Sonntag, 25. September 2011

Gründüngung im Herbst

Die Gründüngung ist eine Maßnahme, die ganzjährig genutzt werden kann, doch im Herbst hat sie eine besondere Bedeutung, weil sie den Boden während des Herbstes und Winter vor Auswaschung und Verschlemmung schützt.

Gründüngung - warum?


Die Gründüngung ist eine wichtige Methode zur Bodenverbesserung, die vorwiegend in der Landwirtschaft und im Gemüsegarten angewendet wird. Pflanzen werden ausgesät und später in den Boden eingearbeitet. Man will mit der Gründüngung mehrere Ziele erreichen:
  • den Boden schützen
    Der Boden soll vor Auswaschungen und Verschlemmungen geschützt werden.
  • den Boden lockern
    Die Pflanzenwurzeln gehen in einem verzweigten Netz in die Tiefe und lockern den Boden vor allem physikalisch.
  • organische Substanz in den Boden bringen
    Die eingebrachte organische Substanz bringt Struktur und Luft in den Boden.
  • Bodenleben fördern
    Die organische Substanz ist Futter für die Kleinlebewesen im Boden. Erst das Bodenleben schafft die Krümelstruktur (z. B. durch die Tätigkeit der Regenwürmer).
  • Bodenfruchtbarkeit erhöhen
    Die Gründüngung schafft einen besseren Vorfruchtwert (Struktur, Nährstoffreserve).
  • Überschüssige Nährstoffe in Pflanzen binden
    Nährstoffe werden von den Pflanzen aufgenommen und in den Pflanzen gebunden, so dass sie im Winter nicht ausgeschwemmt werden.

Gründüngungspflanzen


Die wichtigsten Gründüngungsppflanzen sind Ackerbohnen, Bitterlupine, Buchweizen, Dinkel, Feldsalat, Flachs, Hafer, Inkarnatklee, Luzerne, Bienenfreund und Winterwicke.

Doch nicht alle Gründüngungspflanzen sind für die Herbstaussaat geeignet.

Gründüngungspflanzen für den Herbst


Gründüngung
Für den Herbst geeignete Gründüngungspflanzen sind beispielsweise:

  • Bitterlupine, Blaue Lupine (Aussaat bis Anfang September)
  • Feldsalat (Aussaat bis Ende Sept./Anfang Oktober)
  • Spinat (Aussaat bis Mitte September - Vliesabdeckung bei Kahlfrösten)
  • Winterwicke (Aussaat bis Ende Sept./Anfang Oktober)
  • Dinkel (Aussaat November bis Dezember)
Theoretisch können auch Ölrettich und Gelbsenf im September ausgesät werden, doch gehören beide zu den Kreuzblütengewächsen und sollten nur auf Beeten angebaut werden, auf denen keine anderen Kreuzblütler (Kohl, Rettich, Radies, Kohlrabi, Rauke etc.) angebaut wurden und/oder werden sollen, weil sich sonst Kohlkrankheiten ausbreiten können.

Gründüngung und Fruchtfolge


Auch sollte man im Auge haben, welche gut in die Fruchtfolge passen - die soll ja bekanntlich abwechslungsreich sein: Man nimmt Pflanzen aus anderen Pflanzenfamilien als die der Vorfrucht oder Nachfrucht.

Mehr Details (Aussaatzeiten, Aussaatmengen) zu -> Gründüngung und Gründüngungspflanzen

Donnerstag, 22. September 2011

Gartenjahr 2011 im Rückblick

gartenjahr-vgwort
Zwar ist das Gartenjahr noch nicht vorbei, aber ich ziehe schon mal eine spätsommerliche/frühherbstliche Zwischenbilanz für das Gartenjahr 2011, bevor ich die Einzelheiten vergessen habe.
  • Die Wildkrokusse im Rasen vor meiner Terrasse waren wie immer die ersten und heiß ersehnten Frühlingsboten des Gartenjahrs. Bald folgten ihnen Narzissen und Traubenhyazinthen am Terrassenrand. (-> Blumenzwiebeln pflanzen).
    Gartenjahr 2011 - die Kräuter dominierten
    auf der Terrasse und im Essen
  • Später pflanzte ich Blumen, Kräuter und Gemüse überall, wo ich Platz fand:
  • Die Kräuter in meinem Topfgarten entwickelten sich sehr gut. Der Schnittlauch vom letzten Jahr hatte sich selbst in einen daneben stehenden Topf ausgesät und wurde im Laufe des Sommers schön buschig.
  • Petersilie, Salbei, Thymian und Basilikum habe ich dieses Mal im Supermarkt gekauft - ich hatte das Glück, dass ich gerade dort war, als frisch geliefert wurde, und dass dann das Wetter während der Anwachsphase freundlich, aber nicht zu heiß war. Auch später hat den Pflanzen anscheinend das Klima auf der Terrasse gepasst: Die Kräuter wurden so üppig, dass ich immer wieder dazu verführt wurde, viel zu viel davon ans Essen zu geben, was dann manchmal zu etwas merkwürdigen Geschmackserlebnissen führte.
  • Die Jumbo-Peperoni 'Orias' F1, die ich dieses Jahr zum ersten Mal ausprobiert habe, entwickelten sich auch sehr gut in ihrem Topf. Sie wurde etwa 60 cm hoch. Die Früchte waren überwiegend länglich und gebogen, jede anders geformt. In feine Würfelchen oder Streifchen geschnitten, gaben sie manchem meiner Gemüsegerichte Würze und ziemlich viel Schärfe.
  • Die Buschtomate 'Totem' blieb wie erwartet sehr klein - sie war im Tontopf sehr gut aufgehoben und brachte einige schöne Früchte hervor. Sogar jetzt hängt noch eine gesunde Tomatenfrucht an der nicht mehr allzu ansehnlichen Pflanze, die jedoch bis heute keine Symptome von Kraut- und Braunfäule hat. Vom Geschmack her würde ich die Sorte eher unter "langweilig" einsortieren, doch für einen Topfgarten oder im Balkonkasten ist sie eine nette Bereicherung.
  • Gartenjahr 2011 - die Buschtomate 'Totem' (F1) -
    klein, aber ohne Kraut- und Braunfäule
  • Wie jedes Jahr hatte ich bei der Schwarzäugigen Susanne Zweifel, dass sie das vorgesehene Rankgitter ausfüllen würde, aber wie jedes Jahr hat sie dann am Ende alles überwuchert.
  • Gewitterstürme haben meine Töpfe mehrmals durcheinander gewirbelt. Der hochgewachsene Topinambur fiel bei einem mitsamt dem großen Keramikkübel um. Trotz anschließendem Hegen und Pflegen begannen die Pflanzen zu welken und haben sich nie mehr erholt. 
  • Die Rose im Kübel war wie schon im Vorjahr eine große Freude - sie blühte zwei Mal sehr üppig.
  • Der Chili "Feuerküsschen" hat sich jetzt im September noch einmal richtig aufgebrezelt - zwischen den zahlreichen roten und schwarzen Früchten tauchten plötzlich viele lilafarbene Blüten auf.
Webseiten mit Garten-Informationen habe ich ja schon seit Ende der 1990er Jahre, zuerst nur mit einem Garten-Forum für den Erfahrungsaustausch zwischen Hobbygärtnern, inzwischen auch mit einer Gartenseite bei Facebook. Dieses Jahr kam nun auch dieser Gartenblog hinzu und ich muss sagen: Das Gartenbloggen macht mir großen Spaß! Ich habe mich natürlich auch in anderen Gartenblogs umgeschaut. Hier ein sehr nettes Beispiel: Das wilde Gartenblog.

Worauf ich mich in diesem Gartenjahr noch freue:
  • Auf einen hoffentlich herrlichen goldenen Oktober (-> Gartenkalender)
  • Auf das Gartenbuch, dass ich vom Ulmer Verlag demnächst für eine Rezension zugeschickt bekomme.
  • Halloween kommt mit Riesenschritten und damit die Zeit der Kürbiskuchen, geschnitzter Kürbiskunst und Kinder mit Halloween-Masken.
  • Ich hoffe auf viele Garten- und Pflanzenfragen und -Austausch im Garten-Forum von Gartensaison.de
  • Wer den Sommer mit wunderschönen Blumenbildern, Fototapeten in den Herbst und Winter hinüberretten möchte, findet Beispiele und Artikel bei Nature to Print.
Doch noch ist das Gartenjahr nicht zu Ende und es gibt noch viel zu tun - zum Beispiel die Gründüngung im Herbst!

Montag, 12. September 2011

Blumenzwiebeln pflanzen

Blumenzwiebeln pflanzen: Frühblühende Wildtulpen
gedeihen auch im kurzen Rasen
Wer sich im Spätwinter an Krokussen, Schneeglöckchen und Winterlingen und im Frühjahr an Tulpen, Narzissen und Hyazinthen erfreuen möchte, der muss jetzt fleißig werden - denn von September bis zum Winter ist Blumenzwiebelpflanz-
zeit für diese Frühlingsboten bzw. Frühlingsblüher.

Man teilt die Blumenzwiebeln zwar nach ihrer Blütezeit ein, aber wann sie dann tatsächlich blühen, hängt vom Standort und vom Wetterverlauf im Frühjahr ab. In warmen Jahren vergehen die Blütezeiten wie im Zeitraffer und die Sorten geben sich die Klinke in die Hand, in anderen Jahren kann man die einzelnen Phasen und Blütezeiten länger genießen.

Blumenzwiebeln kann man man zwar auch in Baumärkten und Supermärkten kaufen, doch mehr Auswahl an Arten und Sorten hat man im Gartenfachgeschäft und Gartencenter.

Blumenzwiebeln, die im Spätwinter (ab Februar) blühen - Frühblüher

Schneeglöckchen Galanthus nivalis, Galanthus elwesii
Schneestolz Chionodoxa luciliae
Winterling Eranthis hyemalis
Alpenveilchen Cyclamen ssp.
frühe Krokusse/Wildkrokusse Crocus ssp.
Zwergnarzissen und Narzissen-Wildformen Narcissus bulbocodium und andere

Diese Blumenzwiebelpflanzen gedeihen gut in Steingärten, unter laubabwerfenden Bäumen und im kurzen Rasen. Die Cyclamen mögen lichten Schatten. Wichtig ist allen ein durchlässiger Boden.
Auch von Narzissen gibt es früher und später blühende Arten und Sorten

Blumenzwiebeln für den Frühling (ab ca. März)

Blaustern Scilla bifolia u. a.
Krokusse - Gartensorten, großblumige Sorten
Narzissen Narcissus ssp.
Märzenbecher Leuconum vernum 
Traubenhyazinthen Muscari botryoides 
Tulpen - Wildtulpen, Zwergtulpen, Kaufmanniana-Hybriden

Diese Arten und Sorten pflanzt man am besten in (Stauden-)Beete.

Blumenzwiebeln für den späteren Frühling (ab ca. April, in manchen Jahren schon ab März)

Hyazinthen Hyacinthus ssp.
Puschkinia Puschkinia scilloides und andere
Kaiserkrone Fritillaria imperialisFrühe Tulpen Tulipa ssp. und Sorten

Diese etwas späteren Arten und Sorten gedeihen am besten in (Stauden-)Beeten.

In einem warmen Frühjahr geben sich die mittelfrühen und
die späteren Sorten die Klinke in die Hand.
Blumenzwiebeln, die ab Mai blühen (in sehr warmen Jahren ausnahmsweise bereits ab Ende März/April)

Knotenblume Leucojum aestivum
Darwintulpen, lilienblütige Tulpen, Cottagetulpen und andere

Diese späten Arten und Sorten pflanzt man am besten in
(Stauden-)Beete.

Blumenzwiebeln pflanzen - wie pflanzen und wie tief pflanzen

In kleinen Gruppen gleichartiger Blumenzwiebelarten und -sorten gepflanzt, wirken Blumenzwiebelpflanzen am natürlichsten und kommen am besten zur Geltung.

Blumenzwiebeln werden etwa doppelt so tief gepflanzt, wie sie dick sind. Zum Pflanzen eignen sich ein Pflanzholz, eine Pflanzschaufel oder ein spezieller Blumenzwiebelpflanzer.

Blumenzwiebeln mögen durchlässigen Boden. Bei schwerem, nassen Boden treiben sie oft nicht. Einen schweren Boden kann man durchlässiger machen, indem man Sand und etwas Kompost einarbeitet. Ist ein Boden jedoch ständig zu nass, weil sich in der Tiefe eine stauende Schicht befindet, dann reicht das nicht aus - hier könnte nur eine professionelle Dränage (GaLaBau-Firma) helfen.

Da Narzissen giftig sind und Blumenzwiebeln chemisch behandelt sein können, arbeitet man beim Blumenzwiebelpflanzen am besten mit Handschuhen und atmet auch den Staub nicht ein. Auch Kinder sollten entsprechend instruiert werden bzw. hält man kleine Kinder von Blumenzwiebeln und Narzissen fern.