war und meine Terrasse sonnig und warm ist, hat sie sich bald erholt. Pflege brauchte sie nicht viel: Ich düngte sie mit einem pflanzlichen organischen Dünger ("Veggi-Dünger") und goss sie nach Bedarf mit der Gießkanne.

Zuerst nahm die Pflanze ihr Wachstum auf (endgültige Höhe 40-50 cm - weniger als halb so groß wie beschrieben), dann bildete sie kleine, weiße Blüten und endlich grüne, leicht genörpelte Schoten, die gut versteckt unter dem kleinen Blätterdach heranwuchsen. Erst Ende August/Anfang September begannen die Früchte die Reifefarbe auszubilden - in diesem Fall ist sie Gelb, weshalb die Sorte auch 'Fatalii Yellow' genannt wird.

Wegen des kühler werdenden Wetters werde ich die Pflanze wohl demnächst abräumen müssen: Von meiner Pflanze werde ich etwa 20 bis 25 Früchte ernten und anschließend trocknen. Wegen ihrer Schärfe müsste ich monatelang mit diesem Chili-Vorrat auskommen.

Botanisches
Alle Paprika, Peperoni und Chili sind Nachtschattengewächse (Familie Solanaceae) und gehören zur Gattung Capsicum, allgemein auch als Paprika-Gattung bezeichnet - wobei Paprika hier für alle scharfen und weniger scharfen Arten und Sorten steht. 'Habanero Fatalii' gehört zu der Art Capsicum chinense. In dieser Art sind neben wenigen milden auch die schärfsten Chilisorten der Welt wie 'Carolina Reaper', 'Trinidad Moruga Scorpion' und 'Bhut Jolokia', die Habanero-Typen und auch die beliebten karibischen Scotch-Bonnet-Typen enthalten.

Chilifrüchte sind botanisch gesehen übrigens keine Schoten, sondern Beeren. Kochen ändert nichts an der Schärfe, ihr fruchtiges Aroma und die Vitamine bleiben aber am besten bei roher, schonender Verarbeitung erhalten.

Scharf, schärfer, am schärfsten

'Habanero Fatalii' hat den Schärfegrad 10. Schärfegrad 10 ist die höchste Schärfestufe, obwohl es noch wesentlich schärfere als 'Habanero Fatalii' und andere Habanero-Typen gibt, die haben dann ein oder mehrere "+" als Zusatz zur Schärfestufe - beispielsweise hat die Sorte 'Carolina Reaper' den Schärfegrad 10+++ und gilt derzeit als die schärfste Chilisorte der Welt.

Laut Literatur besitzt das Fruchtfleisch von 'Habanero Fatalii' ein Zitrusaroma. Ich glaube das zwar bereitwillig, allerdings kann ich es nicht nachvollziehen, denn wegen der Schärfe kann ich als Normalsterbliche höchstens vorsichtig am Finger lecken, nachdem ich ein Fruchtstückchen kurz berührt habe und dann spüre ich vor allem Schärfe und mein Geschmackssinn sagt gar nichts mehr.



Schärfetricks: die Chili-Schärfe beherrschen

Die Schärfe von Chili wird durch den Schärfestoff Capsaicin verursacht.

Man sollte bei der Zubereitung extrem scharfer Schoten vorsichtig sein und auch Kinder und Besucher unbedingt davon abhalten, aus Neugierde in eine Frucht zu beißen. Wer meint, eine Chilifrucht mit Schärfestufe 10+++ pur zu essen, sollte sich auf Symptome wie Kreislaufzusammenbruch, Atemnot und Erbrechen einstellen und die Nummer des Notarztes in der Direktwahl haben.

Chili-Unerfahrene ziehen bei der Verarbeitung von extrem scharfen Schoten am besten Gummihandschuhe an und setzen eine Brille auf. Auf keinen Fall sollte man sich an die Augen oder Schleimhäute fassen. Nach der Verarbeitung sollten Brettchen, Werkzeuge und sicherheitshalber auch die Hände sehr gründlich gereinigt werden.

So appetitlich und verlockend sie auch ausschauen: Die Früchte
von 'Habanero Fatalii' müssen mit Vorsicht genossen werden.
Um die Schärfe zu reduzieren, entfernt man die Samen und Zwischenwände der Chilischoten. Falls ein Chili-Gericht doch mal zu scharf wird, kann man es je nach Rezept mit Gemüse, Brühe sowie Nudeln oder Reis strecken.

Bild: Chili 'Brazilian Starfish', Capsicum baccatum, kleine scharfe Früchte, Pflanze über 1 m hoch, gedeiht im Kübel

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Hat man versehentlich in eine zu scharfe Frucht oder ein Fruchtstückchen gebissen, hilft am besten Fetthaltiges wie (Toastbrot mit) Nutella oder Mascarpone. Kalte Milch oder Wasser neutralisieren die Schärfe des Capsaicins nicht, sie lindern den Schmerz nur im Moment des Kontakts.

Schnelles Lieblings-Chili-Rezept

Dies ist mein Chili-Gemüse-Rezept mit Nudeln/Pasta und Schafskäse. Achtung: Die Kombination aus scharfem Chili, Knoblauch und Nudeln wirkt sehr entspannend. Danach braucht man ein Ruhepäuschen oder einen Mittagsschlaf.

Zutaten für 2 - 3 Personen

1 große Gemüsepaprikaschote
1/2 große Zucchini
1/2 große Aubergine
3 bis 4 mittelgroße Tomaten oder ersatzweise stückige Tomaten aus der Dose
2 Zehen Knoblauch
1-2 gehackte Frühlingszwiebeln
1 Stück Chili 'Habanero Fatalii', etwa die Größe eines Fingernagels, ohne Samen und Scheidewände
100 g guter Schafskäse (am besten Salakis natur)
2 Prisen Zucker
Salz und Pfeffer
3-4 EL Olivenöl
350 g rohe Fussili oder andere Nudeln

Zubereitung:
  • Topf mit Salzwasser für die Fussili aufsetzen. 
  • Olivenöl in einer großen beschichteten Pfanne erwärmen, 
  • während dessen Aubergine erst der Länge nach in grobe Stücke und diese dann in kleine, dünne Scheiben schneiden. 
  • Auberginenscheiben in die Pfanne geben. 
  • Sobald das Wasser kocht, die Fussili hinein geben und die Herdplatte herunterschalten. 
  • Paprikaschote in kleine Streifen oder Stücke schneiden und in die Pfanne zu den Auberginen geben. 
  • Zucchini klein schneiden und ebenfalls zum Gemüse geben. 
  • Die zwei Prisen Zucker über das Gemüse streuen.
  • Gemüse unter gelegentlichem Rühren bei mittlerer Hitze braten. 
  • Während dessen die Tomaten in kleine Stücke schneiden, den Knoblauch hacken und die Frühlingszwiebeln in Röllchen schneiden. 
  • Die Tomaten zum Gemüse in die Pfanne geben, dann - mit ein paar Minuten Abstand - Knoblauch, Frühlingszwiebeln und Schafskäse.
  • Wenn die Fussili gar sind, werden sie in ein Sieb geschüttet und beiseite gestellt.
  • Während das Gemüse weiterdünstet, den Chili vorsichtig ganz fein hacken. 
  • Die Herdplatte abschalten und den Chili unter das Gemüse mischen. 
  • Auch die Fusilii kann man nun in die Pfanne geben. Sorgfältig umrühren und alles noch eine Minute oder zwei durchziehen lassen. 
  • Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Servieren.
Mit einem großen gemischten Salat dazu kann man im Sommer mit diesem Gericht auch 3 - 4 Personen satt bekommen.

Mein Fazit zu 'Habanero Fatalii':

Die Sorte eignet sich sehr gut für den Anbau im kleinen Kübel auf dem Balkon oder der Terrasse und im Essen tun die Schoten auch, was sie sollen.

Buchtipp zu Chili, Paprika & Co.:


Chili, Paprika & Co.*
Eva Schumann
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Freitag, 16. September 2016

Chili und Paprika - Gemüse des Jahres 2015/2016

Chili, Paprika und ihre Verwandten zeigen im Spätsommer und Herbst ihre schön glänzenden Früchte in leuchtenden Farben. Es gibt sie in vielen Arten und Sorten - von mild und saftig, über würzig pikant bis fruchtig und höllisch scharf.


Chili und Paprika wurden vom Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN) zum "Gemüse des Jahres 2015/2016" in Deutschland ernannt. Damit soll auf die besondere gemeinsame Kulturleistung aufmerksam gemacht werden. Aus den fünf wichtigsten Arten der Gattung Capsicum wurden nämlich Tausende ganz unterschiedliche Sorten entwickelt. Begonnen haben damit schon vor Tausenden von Jahren die Ureinwohner Mittel- und Südamerikas; seit Kolumbus die neue Welt "entdeckt" hat und die scharfen Früchte ihren Weg in fast alle Küchen gefunden haben, wird die Züchtung weltweit fortgesetzt.

Chili & Paprika Buchtipp:

Paprika & Chili erfolgreich anbauen*
(enthält neben praktischen Anleitungen und Tipps zum Anbau über 35 Porträts von fruchtigen Paprika- bis scharfen Chili-Sorten für Garten und Balkon)
Eva Schumann
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broschiert, 128 Seiten









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Dienstag, 13. September 2016

Schnexagon - neues, giftfreies Mittel gegen Schnecken


Gefräßige Nacktschnecke an Kohlgewächs
Schnecken gehören zu den wichtigsten Schädlingen im Garten. Sie regelmäßig abzusammeln, macht viel Arbeit. Mit dem neuen Schnexagon-Anstrich kann man Hochbeet- und Topfwände sowie Beetumrandungen zu unüberwindbaren Hindernissen machen.

Wenn am Morgen die gestern gepflanzten Salatpflänzchen verschwunden sind, von den Radieschen nur noch die Stümpfe stehen oder der junge Austrieb von Purpursonnenhut angefressen ist, waren meist Nacktschnecken die Übeltäter. Viele Pflanzenarten stehen auf ihrem Speiseplan: junge und teilweise ältere Gemüsepflanzen, Sonnenblumen und andere einjährige Blumen, Staudenaustrieb und viele andere. Oft fragt man sich, wer so viel in einer Nacht fressen konnte. Schnecken verraten sich meist durch Schleimspuren an den traurigen Pflanzenresten oder auf der Erde in unmittelbarer Nähe. Dreht man ein paar Erdklümpchen, Holzlatten, Steine oder am Boden aufliegende Blätter in der Nähe um, findet man sie dort meist in ihren vor Trockenheit schützenden Verstecken. Die vielen Möglichkeiten, die man zur Bekämpfung von Schnecken im Garten hat, sind  bei Schnecken - was tun (gartenprobleme.de)  genannt.

Schnexagon*: neues Mittel gegen Schnecken
Schnexagon ist ein neuer, ökologischer Antihaft-Schutzanstrich gegen Schnecken, entwickelt von der Firma Solvoluta, einem jungen Start-up-Unternehmen.

Wird Schnexagon auf senkrechte Flächen etwas oberhalb des Bodens etwa 10 cm breit aufgepinselt, wird die Fläche für Schnecken unüberwindbar: Sie rutschen einfach ab. 

Schnexagon eignet sich besonders dafür, Schnecken von den Pflanzen in Hochbeeten oder von Pflanzen in Töpfen und Kübeln fernzuhalten. Aber genauso kann man auch Beete umranden und dann die Umrandung mit einem Schutzanstrich versehen.

Der Anstrich soll mindestens 4 Wochen lang halten. Es wird empfohlen, ihn alle 6 Wochen zu erneuern.

* In Baumärkten wird der giftfreie Schutzanstrich meist unter dem Namen Lugato Schnexagon verkauft - der Inhalt ist meines Wissens der gleiche.

Purpursonnenhut Echinacea purpurea - schöne Gartenstaude für Menschen und Nützlinge

Der Purpursonnenhut ist eine nordamerikanische Präriepflanze, die bei uns als Gartenpflanze immer beliebter wird, als Heilpflanze wird sie schon lange geschätzt. Man kann den Purpursonnenhut säen oder pflanzen und sich gemeinsam mit Bienen, Hummeln und Schmetterlingen viele Jahre an ihm erfreuen.

Purpursonnenhut Echinacea purpurea 'Magnus'

Purpursonnenhut Echinacea purpurea – kurz vorgestellt

Purpursonnenhut Echinacea purpurea:
Austrieb im Frühjahr
Der Purpursonnenhut* ist eine winterharte Staude - das heißt, im Winter stirbt alles Oberirdische ab und im Frühjahr treibt er aus unterirdischen Speicherorganen wieder aus.

Wie alle Arten der Gattung Echinacea stammt auch der Purpursonnenhut Echinacea purpurea aus Nordamerika, wo er in Prärien und an anderen offenen, eher trockenen Standorten lebt. Dort in seiner Heimat wird er Eastern purple-coneflower und Purple-coneflower genannt.







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Der Purpursonnenhut (bei uns auch als Roter Scheinsonnenhut bekannt) gehört wie Sonnenblume, Ringelblume und Kopfsalat zu der Familie der Korbblütler (Asteraceae oder Compositae), zu erkennen am „Blütenkorb“. Das, was wir als eine Blüte wahrnehmen ist nämlich in Wirklichkeit ein körbchenförmiger Blütenstand aus vielen Blüten – der äußere, beispielsweise rosa bis purpur gefärbte Kranz wird von den Kronblättern sogenannter Zungenblüten gebildet. Innerhalb dieses Kranzes befindet sich der Korbboden mit den braun-orangefarbenen stachelig wirkenden Spreublättern, welche die Einzelblüten (Röhrenblüten) umgeben. Mit zunehmendem Alter einer Blüte wölbt sich der Korbboden zu einem konischen Zapfen - weswegen Sonnenhüte im Englischen Coneflowers heißen beziehungsweise der Purpursonnenhut Purple Coneflower heißt.

Purpursonnenhut Echinacea purpurea – ein Fremder wurde zum Freund

Bei uns ist der Purpursonnenhut ein Neophyt, ein Einwanderer – und zwar ein sehr beliebter. Wir schätzen die Schönheit der inzwischen zahlreichen weißen, purpurnen sowie gelb- und orangefarbenen Sorten in Staudenbepflanzungen in Parks und Gärten sowie in Schnittblumen-Sträußen. Was wenige wissen: Die Blätter des Purpursonnenhuts sind sogar essbar. In der Heilpflanzenkunde wird der Pflanzenpressaft von Echinacea schon lange zur Vorbeugung und Behandlung von Erkältungskrankheiten sowie zur Stärkung des Immunsystems eingesetzt.

Nicht nur die Menschen mögen ihn, sondern er wird auch gerne von Bienen, Hummeln, Schmetterlingen und anderen Insekten besucht.

Wer den Purpursonnenhut im eigenen Garten anbaut, freut sich, dass er lange blüht (etwa von Juli bis September) und recht genügsam ist. Bei mir wächst er auf einem Tiefgaragendach vor einer Südwand – wegen der niedrigen Erdauflage und der dadurch fehlenden Wasser- und Nährstoffspeicherkapazität muss ich ihn im Sommer allerdings schon gelegentlich düngen (kann man beispielsweise mit Kompost oder einem Tomatendünger) und während Hitzeperioden gießen.

Purpursonnenhut kaufen

Manche Sorten gedeihen auch jahrelang im Kübel
auf dem Balkon oder der Terrasse: 'Baby Swan'
Sortenbeispiele für Purpursonnenhut*:

Hohe Sorten
Echinacea purpurea 'Magnus' (purpur, ca. 90 cm)
Echinacea purpurea 'Alba' (purpur, ca. 90 cm)
Echinacea purpurea 'White Swan' (weiß, 80 cm)
Echinacea Hybride 'Fragrant Angel' (weiß, 90 cm)
Echinacea Hybride 'Sunrise' (gelb, 80 cm)
Echinacea Hybride 'Tangerine Dream' (orange, 80 cm)
Echinacea Hybride 'Flame Thrower' (gelb-orange, 90 cm)

Niedrigere Sorten
Echinacea purpurea 'Fatal Attraction' (dunkelpurpur, 60 cm)
Echinacea purpurea 'Purity' (weiß, 50 cm)
Echinacea purpurea 'Baby Swan' (weiß, 40 cm)

Echinacea-Sichtung im Weihenstephaner Staudengarten

Purpursonnenhut pflanzen oder säen

Die obigen und viele andere, sogar gefüllte Purpursonnenhut-Sorten kann man als Stauden in Staudengärtnereien oder über einen Online-Pflanzenversand kaufen.

Neben Echinacea purpurea gibt es auch andere Echinacea-Arten und dazugehörende Sorten, beispielsweise Echinacea pallida (ebenfalls weiß bis purpurn) und Echinacea paradoxa (gelb). Die Hauptpflanzzeiten für Staudenjungpflanzen sind Herbst und Frühjahr, dann werden sie in vielen Sorten angeboten. Sie blühen in der Regel im auf die Pflanzung folgenden Sommer.

Vom Purpursonnenhut Echinacea purpurea kann man aber auch Saatgut kaufen – beispielsweise bei Rühlemann’s, Die Stadtgärtner, Tartuffli oder bei Sortenvielfalt – teilweise sogar in Bioqualität/Demeterqualität. Ausgesät wird im Frühjahr ins Beet oder in Schalen, wobei die Samen nicht mit Erde bedeckt werden. Die ersten Blüten zeigen sich in der Regel erst im Sommer des auf die Aussaat folgenden Jahres. Man braucht also etwas mehr Geduld als bei einer Pflanzung.

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Krankheiten und Schädlinge am Purpursonnenhut

Wenn die frischen Triebe und Blätter angefressen werden, sind meist Schnecken die Übeltäter. Den Beweis liefern Schleimspuren an den Blättern oder in der Nähe auf dem Boden. Ich suche während der Austriebszeit die Beete morgens nach Schnecken ab, aber das alleine reichte nicht immer. Deshalb bin ich dazu übergegangen, während der Austriebszeit um jede Sonnenhutpflanze etwas biologisches Schneckenkorn Ferramol zu streuen.

Wenn an den Blättern Blattflecken auftreten, können diese von einer Pilz- oder Bakterienkrankheit verursacht sein. Befallene Blätter/Triebe sollte man umgehend entfernen.

Vergrünen und ungewöhnliche Verwachsungen an den Blüten können durch Gallmilben oder ein Phytoplasma - ein Organismus ähnlich wie ein Virus - namens Aster yellows ausgelöst werden. Das Phytoplasma wird von Zikaden und anderen saugenden Insekten übertragen. Befallene Pflanzen entfernt man am besten sofort, bevor sich die Krankheit ausbreitet.

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Weiterführende Informationen 
*Werbelink

Montag, 29. August 2016

Herbstblüher für Bienen, Hummeln, Schwebfliegen, Schmetterlinge und viele andere

Blühende Phacelia macht Bienen und
Hummeln glücklich. Damit ständig Blüten
 vorhanden sind, sät man alle 2 - 3 Wochen aus.
Von Frühjahr bis Herbst suchen Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Insekten nach Pollen und Nektar. Man hilft den Tieren, indem man im Garten oder auf dem Balkon auch Bienenweidepflanzen aussät oder anpflanzt. Dabei sollte man darauf achten, dass man nicht nur im Frühjahr blühende Pflanzen im Garten, Kübel oder Balkonkasten hat, sondern auch solche, die im Sommer, Spätsommer und Herbst blühen.

Hier einige Beispiele für Pflanzen, die im Spätsommer und Herbst blühen und mit denen Sie die liebenswerten und nützlichen Gartenbesucher zu sich einladen, damit sie sich vor dem Winter stärken und/oder Vorräte – ja, auch unseren Honig - sammeln können:

Einjährige Blühpflanzen:
Bis in den Herbst blühen Kapuzinerkresse, Bienenfreund Phacelia, Ringelblume, Steinkraut, Tagetes und Zinnie.

Blühende Gewürzkräuter:
Sehr lange im Jahr blühen auch Borretsch (aber nur wenige Pflanzen anbauen, da er ein Gift enthält), Oregano, Pimpernelle, Thymian und Ysop.

Die bei Nützlingen beliebte Prachtkerze
blüht bis in den Herbst. Im Bild: eine Schwebfliege.
Herbstblühende Stauden:
Weiße Fetthenne Sedum album und Purpur-Fetthenne S. telephium, Goldrute, Herbstanemonen, Herbstzeitlose, Patagonisches Eisenkraut Verbena bonariensis, Phlox, Prachtkerze Gaura lindheimeri, Schafgarbe, Stockrose, Herbstaster und Wiesenflockenblume verschönern den Garten bis in den Herbst und Bienen, Hummeln und Schmetterlinge können sich an ihnen laben.







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Die Bienen freuen sich:
Efeu blüht erst sehr spät im Jahr.
Die Aufnahme wurde Mitte Oktober
gemacht.
Herbstblühende Gehölze/Kletterpflanzen:
Spät im Gartenjahr blühen auch Efeu und Schneebeere Symphoricarpos (Knallerbsenstrauch).

Saatgutmischungen vom Imkerverein

Manche Imkervereine bieten Hobbygärtnern für den Garten Bienenweide-Saatgutmischungen an, die Samen von Kulturpflanzen und von Wildpflanzen enthalten. Durch die ganzjährige Förderung der Nützlinge werden diese sich wohlfühlen und nicht nur viel Honig sammeln, sondern noch mehr Bestäuberarbeit bei Obst und Fruchtgemüse (Tomaten etc.) leisten. Und das bedeutet: mehr Obst und mehr Honig.

Ernähren wir die Bienen, werden auch wir gut ernährt!

Imker sprechen von Tracht, wenn sie über die Pflanzen reden, von denen ihre Honigbienen Nektar oder Pollen sammeln können. Die erste Tracht im Jahr ist die Obstblüte- oder Frühtracht (Apfel-, Birn- und Kirschbäume, Löwenzahn und andere). Sie fällt oft zusammen mit der Rapsblüte. Für die Sommertracht sind Robinie, Himbeere, Heidel- und Preiselbeere sowie andere blühende Pflanzen wichtig. Die Waldtracht ist eine Honigtautracht, d. h., nicht Blüten liefern den Honig, sondern die Bienen sammeln die zuckrigen Ausscheidungen der Blattläuse auf den Waldbäumen.

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Weiterführende Informationen

Samstag, 13. August 2016

Frischer Spinat aus dem ungeheiztem Gewächshaus schmeckt in der kältesten Zeit am besten

Kleingewächshausgärtner wissen, dass auch ein unbeheiztes Gewächshaus im Winter nicht leerstehen muss, sondern dass man dort beispielsweise Spinat und Feldsalat über den Winter wachsen lassen und an frostfreien Tagen ernten kann. Amerikanische Wissenschaftler testeten verschiedene Sä-/Pflanz- und die daraus resultierenden Erntetermine und untersuchten die Qualität des Spinats.

Spinat

Forscher an der Universität von New Hampshire (USA) stellten in einer zweijährigen Untersuchung fest, dass der Spinat, der während der kältesten Monate (Dezember, Januar und besonders Februar) aus dem unbeheizten Gewächshaus (Beispiel begehbarer Folientunnel) geerntet wird, einen höheren Zuckergehalt hat und deshalb besser schmeckt als der, der schon im Herbst (Oktober, November) oder erst im Frühjahr (März, April) geerntet wird.

Im Versuch wurde der Spinat vorkultiviert (bei uns wird er meist direkt gesät) - das hat den Vorteil, dass die Sommerkulturen wie Tomaten, Gurken und Paprika länger im Gewächshaus bleiben können): Gesät wurde der Herbst-/Winter-/Frühjahrsernte-Spinat in mehreren Sätzen in Schalen, drei Wochen später wurde er dann ins Beet gepflanzt. Während der Zeiten unter dem Gefrierpunkt wurde der Spinat im Gewächshaus zusätzlich mit Vlies abgedeckt (über gespannte Schnüre gelegt, knapp 8 cm oberhalb der Blätter).
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Von der Pflanzung bis zur Ernte dauerte es zwischen 19 und 130 Tagen, je nachdem wann gepflanzt wurde und wie kalt es im jeweiligen Monat und Jahr war.

Um im zeitigen und kalten Spätwinter/Frühjahr den besonders leckeren Spinat zu ernten, reicht es, mit der Aussaat bis Ende September (Pflanzung Mitte Oktober) zu beginnen. Allerdings fällt die Ernte bei früheren Aussaat-/Pflanzterminen früher an und höher aus, bei noch späteren Sätzen ist die Erntemenge jedoch viel niedriger.

Als Fazit daraus kann man mitnehmen, zusätzlich zum Spinatsatz mit der Aussaat Ende Sept/Pflanzung Mitte Okt einen zweiten Satz zwei Wochen früher auszusäen, dann hat man auch um die Weihnachtszeit schon frischen Spinat und insgesamt eine höhere Ernte. Für spätere Frühjahrsernten sät man besser erst im Spätwinter oder zeitigem Frühjahr aus (Vorsicht mit der Sorte, Spinat schosst normalerweise im Langtag, für die Sommerernte braucht man Sommersorten).

Die Ergebnisse  basieren auf den Versuchen von 2 Jahren in New Hampshire (USA), von denen eines einen sehr milden Winter hatte. New Hampshire hat ein feuchtes Kontinentalklima, das starken Schwankungen unterliegt. Die Sommer sind kürzer, die Winter länger und kälter als beispielsweise in München. Je nach Standort, Verlauf des Winters, Einstellung der Lüftungstemperatur und Ähnlichem kann das Ergebnis abweichen.

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Freitag, 12. August 2016

Erntezeit: Gemüse und Kräuter aus dem Topfgarten

In meinem Topf- und Kübelgarten für Gemüse und Kräuter auf der Südseitenterrasse baue ich nicht nur Bewährtes an, sondern probiere jedes Jahr auch etwas Neues aus. Dazu kommt, dass auch jedes Gartenjahr anders verläuft. So war 2016 bis jetzt:


Ernte aus dem Topfgarten



Salbei aus dem Topfgarten
Dass in diesem Topf der
ausgesäte Salbei überhaupt
gedieh, ist ein Wunder,
denn die Vögel haben die Erde
zig Mal umgegraben.
Das Frühjahr im Topfgarten

Das Gartenjahr 2016 begann wie die Jahre davor: Der Rosmarin im Kübel hat den Winter draußen gut überstanden, denn er stand direkt vor dem Fenster, und er blühte sehr früh. Auch Schnittlauch und Thymian waren gut über den Winter gekommen und so gab es im Frühjahr saftiges Omelett mit frischem Schnittlauch, Lachsfilet mit Rosmarin und Knoblauch gebratenen sowie Spargel und Pellkartoffeln mit Thymian-Käsesoße.











Baby-Leaf-Salat: Man kann einzelne
junge Blätter nach Bedarf abschneiden
oder man schneidet insgesamt,
aber nicht zu tief ab.
In beiden Fällen werden immer
neue Blätter nachgebildet.
Und wie im letzten Jahr säte ich eine Pflücksalat-Mischung aus. Ich hatte noch von dem Saatteppich Sperli Babyleaf Mischung, bestehend aus Pflücksalat wie 'Lollo rossa' und 'Australischer Gelber' sowie Eichblattsalat 'Red Salat Bowl'.











Basilikum rot im Topf
Basilikum braucht vor allem
während der Keimung und als
junge Pflanze einen Energieschub
– sprich: Sonne und Wärme.

Zur gleichen Zeit wie den Salat im Topf säte ich das Rotblättrige Basilikum und den Salbei aus. Während der Salat recht schnell keimte und sich weiterentwickelte, ließ sich das Basilikum viel Zeit – bei jedem Kälteeinbruch legte es eine Pause ein, so dass ich manchmal zweifelte, dass daraus noch etwas wird.

Aber die Geduld hat sich ausgezahlt. Das rote Basilikum ist aromatisch und lecker und macht sich sehr gut in Tomatengerichten, Suppen und Salaten.








Sommer-Fruchtgemüse

In den Jahren zuvor hatte ich das Glück, dass meine Tomaten, Zucchini, Bohnen und andere Sommergemüse wegen des äußerst warmen Frühjahrs oder Frühsommers sehr schnell keimten und wuchsen, obwohl ich sie (viel zu spät) erst Ende April direkt in die Kübel draußen auf der Terrasse ausgesät hatte.

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Das Glück war mir 2016 nicht so hold, denn zu der Zeit war es zum einen recht kühl, zum anderen waren die Vögel ganz verrückt nach meiner neuen Blumenerde (COMPO BIO Hochbeeterde torffrei), die ich für die Tomatenpflanze, den Chili, die Aubergine und den Salbei benutzt hatte: Sie gruben die Aussaaten um und schleuderten die Erde auf den Terrassenboden. Warum sie das taten, ist mir nicht ganz klar: Entweder waren darin irgendwelche Insekten/Larven, die ich nicht gesehen habe, oder sie mochten die Konsistenz der neuen Pflanzenerde für eine Art Schlamm-/Staubbad. Immer wieder lag die Erde über den Terrassenboden verteilt und in den Töpfen fehlte sie. Als abzusehen war, dass die Aussaaten die Zeit nicht mehr aufholen würden, kaufte ich je eine Tomaten-, Chili-, und Auberginen-Jungpflanze und pflanzte sie in die Kübel. Die Vögel wollten die Töpfe immer noch nicht mit Pflanzen teilen. Erst als ich den Boden um die Pflanzen herum mit dicker Pappe bedeckte, war endlich Ruhe.

Das Wachstum der Pflanzen kam wegen der kühlen Witterung zuerst nicht in Gang, erst als sich im Juli die Tagestemperatur für eine Weile dauerhaft über 20 Grad Celsius halten konnte, gab es endlich den ersehnten Schub: Sowohl die Tomate, als auch die Aubergine setzten reichlich Blüten und dann auch Früchte an.

Tomate im Kübel
Tomate 'Schwarze Pflaume': Sie wird nicht tiefschwarz, aber dunkel.
Geschmacklich ist sie gut und aromatisch, könnte aber fester sein.

Aubergine im Kübel
Aubergine ‚Angela‘ F1: robust mit reichem Blüten- und Fruchtansatz
Von den Tomaten habe ich schon viele essen können, die erste Auberginenfrucht werde ich wohl nächste Woche genießen können.

Mehr über meinen Gemüse- und Kräutertopfgarten: 

Für Gemüse und Kräuter bevorzuge ich Gefäße aus Ton/Terrakotta, die ich in Untersetzer stelle, denn darin habe ich seltener das Problem der Übernässung.

Ich gieße, wenn es warm ist, so viel, dass ein wenig Gießwasser unten in den Untersetzer läuft. Wenn Regenwasser nach einem Gewitter oder während Schlechtwetterphasen im Untersetzer steht, dann werden diese sofort geleert, damit die Pflanzen keinesfalls länger mit nassen, kalten Füßen stehen müssen.

Gedüngt wird bei mir derzeit mit dem Veggie-Dünger von Neudorff.

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Freitag, 1. Juli 2016

Artensterben - Bodenleben in Gefahr?

Für Bodenkundler ist der Boden die oberste, belebte Schicht der Erdkruste. Für Gärtner und Landwirte, die im Boden anbauen, ist er, wie auch Luft und Wasser, eine kostbare Ressource, auf die sie angewiesen sind - wir alle sind es, denn der überwiegende Teil unserer Nahrung und des Tierfutters werden im Boden angebaut. Böden sind aber kein unbelebter Stoff, in dem sich die Wurzeln festkrallen, sie sind Ökosysteme und Lebensräume für Lebensgemeinschaften (Biota), die dem Boden viele seine Funktionen erst ermöglichen. Umweltforscher stellen den Boden daher als "Ökosystemdienstleister" dar, um seinen Wert für uns besser begreiflich zu machen (auch Bestäuber-Insekten sind Ökosystemdienstleiter).

Nicht jedes Bodenlebewesen ist im Garten gern gesehen. Aber auch
Wühlmäuse und Maulwürfe gehören zum Ökosystem Boden. Als Futter für
Eulen und andere Tiere sind sie auch eine Schnittstelle zum oberirdischen
Ökosystem. Für die Bodenfruchtbarkeit wichtiger dürften jedoch
Würmer, Insekten, Mikroorganismen und andere sein.
Wie wichtig und wie gefährdet sie sind, weiß niemand.
Die Bodenfruchtbarkeit ist für jeden Gärtner, Landwirt und alle anderen, die von einem guten Pflanzenwachstum auf dem Boden abhängig sind, äußerst wichtig. Die Bodenfruchtbarkeit hängt beispielsweise vom Ausgangsgestein, der Körnungszusammensetzung, dem pH-wert, von den organischen Bestandteilen, von der Aktivität der Bodenlebewesen, von der Art der Bodenbearbeitung, der Bodennutzung und vielem anderen ab. Die Bodenlebewesen haben dabei eine besondere Rolle: Sie wandeln abgestorbenes organisches Material in verwertbaren Dünger sowie in bodenverbessernden Humus und helfen der Pflanze, die Nährstoffe und Wasser aufzunehmen.

Bodenlebewesen wandern aber nicht einfach so durch die verschiedenen Böden und Bodenschichten, sondern die für den jeweiligen Standort geeigneten bilden zusammen ein Ökosystem, das unterschiedlich tief reicht und auch mit dem oberirdischen Ökosystem zusammenwirkt.

Zwar kennt man viele der Bodenlebewesen, die miteinander und mit den Pflanzen zusammen die Bodenfruchtbarkeit schaffen, aber in weiten Teilen sind die Bodenbewohner, ihre Gemeinschaften und ihr Zusammenwirken relativ unbekannt.

Beunruhigende Erkenntnisse der Wissenschaft zum Artensterben im Boden

Wissenschaftler der Freien Universität Berlin (FUB) und des Berlin-Brandenburg Instituts für Biodiversitätsforschung (BBIB) sowie der Universität Ioannina (UoI, Griechenland) wollten wissen, was man überhaupt über die Ökosysteme im Boden weiß und ob man die Auswirkungen eines eventuellen Artensterben im Boden bewerten kann. Ihr Fazit: Das Risiko eines Artensterbens im Boden kann derzeit überhaupt nicht seriös bewertet werden. Es bestehe dringender Forschungs- und Handlungsbedarf!

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Die meisten Studien zum Artensterben befassen sich nämlich mit den Organismen oberhalb des Bodens, die unterhalb der Bodenoberfläche werden meistens außer Acht gelassen. Dabei spielen Bodenlebewesen eine Schlüsselrolle, wenn es darum geht, den oberirdischen Teil der Ökosysteme am Leben zu erhalten.

Einige Studien zeigen, dass manche Bodenlebewesen – beispielsweise Baumpilz- und Erdwurmarten bestimmter Regionen – bereits verschwunden sind. Ob und wie sich deren Verschwinden oder das anderer Arten im Boden auswirkt, weiß man überhaupt nicht, warnen Stavros D. Veresoglou (FUB/BBIB), John M. Halley (UoI) und Matthias C. Rillig (FUB/BBIB).

Wenn überhaupt Fallstudien zu Böden gemacht würden, so beschränkten die sich meist auf abgegrenzte Flächen, ausgewählte Arten oder sind reine Laborversuche – alle wenig aussagekräftig für größere, erst recht globale Dimensionen. Es fehle ein klares Bild über die verschiedenen Arten, Aufgaben, Hierarchien und Abhängigkeiten der Lebewesen im Boden – vom Mikroorganismus bis zum Wurm.

Da ein großer Teil der weltweiten Ackerflächen in den letzten Jahrzehnten verloren gegangen ist, muss herausgefunden werden, wie es um den verbleibenden Rest der Böden steht und wie sich ein Aussterben von Arten auswirkt.

Die Wissenschaftler raten daher dazu, die Grundlagenforschung und die angewandte Forschung zum Artensterben zu verstärken und den Boden viel stärker einzubeziehen, dabei neue Werkzeuge (beispielsweise DNS-basierte Identifizierung von Mikroben) und Ansätze einzuführen, Aussterbeszenarien aus der oberirdischen Welt auf unterirdische Ökosysteme zu übertragen, soweit sinnvoll, und neue Szenarien sowie geeignete Modelle für unterirdische Ökosysteme zu entwickeln, wo die Komplexität und die Bedeutung der Vielzahl an Mikroorganismen es notwendig machen.

Wie beim oberirischen Artensterben dürften auch beim Boden die Hauptgründe der Verlust von Lebensraum (beispielsweise durch Auslaugung/Auswaschung, Bodenversalzung, Bodenversauerung, Wüstenbildung, Bodenverdichtung, Bodenerosion, Versiegelung, sauren Regen, Bodenverschmutzung) und die Einwanderung fremder Arten sein – für beide ist der Mensch meist direkt oder indirekt verantwortlich.

Was können wir Hobbygärtner für das Bodenleben tun?

Wir können in unseren Gartenböden das Bodenleben bzw. Bodenorganismen unterstützen, beispielsweise durch
  • Kompostierung
    Mit der Kompostierung wird nicht nur ein nachhaltiger Stoffkreislauf geschaffen, der Gartenabfälle in Humus und Dünger umwandelt, mit dem wir den Boden verbessern und die Pflanzen düngen können. Sondern es baut sich während der Kompostierung eine Belebung der Gartenabfälle durch Bodenlebewesen auf. Siehe auch Kompostierung von Gartenabfällen  
  • Zufuhr von Humus und organischen Stoffen
    Mit organischer Düngung (statt mineralischer) - beispielsweise Kompost ausbringen -, durch Mulchen mit (regionalem) organischem Material, Gründüngung und ähnlichen Maßnahmen wird das Bodenleben angeregt. 
  • Schonende Bodenbearbeitung
    Wenn der Boden es zulässt (und das tun organisch gut versorgte, humose Böden normalerweise) sollte man auf das Pflügen bzw. im Garten auf das tiefe Umgraben mit dem Spaten im Herbst und eine Frostgare über den Winter verzichten - die zerfällt sowieso mit dem ersten Regen. Es ist besser, den Boden über den Winter bedeckt zu halten, beispielsweise durch eine Gründüngung oder Mulchen, und das Feld zur Bodenlockerung im Frühjahr zu grubbern und eventuell zu eggen - das entspricht im Gartenbeet der Verwendung eines Sauzahns und anschließend eines Handgrubbers (einfache Gartenwerkzeuge mit Stiel). 
  • Verzicht auf Salze, Säuren und andere giftige Chemikalien
    Viele Stoffe können dem Bodenleben schaden. Dazu zählt neben vielen zugelassenen Pflanzenschutzmitteln (Beipackzettel lesen oder gleich nicht kaufen) auch Salz, das von manchen gegen Schnecken auf den Boden gestreut wird. 
  • Verzicht auf betonierte Einfahrten, betonierte Gartenwege und andere totalen Bodenversiegelungen, besser sind Rasengittersteine oder Wege aus Holz oder Stein mit durchlässigen Fugen. 
  • Ameisen umsiedeln, statt sie zu töten
Wir sind ein Teil des großen Ganzen und tragen Verantwortung, das dürfen wir nicht vergessen.

Falls ihr noch andere Ideen zur Förderung des Bodenlebens habt, bitte teilt sie mit uns per Kommentar.

Montag, 27. Juni 2016

Sonnenschutz auf der Terrasse

Artikelkennzeichnung siehe unten Natürlich lieben die meisten Menschen die Sonne und
sehnen den Sommer herbei. Doch gerade auf der Terrasse wollen sie nicht in der prallen Sonne sitzen, das wäre auch sehr schädlich - die UV-Strahlung und zu viel Hitze sollten abgehalten werden. Im Folgenden finden Sie Möglichkeiten, einen Sonnenschutz auf der Terrasse einzurichten.


Auf der Terrasse trifft sich die ganze Familie, zum Spielen oder zum Essen. Zu viel Sonne und zu viel Hitze sollten dort nicht sein. Zum Glück gibt es genügend Möglichkeiten für den Sonnenschutz.

Der Sonnenschirm

Der Sonnenschirm ist ein treuer Begleiter, der Jahre lang hält. Jahr für Jahr wird er wieder aus dem Keller geholt und schützt vor der Sonne. Auch am Strand tut er gute Dienst und bei einem Picknick muss er unbedingt dabei sein. Er kann auch als Regenschutz genutzt werden und ein Sommer-Schauer kann dem Schirm gar nichts anhaben. Der Sonnenschirm hat eigentlich nur Vorteile, er ist schnell auf- und abgebaut und sehr flexibel. Er kann mit der Sonne mitwandern, spendet also überall Schatten. In der Farbe und der Form sind dem Geschmack keine Grenzen gesetzt, diese Schirme gibt es in vielerlei Farben oder Mustern und auch die Form ist nicht festgelegt. Der klassische Sonnenschirm ist aber rund und hat seinen Mast in der Mitte. Mehr und mehr tritt der Ampelschirm auf, er hat den Mast an der Seite und der eigentliche Schirm pendelt frei daneben. Das ist ein gewaltiger Vorteil, denn jetzt kann das Gestell ruhig in einer Ecke stehen und der Sonnenschirm pendelt frei über der Terrasse. So kann der Platz unter dem Schirm besser ausgenutzt werden, es stört kein Fuß und kein Mast.

Sonnensegel

Da kommen Urlaubsgefühle auf, denn Sonnensegel sehen wirklich toll aus und erinnern an Urlaube am Meer im Süden.

Sonnensegel sind meist Weiß gehalten, können aber auch in anderen Farben wirklich gut aussehen. Sie sind überwiegend aus Kunstfasern hergestellt und sind ganz leicht anzubringen. Überdachen Sie Ihre Terrasse, denn die Sonnensegel gibt es in jeder Größe und in jeder Form. Selbst Sonderanfertigung sind möglich, aber die Standard-Maße entsprechen meist schon den Vorstellungen. Außerdem nehmen sie auf der Terrasse keinen Platz weg, sie werden ja außerhalb befestigt. Natürlich halten Sonnensegel auch einer Wind-Bö stand, man muss nicht gleich beim kleinsten Windstoß das Segel einholen. Wird das Sonnensegel aufgehängt, muss man natürlich den Stand der Sonne berücksichtigen. Diese Überlegungen sind wichtig, denn wenn das Segel den ganzen Tag die Sonne abhalten soll, muss es anders ausgerichtet sein, als wenn es nur gegen Abend gebraucht wird. Verankern können Sie das Sonnensegel an Bodenmasten aus Holz oder an stabilen Wandhalterungen. Man muss darauf achten, dass das Sonnensegel ein Gefälle aufweist, damit sich bei Regen kein Wasser sammeln kann, sondern abläuft.

Die Markise

Die Markise ist ein Klassiker für die Überdachung der Terrasse. Sie ist einfach der ideale Sonnenschutz, ob sie nun elektrisch oder per Hand betätigt wird. Eine Markise ist in allen Größen zu erhalten und bei der Auswahl der Farben und Muster kann man der Phantasie freien Lauf lassen. Gelenkmarkisen, Kassettenmarkisen, Hülsenmarkisen und Vertikal-Markisen, Sie erhalten alles und alles schon zu einem kleinen Preis. Natürlich sind auch kleinere Modelle im Angebot, vielleicht soll die Markise ja auf dem Balkon angebracht werden. Markisen dienen aber nicht nur als Sonnenschutz, auch den Regen können sie abhalten. Achten Sie bereits bei der Stoffauswahl darauf und bestimmen Sie, was die Markise alles können muss.

Pergola

Auch eine Pergola oder ein Pavillon sind ein guter Sonnenschutz, oft werden sie mit Sonnensegeln bespannt und mit allerlei Rank-Pflanzen bestückt - mit Wein, Efeu oder Kletterrosen, ganz wie es den Wünschen des glücklichen Besitzers entspricht.

Außer den genannten Möglichkeiten gibt es auch unkonventionelle Arten, die Terrasse vor der Sonne zu schützen. Informieren Sie sich über die schönsten Varianten an „Sonnenschützern“ und holen Sie sich Inspirationen für Ihre Terrasse. Weitere Informationen über einen Sonnenschutz

* Sponsor-Posts sind informative Artikel unserer Werbepartner.

Montag, 13. Juni 2016

Mit dem Gartenkrimi in die Hängematte - Krimitipps für Hobbygärtner

Der Sommer kommt – irgendwann (wieder). Und da sollte man vorbereitet sein: ein lauschiges Plätzchen im Schatten eingerichtet haben und spannend unterhaltsamen Lesestoff griffbereit - beispielsweise einen Gartenkrimi. [Wer vor lauter Gartenarbeit im Sommer keine Zeit hat, kann den Lesespaß auch auf die Winterzeit verschieben und es sich bei Schnee und klirrender Kälte mit einem Gartenkrimi auf der Couch im Wohnzimmer oder im Wintergarten gemütlich machen.]

Ich habe gestöbert, was es derzeit an Krimis für Hobbygärtner gibt, und bin fündig geworden. Hier einige Vorschläge für die, die herausfinden wollen, ob der Mörder der Gärtner oder jemand anderer war.

Nachtrag: 

Neue Gartenkrimis 2017


”Gartenkrimi-Werbelink”
Salbeirausch: Ein Gartenkrimi*
Meta Friedrich
Gmeiner Verlag

”Gartenkrimi-Werbelink”
Nimmergrün: Ein Gartenkrimi*
Elinor Bicks
Gmeiner Verlag

”Gartenkrimi-Werbelink”
Giftgarten: Gartenkrimi Nr. 2*
J. J. Preyer
Morawa Lesezirkel


”Gartenkrimi-Werbelink”
Tatort Garten - 14 packende Kriminalgeschichten*
Thomas Kastura, Dirk Kurse und andere
ars vivendi verlag

”Gartenkrimi-Werbelink”
Salbei, Dill und Totengrün*
9 Kräuterkrimis
Manfred Baumann
Gmeiner Verlag

”Gartenkrimi-Werbelink”
Tod im Botanischen Garten*
Dirk Kruse
ars vivendi verlag

”Gartenkrimi-Werbelink”
Der Radieschenmörder: ein pefider Gartenkrimi*
Bernd Flessner
blv

”Gartenkrimi-Werbelink”
Mord zwischen Kraut und Rüben*
Ina Coelen
Leda-Verlag

”Gartenkrimi-Werbelink”
Giftiges Grün: Ein Gartenkrimi *
Elsemarie Maletzke
Schöffling & Co.

”Gartenkrimi-Werbelink”
Unter allen Beeten ist Ruh: Ein Schrebergarten-Krimi*
Auerbach & Keller
List Taschenbuch

”Gartenkrimi-Werbelink”
Rankenspiel: Ein Gartenkrimi*
J. J. Preyer
Gmeiner Verlag

*Werbelink

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