Posts mit dem Label Ziergräser werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Ziergräser werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 18. März 2020

Ziergräser schneiden - Zeitpunkt und Schneidgeräte: Lampenputzergras und Chinaschilf (Erfahrungen)

Über den richtigen Zeitpunkt des Gräserschnitts bei Ziergräsern und über das richtige Schneidgerät (Schnittwerkzeug) am Beispiel Lampenputzergras (im Kübel) und Chinaschilf (im Beet auf einem begrünten Tiefgaragendach).

2012 habe ich drei Chinaschilf-Pflänzchen (Miscanthus) in eine flache, mit einigen Löchern versehene Plastikwanne gepflanzt, die ich in den Boden (begrüntes Tiefgaragendach mit dünner Erdauflage) eingesenkt hatte. Innerhalb weniger Jahre sind sie zu diesem stattlichen Horst zusammengewachsen.

Der richtige Zeitpunkt zum Gräserschneiden

Ziergräser werden am besten im Frühjahr vor dem Neuaustrieb geschnitten. Jedes Jahr hadere ich wegen des richtigen Zeitpunktes – dieses Jahr besonders, denn derzeit ist es schon sehr warm und auch nachts mild, doch für die kommende Woche sind bei uns in Oberbayern wieder tiefe Minusgrade vorhergesagt. Dazu muss man wissen: Ich bereite meine Beete im Spätwinter und zeitigem Frühjahr aufs Frühjahr und den Sommer vor und nicht etwa schon im Herbst/Winter, wie es früher üblich war. Das hat vor allem ökologische Gründe und ist damit auch nachhaltiger: Insekten wie Marienkäfer und Florfliegen sollen überwintern, Vögel sich verstecken und Insekten picken können, der Boden soll nicht nackt dem Herbstregen und der Schneeschmelze ausgeliefert sein, sich auch nicht bei den ersten Sonnenstrahlen übermäßig erwärmen, was vorzeitiges Treiben auslösen könnte, und Ähnliches mehr.

Anzeige

Ich peile als Schnittzeitpunkt etwa den März an, richte mich aber nach dem Wetter und der Wettervorhersage für die nächsten ein bis zwei Wochen.

Einerseits möchte ich nicht zu früh schneiden, denn angeblich kann Regen den offenen alten Grashalmen zusetzen und dazu führen, dass sich Fäulniskrankheiten im Horst ausbreiten. Außerdem möchte ich, dass sich der Boden um die Gräserhorste erst spät erwärmt, damit die Pflanzen ihre Halme spät schieben -damit sind diese weniger durch Spätfröste gefährdet.

Andererseits möchte ich die Pflanzen von ihrer Vorjahreslast befreien, damit sich die neuen Halme schön entfalten können und von Luft umspielt werden. (Übrigens, was meiner Meinung nach am Chinaschilf nervt, sind die trockenen, losen alten Blätter, die sich bei Stürmen im Frühjahr über den ganzen Garten verteilen. Das mag in einem Garten, der einem alleine gehört, egal sein, aber im Gemeinschaftsgarten eines Mehrparteienhauses muss man anderen gegenüber eventuell begründen können, wieso man Beete erst im Frühjahr "schön macht". Und herumfliegende trockene Halme, die das Gartenbild nicht gerade aufwerten, wenn eventuelle Käufer oder Mieter kommen, können den ein oder anderen Eigentümer verärgern. Bisher hatte ich zwar keine Klagen, aber ein wenig unangenehm ist mir das trotzdem.)

Nach dem Schnitt bietet das Lampenputzergras keinen schönen Anblick. (Bild vom März 2017, da hatte ich zwei Wochen früher geschnitten - noch kaum Grünes zu sehen. Ich war danach unsicher, ob die Pflanze noch mal etwas wird.)
Doch schon wenig später hatte das Lampenputzergras seinen Charme zurück.
Im Juli 2017 war die "Frisur" vom Frühjahr längst vergessen und das Lampenputzergras im Topf machte eine gute Figur zwischen Stauden und kleinen Gehölzen (fotografiert, bevor die "Bürsten" ausgebildet waren). Dennoch schneide ich in der Regel etwas später als im Jahre 2017, auch wenn dann einzelne frische Halme gekappt werden.
Gestern und heute (17. und 18. März 2020) habe ich jedenfalls Lampenputzergras (Pennisetum) und Chinaschilf geschnitten, da es heute und die nächsten Tage sehr warm werden soll, und sich der Austrieb meiner Einschätzung nach nicht mehr unterdrücken ließ.

Wie so oft musste ich bis ins Grüne schneiden. Da ich im Vergleich zu den meisten Gärtnern und Hobbygärtnern meine Ziergräser recht spät schneide, schneide ich nie bis zum Boden zurück, wie man es oft als Empfehlung liest, sondern schneide beim Lampenputzergras etwa 10 bis 15 cm über der Substratoberfläche (im Kübel) und beim Chinaschilf in etwa 20 bis 30 cm Höhe über der Erdoberfläche im Beet ab, je nachdem, wie hoch die frischen Austriebe bereits reichen.

Nun habe ich natürlich etwas Angst vor der nächsten Woche, denn es werden Nachtfröste bis minus acht Grad Celsius erwartet. Vielleicht muss ich die Beete über Nacht mit Vlies, Zeitung o. Ä. abdecken. Zwar könnte ich auch das Schnittgut von heute verwenden, aber dann muss ich hinterher wieder den ganzen Garten nach den alten Pflanzenteilen vom Chinaschilf absuchen, denn mit dem Ende der warmen Phase soll auch wieder stürmisches Wetter auf uns zukommen.

Werkzeuge zum Gräserschneiden

Das Lampenputzergras schneide ich jedes Jahr mit einer einfachen manuellen Rasenschere, die man normalerweise für die Beetränder nimmt – da, wo man mit dem Rasenmäher nicht hinkommt. Bei nur einer einzigen Pflanze in einem Kübel, ist das bisher kein Problem, auch wenn diese von Jahr zu Jahr kräftiger wurde.

Anzeige

Anders beim Chinaschilf. Das habe ich bisher mit einer einfachen Baumschere (zum Schneiden von Zweigen und dünneren Ästen) gekürzt, was mit dem Wachsen der Horste sehr mühselig wurde. Ich habe nach Alternativen gesucht und dieses Jahr eine Klappsäge als Schneidgerät gekauft und ausprobiert. Wie auch bei den anderen Schneidwerkzeugen, nehme ich als Rechtshändlerin jeweils ein Bündel Halme oberhalb der grünen Austriebe fest in die linke Hand und säge (oder schneide) mit der rechten – wobei ich nicht über dem weitesten grünen Halm schneide, sondern über der Masse der grünen Halme (einzelne junge Halme werden dabei geköpft).

Bis einschließlich 2019 habe ich den Chinaschilf-Horst komplett mit der kleinen Baumschere geschnitten, was sehr mühselig war. Dieses Jahr habe ich zum ersten Mal eine scharfe Klappsäge ausprobiert und war mit ihr sehr zufrieden: Ich habe weniger Zeit gebraucht und keine Schmerzen in der Hand oder an den Gelenken bekommen. 
Die getestete Säge (eine Tajima GKG240 Klappsäge*) hat sich als sehr scharf und einfach zu nutzen erwiesen. Ich persönlich bin jedenfalls mit ihr sehr zufrieden: Mit der Arbeit war ich viel schneller fertig als letztes Jahr mit meiner "Zweigschere" und ich bekam daher auch keine Probleme mit meinen Händen, Handgelenken oder Sehnen. Wie lange sie so schön scharf bleibt, weiß ich nicht. Aber da ich sie nur einmal im Jahr für wenige Pflanzen benötige, sollte sie ein paar Jahre gut funktionieren. Übrigens hatte ich auch eine Astschere erwogen, aber da man die nur beidhändig bedienen kann, fühlte ich mich von dieser Möglichkeit, Ziergräser zu schneiden, nicht so angesprochen. Möglicherweise wäre sie aber bei manchen Bambusarten oder anderen starken Ziergräsern ein geeignetes Werkzeug.

Anzeige
(Klappsäge bei Amazon)

* Werbelink

Ich schneide meine beiden Ziergräser, Chinaschilf und Lampenputzergras, seit ich sie 2012 gepflanzt habe, auf die beschriebene Weise. Sie haben mir bisher alles verziehen und sich in den acht Jahren sehr schön und gesund entwickelt.

Im Sommer werde ich ein Foto ergänzen, wie sich das Chinaschilf nach dem ersten Sägeschnitt entwickelt hat.

Mich würde interessieren, wann und wie schneiden andere ihre Gräser? Und mit welchem Erfolg?

Das könnte Sie auch interessieren
Anzeige



Dienstag, 4. April 2017

Pflanzen für Schattenplätze im Garten und auf dem Balkon

Sonne liebende Pflanzen kümmern im Schatten dahin, Schatten liebende Pflanzen leiden, wenn man sie an einen heißen, sonnigen Standort stellt. Wer Pflanzen aber ihren natürlichen Ansprüchen entsprechend pflanzt, also Sonnenanbeter an sonnige und schattenverträgliche Pflanzen an Plätze im Garten mit wenig oder kaum Sonne, der hat mehr Freude an seinem Garten oder Balkon. Viele Beispiele für schattenverträgliche Beet- und Balkonblumen, Stauden und Gehölze – einschließlich Gräser, Bodendecker, Kletterpflanzen und Kübelpflanzen für fröhlich bunte oder verzaubernde Kombinationen. 


Veilchen blühen im Frühjahr im lichten Schatten noch unbelaubter Gehölze

Alle Pflanzen benötigen Licht, denn sie betreiben Fotosynthese. Doch in der Natur gibt es Standorte mit weniger Licht – beispielsweise im Schatten von Bäumen und Sträuchern oder auf der Nordseite von Bergen – und es gibt Pflanzen, die sich an solche Standorte angepasst haben und sich dort richtig wohlfühlen.

Fotosynthese
Bei der oxygenen Fotosynthese durch Pflanzen verwerten diese mithilfe ihres Blattgrüns (Chlorophyll) die Energie aus dem Sonnenlicht, um Kohlendioxid und Wasser in organische Verbindungen umzuwandeln. Dabei wird Sauerstoff frei. Die Fotosynthese ist der wichtigste Prozess auf der Erde, ohne den es weder Nahrung noch Sauerstoff zum Atmen gäbe.

Blumen für den Halbschatten bis Schatten

 
Eisbegonien, Knollenbegonien und Fleißige Lieschen hellen Schattenplätze auf.



Von den Beet- und Balkonpflanzen, die meist nur für eine Saison gepflanzt werden, kommen diese auch mit weniger Licht zurecht:
  • Fleißige Lieschen Impatiens gibt es in vielen Farben, die man miteinander mischen, mit anderen Schattenblumen oder mit grünen Pflanzen wie Efeu oder Farnen kombinieren kann. 
  • Fuchsien Fuchsia (die Pflanzen können frostfrei überwintert werden)
  • Knollenbegonien (die Knollen können frostfrei überwintert werden) 
  • Eisbegonien
  • Bartnelken (Halbschatten)
Nicht nur für den Garten, auch für die Bepflanzung eines Balkons mit wenig Licht eignen sich neben den obigen typischen Beet- und Balkonpflanzen auch niedrige Stauden wie Vergissmeinnicht und Bergenien, etwas höhere Stauden wie Tränendes Herz (Kübel) sowie niedrige (Efeu) oder höhere Gehölze für den (lichten) Schatten, siehe nächste Gruppen.

Stauden für den Halbschatten bis Schatten (Beispiele)

Diese Stauden – das sind mehrjährige Pflanzen, die den Winter unter der Erde verbringen und im Frühjahr austreiben -, verschönern Schattenplätze:

  • Prachtspieren, Astilben Astilba (Waldpflanzen an feuchten Bachufern) 
  • Bergenien Bergenia cordifolia und Bergenia-Hybriden 
  • Christrosen Helleborus 
  • Elfenblumen Epimedium 
  • Eisenhut Aconitum 
  • Farne der Gattungen Athyrium, Dryopteris, Polypodium, Polystichum und andere 
  • Funkien Hosta 
  • Herzblattschale, Zwillingsblatt Jeffersonia diphylla 
  • Kastanienblättriges Schaublatt Rodgersia aesculifolia 
  • Kaukasus-Vergissmeinnicht Brunnera macrophylla 
  • Lungenkraut Pulmonaria 
  • Taglilien Hemerocallis (lichter Schatten bis Sonne) 
  • Tränendes Herz Dicentra 
  • Veilchen Viola 
  • Wald-Vergissmeinnicht Myosotis sylvatica 
  • Wiesenraute Thalictrum 


Gräser für den lichten Schatten und Gehölzrand (Beispiele) 

Gräser gehören auch zu den Stauden, sind hier der Übersicht wegen aber extra aufgeführt. Gräser verbindet man eher mit sonnigen Flächen, aber die folgenden Gräser können im lichten Schatten von Gehölzen oder am Gehölzrand wachsen:
  • Waldschmiele Deschampsia cespitosa 'Schottland' 
  • Japan-Segge Carex morrowii 'Variegata' 
  • Gelbgrüne Gartensegge Carex hachijoensis 'Evergold' 
  • Riesenwaldschwingel Festuca gigantea 
  • Weißliche Hainsimse Luzula luzuloides 
  • Waldhaarsimse Luzula pilosa 'Igel' 
  • Zwergbambus Pleioblastus pygmaeus var. distichus 
Anzeige


Bodendecker für den Halbschatten bis Schatten

Bodendecker können niedrige Gehölze, Halbsträucher oder Stauden sein. Bodendecker halten das Unkraut in Schach, verschönern Flächen oder bilden den Rahmen für auffälligere Schönheiten im Garten. Diese eignen sich auch für den (lichten) Schatten:
  • Dickmännchen, Schattengrün, Japanischer Ysander Pachysandra terminalis (immergrüner, bodenbedeckender Halbstrauch) 
  • Immergrün Vinca minor, Vinca major (immergrüne niedrige, bodenbedeckende Halbsträucher) 
  • Jakobsleiter Polemonium (niedrige, bodenbedeckende Staude) 
  • Schaumblüten Tiarella (niedrige bodenbedeckende Staude) 
  • Waldmeister Galium (niedrige, bodenbedeckende Staude) 
  • Golderdbeeren Waldsteinia fragarioides (niedrige, bodenbedeckende Staude) 

Kletterpflanzen für den Halbschatten bis Schatten 

Die Trompetenblume mag einen beschatteten Wurzelbereich.

  • Kletterhortensie Hydrangea petiolaris 
  • Jelängerjelieber Lonicera caprifoliu
  • Trompetenblume Campsis radicans (Wurzelbereich im Schatten) 
  • Waldreben Clematis (möchten einen kühlen Fuß im Schatten, aber zur Sonne klettern).
Anzeige

Gehölze für den lichten Schatten/Halbschatten bis Schatten

Dieser Flieder Syringa vulgaris 'Andenken an Ludwig Späth'
kommt seit Jahren mit etwas Morgensonne aus. Zu dieser Gruppe im Schatten eines Baumes gehören auch eine Felsenbirne (Amelanchier) sowie ein weißer Flieder.

Viele Rhododendron-Arten/-Sorten
mögen den lichten Schatten.
  • Rhododendron (meistens kalkmeidend) 
  • Samthortensie Hydrangea aspera 
  • Ballhortensie Hydrangea macrophylla 
  • Rispenhortensie Hydrangea paniculata 
  • Zaubernuss Hamamelis 
  • Prachtglocke Enkianthus campanulatus (kalkmeidend) 
  • Flieder Syringa (Morgensonne reicht vielen Flieder-Arten/-Sorten)
  • Fingerstrauch Potentilla fruticosa 'Kobold'

Kübelpflanzen für den (lichten) Schatten 

Kübelpflanzen sind in der Regel nicht winterharte Gehölze aus wärmeren Klimazonen, die im Gewächshaus, Wintergarten o. Ä. überwintert werden). Viele sind zwar Sonnenanbeter, aber einige fühlen sich im Schatten wohler. 
  • Kamelie Camellia japonica 
  • Fuchsien Fuchsia 
  • Hammerstrauch Cestrum 
  • Jasminblütiger Nachtschatten Solanum jasminoides 

Trockener Halb-/Schatten 

Die meisten schattigen Standorte haben einen frischen Boden. Besonders schwierig ist es, lichtarme Standorte mit trockenem Boden zu begrünen. Diese Pflanzen kommen damit am ehesten zurecht.
  • Dickmännchen Japanischer Ysander Pachysandra terminalis (immergrüner, bodenbedeckender Halbstrauch) 
  • Christrosen, Nieswurz Helleborus (Stauden) 
  • Golderdbeere Waldsteinia fragarioides (Staude) 
  • Bergenien Bergenia cordifolia (Stauden) 


Gemüse und Kräuter für den Schatten


Brunnenkresse kann auch in Töpfen kultiviert werden. Sie wird ausgesät oder über Stecklinge vermehrt.


Gemüse und Kräuter für den Schatten werden in einem eigenen Blogartikel Gemüse und Kräuter für den Schatten (tinto bloggt) mit Beispielen vorgestellt.


Flexibel und mobil gärtnern 
Blumen, Gemüse & Kräuter, Stauden und Gehölze in Töpfen und anderen Pflanzgefäßen anbauen und so Balkone, Terrassen, Dachterrassen, Eingangsbereiche verschönern und/oder für den Selbstversorgeranbau nutzen. Standortgerecht Gartenträume wahrmachen - vom ansprechenden Eingangsbereich über Duft-, Bienen-, Künstlerbalkon bis zur Wohlfühloase und/oder Selbstversorgerterrasse auf dem Dach.

Gärtnern in Töpfen:*
Balkon und Terrasse mit Pflanzen gestalten*
Eva Schumann
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 1. Auflage (2019)
Klappenbroschur, 128 Seiten,
86 Farbfotos, 3 Farbzeichungen, 17 Tabellen
ISBN 3-8186-0635-8







* Werbelink

Das könnte Sie auch interessieren:
Anzeige


Donnerstag, 28. August 2014

Gräser im Staudenbeet und im Topfgarten

Sie stehen für Eleganz, Leichtigkeit und Transparenz, für mich persönlich aber auch für Puscheligkeit, Weichzeichnung, manchmal für Aufhellung eines Bereichs oder Hintergrunds und im Falle von dunklen Gräsern für mehr Tiefe und Geheimnis. Ziergräser erweitern die Möglichkeiten der Beetgestaltung mit Stauden jedenfalls enorm - wobei sie selbst auch Stauden sind, d. h. sich jedes Jahr aus dem Wurzelstock heraus erneuern.
Gräser werden im Frühjahr oder im Herbst gepflanzt.

Wunderschöne Staudenkombinationen mit (und ohne) Gräsern
kann man in den Weihenstephaner Gärten entdecken.
Man beachte auch die Wirkung von eingestreuten Pflanzen
mit fast schwarzem Laub oder sehr dunklen Blüten

In Büchern und im Sichtungsgarten Weihenstephan habe ich über die Jahrzehnte wunderschöne Staudenkombinationen mit Gräsern wie Chinaschilf (Miscanthus-Arten), Lampenputzergras (Pennisetum-Arten) und vielen anderen Ziergräsern bewundert, sodass ich sie trotz meines wenigen Platzes zuhause auch unbedingt ausprobieren wollte. Als ich 2012 ein kleines Staudenbeet mit "Prairieflair" auf dem Tiefgaragendach anlegte, bekamen auch ein paar Ziergräser einen Platz im Beet, andere in Kübeln. Hier nun einige meiner Erfahrungen mit Ziergräsern auf kleinem Raum nach zwei Jahren.

Das Staudenbeet liegt direkt vor der Südseite eines Wohnhauses. Die Erdauflage auf dem Dach beträgt nur wenige Zentimeter und zwischen Erde und Dach ist eine Trennschicht aus Kiesel und Schutzvlies. Alle Gräser wurden im Herbst 2012 gepflanzt. Schwach wachsende Gräser habe ich direkt in die Erde gesetzt, bei stärker wachsenden habe ich Schutzmaßnahmen ergriffen.

Regenbogenschwingel als fluffige Polster im Staudenbeet 
Im Frühjahr, wenn die Sommerstauden noch im Boden Kraft für den Austrieb sammeln, füllen schon mehrere Regenbogen-Schwingel Festuca amethystina zusammen mit Frauenmantel die Lücken zwischen den Frühlingsblühern im Staudenbeet und schützen den Boden so vor Verschlämmung, Austrocknung und Verunkrautung. Nach ein paar Jahren ging der Regenbogenschwingel jedoch ein - er wurde vermutlich im Sommer zunehmend von den anderen Stauden unterdrückt.



Regenbogenschwingel hübscht das Beet im Frühjahr auf
Im Sommer wurden die niedrigen Gräser in diesem Beet von Duftnessel Agastache, Purpursonnenhut Echinacea purpurea 'Magnus', Prachtkerze Gaura lindheimeri überwuchert und waren dann wegen des Lichtmangels und der Wasser- und Nährstoffkonkurrenz nicht mehr sehr schön. Nach ein paar Jahren gingen sie dann ganz ein.

Chinaschilf im Staudenbeet 
Da ich sicher sein wollte, dass die Wurzeln nicht durch die Schutzauflage des Tiefgaragendaches dringen, habe ich einen Plastikcontainer mit vielen Ablauflöchern in den Boden eingelassen und darin drei Chinaschilf-Wurzelstöcke gepflanzt. Bestellt hatte ich eigentlich rotes Federborstengras, doch es kam ein grünblättriges - na gut, dachte ich, angeblich ist das grüne sowieso winterfester. Als es dann blühte, stellte es sich allerdings heraus, dass dieses Gras vom Online-Gartenversand gar kein Federborstengras, sondern wahrscheinlich ein Chinaschilf Miscanthus sinensis ist.
Von links nach rechts, soweit sichtbar: ein Busch aus drei Horsten Chinaschilf,
Duftnessel (violett), Purpursonnenhut (pink), Prachtkerzen (weiß), mehr Purpursonnenhut, Lampenputzergras im Kübel
Das Chinaschilf hat sich an dem sonnigen, relativ trockenen Platz auf der Tiefgarage sehr gut entwickelt. Es bildet einen luftigen Puffer zu einer riesigen Rose (nicht im Bild) und einen schönen Hintergrund für die Stauden im Beet, wenn man von der anderen Seite hinüber schaut.

Lampenputzergras im Kübel
Nur zu Beginn des ersten Jahres war im Kübel
mit dem Lampenputzergras noch Platz
für die einjährige Verbene als Gast

Schon im ersten Jahr bereitete mir das Lampenputzergras Pennisetum alopecuroides 'Hameln', ein Federborstengras, viel Freude. Im Frühjahr hatte ich eine Balkonverbene dazugepflanzt und die beiden harmonierten lange sehr gut, bis das Gras zu stark wurde und der Verbene das Wasser nahm. Dafür bildete das Lampenputzergras im Spätsommer dann auch zahlreiche puschelige Lampenputzerkolben aus.

Ab dem zweiten Jahr durfte es den Kübel dann ganz alleine für sich haben und sich mit den Nachbarpflanzen außerhalb vom Kübel anfreunden.


Wildromantisch: Lampenputzergras und Purpursonnenhut 

Chinaschilf im Kübel
Das angeblich robuste Chinaschilf Miscanthus sinensis, das ich für einen Kübel bestellt hatte, sah seltsamerweise anders aus als das falsche Federborstengras für das Staudenbeet, das sich später auch als Chinaschilf entpuppte. Vermutlich war es eine andere Sorte und die zeigte sich weit weniger robust als erwartet. Ich hatte den Horst extra in einen Kübel gepflanzt (bzw. im Staudenbeet einen Plastikcontainer versenkt), weil ich ein aggressives (Wurzel-) Wachstum erwartet hatte und das Tiefgaragendach nicht gefährden wollte. Als das Chinaschilf dann im ersten Jahr recht langsam wuchs, setzte ich noch ein Stiefmütterchen und einen winzigen Efeu sowie später auch noch zwei Dahlienknollen dazu.

Ich hatte erwartet, dass das Chinaschilf die anderen mit zunehmendem Wachstum verdrängen würde. Aber es kam anders: Der Efeu entpuppte sich beim Kampf um den Raum im Kübel als absoluter Sieger, trotz Sonnenplatz(!), er überwucherte den ganzen Topf und das Chinaschilf siechte dahin. (Nachtrag: Efeu und Stiefmütterchen habe ich im Herbst rausgeworfen und das Chinaschilf durch einen zweiten Chinaschilf-Horst ergänzt. Aber auch zwei Jahre später ist der Kübelinhalt wenig beeindruckend: Im Vergleich zum Federborstengras im Kübel wirkt das Chinaschilf bei mir im Kübel eher schwächlich - möglicherweise steht es zu exponiert und/oder der Terracotta-Kübel trocknet zu schnell aus.

Anzeige