Dienstag, 24. Mai 2016

Woran liegt es, wenn Samen nicht keimen?

Es ist bestimmt jedem Hobbygärtner und jeder Hobbygärtnerin schon mal so gegangen: Man kauft Samen einer interessanten Sorte, sät aus und wartet. Eine Woche, zwei Wochen, drei Wochen. Aber nichts passiert. Irgendwann muss man einsehen, dass aus dieser Aussaat wohl nichts mehr wird. Aber woran liegt das?

Nicht immer gelingt die Pflanzenanzucht so problemlos wie bei diesen Radieschen

Mögliche Ursachen gibt es leider viele:

Samen
Der Samen kann von schlechter Qualität, beispielsweise zu klein, oder zu alt gewesen sein. Dann ist die Keimfähigkeit nicht (mehr) gewährleistet. Kräutersamen wie Kerbel, Schnittlauch und Porree sollte man beispielsweise nur ein Jahr aufheben, bei Auberginen, Gurken und Melonen kann man auch nach 4 Jahren noch Glück haben.

Saatgut darf nicht zu lange aufbewahrt werden. Es verliert seine Keimfähigkeit.

Aussaatfehler
Vielleicht hat man den Samen für die Pflanzenart zu flach oder zu tief gesät. Dunkelkeimer wie Amarant und Kürbis vertragen kein Licht bei der Keimung, müssen also abgedeckt werden, während Lichtkeimer wie Tabak Licht benötigen – also nicht mit Erde bedeckt werden dürfen. Die Samen mancher Pflanzen (vor allem Alpinpflanzen) brauchen erst eine kühle Phase, damit sie danach in der Wärme keimen können.

Aussaaterde
Für die Pflanzenanzucht wird spezielle Aussaaterde empfohlen. Die ist feinkrümelig und nährstoffarm. Meist nehme ich aber die Pflanzenerde, die ich gerade da habe - ich teste verschiedene Bio-Erden ohne Torf. Wenn das nun eine Erde ist, die viele grobe Bestandteile hat und daher oben schnell abtrocknet, funktioniert die Aussaat darin nicht, da kein feuchtes Milieu im oberen Bereich entsteht und der notwendige enge Kontakt des frisch gesäten Samens mit feuchter Erde nicht zustandekommt.

Temperatur bzw. Wetter
Pflanzen brauchen je nach Art recht hohe Temperaturen, um zu keimen. Manche Samen wie die von Radieschen kommen mit relativ wenig Wärme aus, um zu keimen, Tomaten, Auberginen, Paprika und andere Pflanzen aus südlicheren Regionen sind da wesentlich anspruchsvoller und keimen am besten bei 25 bis 28 Grad Celsius.

Letztes Jahr säte ich die Zucchini Ende April direkt in den Topf und sie wuchs und gedeihte,
weil es um die Zeit sehr warm war. Dies Jahr war es bei uns zu kalt.
Tierische Freunde
Die Samen können von Vögeln aufgepickt oder von anderen Tieren (Mäuse, Ameisen) verschleppt worden sein.

Bei mir sind in diesem Frühjahr mehrere der genannten Ursachen aufgetreten:
  • Ich habe einige Sämereien gesät, die schon wesentlich älter als empfohlen waren, wollte es aber unbedingt probieren,
  • die neue Erde, die ich bei einem Teil meiner Aussaaten benutzt habe, war zu grob und 
  • die Temperaturen waren zum Zeitpunkt der Aussaat dieses Jahr selbst auf meiner Südseitenterrasse nicht hoch genug für Auberginen und Tomaten. 
  • Und nicht nur die Vögel schienen an einigen meiner besäten Töpfe sehr interessiert, ich fand auch Löcher in der Erde von zwei Kübeln, die auf Mausaktivitäten schließen lassen.
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Nun ja, Jammern hilft nichts und Nachsäen geht jetzt bei den Südländern wie Aubergine und Tomate nicht mehr, dazu ist die Gartensaison bei uns nicht lang genug. Doch zum Glück kann man ja bei Gärtnern und Gartencentern vor Ort und im Internet auch fertige Jungpflanzen kaufen.

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