Montag, 12. Januar 2026

Stangenbohne 'Blauhilde' bietet Sichtschutz, Sonnenschutz und leckere Ernten - auch auf Balkon und Terrasse

Wer wenig Platz hat, beispielsweise der Gärtnerleidenschaft nur auf der Terrasse oder dem Balkon frönen kann, muss sich etwas einfallen lassen. Die samenechte Stangenbohne 'Blauhilde' wächst auch im Kübel oder Pflanzgefäß schnell zu einem Sichtschutz oder grünen Schattenspender heran und dann lassen sich von ihr auch noch leckere Bohnen ernten – fast ohne Bücken. (zuletzt bearbeitet 11.01.2026)

Wer eine Pflanze sucht, die wenig Standfläche benötigt, findet in der Stangenbohne 'Blauhilde'* die Lösung: Dieser Linkswinder wächst sehr schnell über zwei Meter hoch - und dazu reicht ihm auch ein Terrakottakübel oder ein anderes Pflanzgefäß und eine Kletterhilfe, beispielsweise ein Rankgitter.

Aussäen kann man sie von Anfang Mai bis Ende Juni. Die Ernte beginnt etwa im August und dauert ungefähr bis Mitte Oktober. Die rosavioletten Blüten sind sehr niedlich. Aus ihnen werden attraktive blauschwarze Bohnen, die später beim Kochen grün werden und sehr gut schmecken.

Meine Stangenbohnenpflanzen der Sorte 'Blauhilde' teilen sich dieses Jahr einen Kübel mit zwei Zucchinipflanzen der Sorte 'Atena Polka' F1

Stangenbohnen gehören genauso wie die niedrig bleibenden Buschbohnen zu den Gartenbohnen Phaseolus vulgaris, die wiederum der Familie der Hülsenfrüchtler und der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler angehören. Bohnen spielen seit Jahrtausenden in der Ernährung eine wichtige Rolle, vor allem die reifen, trocknen Bohnen als Eiweißlieferanten. Die ältesten Funde der Gartenbohne stammen aus einer Höhle in Peru und werden auf 6000 v. Chr. datiert.

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Der Vorteil von Stangenbohnen gegenüber Buschbohnen: Sie benötigen weniger Standfläche und man muss sich zum Ernten kaum bücken – ein Segen für Rückengeplagte.

An der niedlichen Blüte der 'Blauhilde' erkennt man die Zugehörigkeit zur Unterfamilie der Schmetterlingsblütler
Die Hülsen der 'Blauhilde' zeigen die Zugehörigkeit zur Familie der Hülsenfrüchtler (Leguminosen). Die Hülsen dieser Sorte werden unreif geerntet, gekocht und beispielsweise als Bohnengemüse, Bohnensalat oder als Grüner-Bohneneintopf geliebt.

Wichtig zu wissen: Bohnen darf man nicht roh essen, da das enthaltene giftige Phasin nur durch Kochen (Erhitzen über 70 °C) zerstört wird. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, die Bohnen mindestens 15 Minuten bei 100 Grad Celsius zu kochen.

Stangenbohnen und andere Gartenbohnen sind nicht winterhart, sondern einjährige, krautige Pflanzen, die man im nächsten Jahr wieder neu säen muss, wenn man sie wieder als Sichtschutz oder zum Beernten haben möchte.

Wie sich die Stangenbohne 'Blauhilde'* mit Mitbewohnern im Kübel verträgt

Ich habe die 'Blauhilde' aus Platzmangel in den letzten Jahren mit anderen Pflanzen zusammen in einen großen Kübel gesät. Hier ein paar Beobachtungen, die ich auf meiner heißen und trockenen Terrasse gemacht habe:

2014 stand die Stangenbohne 'Blauhilde' mit einer kalifornischen Buschtomate 'Maglia Rosa' sowie Kapuzinerkresse in einem Kübel. Die Stangenbohne hatte ich am 19. Mai ausgesät. Schon 11 Wochen später konnte ich die ersten Bohnen ernten. Mein Eindruck war, dass die drei Pflanzenarten gut miteinander harmonierten. Allerdings habe ich der Tomate bei extremem Sommerwetter über Mittag gelegentlich einen Sonnenschirm aufgespannt, da diese Sorte zarte Blätter hat und höhere Luftfeuchtigkeit gewohnt ist, als das Wüstenklima auf meiner Terrasse im Hochsommer hergibt.

Die drei waren ein gutes Team: Stangenbohne 'Blauhilde', Tomate 'Maglia Rosa' und Kapuzinerkresse
2015 habe ich die Stangenbohne 'Blauhilde' mit einer anderen Tomate, der 'Tigerella', kombiniert. Beider Samen habe ich am 20.4.2015 gelegt. Erste Bohnen konnte ich bereits am 18.7.2015 ernten. Auch diese Kombination passte. Später im Sommer bekam die Stangenbohne jedoch Spinnmilben (die mögen trockenes Klima) und sah dann nicht mehr so schön aus, da ich nichts dagegen unternommen habe.

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2017 habe ich die restlichen 'Blauhilde'-Samen (Saatgut gekauft im Frühjahr 2014, es war immer noch sehr gut keimfähig) zusammen mit Zucchinisamen am 17.5.2017 in einen Kübel gesät, siehe Bild ganz oben. Die ersten Bohnen habe ich am 23.7.2017 geerntet.

Interessante Beobachtungen bisher: Zuerst hatten die Zucchinipflanzen die Vormacht im Kübel, sie entwickelten rasend schnell riesige Blätter und viele Zucchini-Blüten und –Vorfrüchte. Doch nach der ersten Zucchiniernte (Mitte Juli) schlug das Kräfteverhältnis um: Die Bohnen gruben den zwei Zucchinipflanzen zunehmend Nährstoffe und Wasser ab, sie explodierten förmlich und trugen sehr viele Bohnen, während die Zucchinipflanzen langsamer wurden. Schon 2015, als ich die runde Zucchinisorte 'Floridor' mit einer Süßkartoffel kombiniert habe, war mein Eindruck, dass sich die so kräftig wirkenden Zucchinis in einer Konkurrenzsituation und bei schwierigen Verhältnissen wie trockener Hitze auf einer Terrasse nicht gut durchsetzen können – sie sind anscheinend keine Kämpfer, im Gegensatz zur Stangenbohne 'Blauhilde'. Man muss den Zucchini also entweder einen eigenen Kübel beziehungsweise einen Platz im Beet geben oder immer hinterher sein und darauf achten, dass sie bei Konkurrenz genug Wasser und Nährstoffe abbekommen. Die Konkurrenzkraft der Bohnen dürfte auf die starke Wurzelverzweigung von Leguminosen zurückzuführen sein. Dies schützt sie vor kurzzeitiger Trockenheit. Außerdem werden an ihren Seitenwurzeln von Knöllchenbakterien so genannte Wurzelknöllchen gebildet, die Stickstoff aus der Luft fixieren können. Auch das ist ein Vorteil gegenüber Konkurrenten – und eine Eigenschaft, die Leguminosen zu sehr guten Vorfrüchten/Gründüngungspflanzen macht.

Die Stangenbohne 'Blauhilde' bringt nicht nur frisches Grün, hübsche Blüten und dunkle Bohnen auf die Terrasse, sie verringert – wenn wie hier gewünscht - auch den Sonneneinfall durchs Fenster und damit die Hitze in der Wohnung.

Stangenbohne 'Blauhilde'* ernten, kochen (!) und genießen

Der erste Bohnen-Erntetag war bei mir der 23.7.2017. Eine Woche danach konnte ich noch einmal so viele ernten. Vorsicht: Bohnen sind kein „Naschgemüse“, das man pflückt und in den Mund steckt. Bohnen müssen vor dem Verzehr gekocht werden!
Meine knackig frischen, blauen Bohnen wurden in Salzwasser gekocht, wobei sie sich, wie erwartet, grün färbten, und wurden dann weiter zubereitet. Sie waren aromatisch und völlig fadenlos! Ein Genuss.

Rezepte für Bohnen gibt es viele: Man kann sie typisch deutsch mit Zwiebeln, Butter und Bohnenkraut als Beilage zubereiten oder griechisch in einer Olivenöl-Tomatensoße mit Petersilie (noch besser schmeckt es mir mit Dill) kochen und mit ein paar Scheiben Baguette genießen.

Die ursprünglich blauen Bohnen wurden nach dem Kochen in Wasser in der Pfanne mit Olivenöl, Knoblauch und Tomaten geschmort, mit Salz, Pfeffer und Dill abgeschmeckt, auf Brot angerichtet und mit Schafskäse serviert.

Ein anderes Rezept (Quelle weiß ich nicht mehr) schlägt vor, die Bohnen in einem Sud mit Salz, Pfeffer, Knoblauch und eventuell anderen Gewürzen zu kochen, in Speck einzuwickeln und im Ofen zu backen.

Man kann aber auch die eigene Fantasie spielen lassen und beispielsweise die Bohnen mit Champignons zusammen in einer Thymian-Sahnesoße zubereiten und mit Pasta anrichten. Guten Appetit!

Nachtrag:
Die letzten Bohnen der 'Blauhilde' habe ich am 14. September geerntet. Beim Schnippeln musste ich bei den größeren einige Fäden ziehen, nach dem Kochen waren sie aber alle wieder wunderbar zart (und natürlich grün). Ich habe sie nach dem Weichkochen mit einer Art Béchamelsoße zubereitet (Mehlschwitze mit Gemüsebrühe und Kaffeesahne abgelöscht und noch einmal aufgekocht). Dazu gab es Lachs (nur in Butter und Zitronensaft in der Pfanne gebraten, gesalzen und gepfeffert) sowie Kartoffelstampf. KÖSTLICH! Ein Gericht, mit dem man sicher auch Gäste überzeugen kann.

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Freitag, 19. Dezember 2025

Frischen Schnittlauch im Winter ernten

Schnittlauch treiben auf der Fensterbank oder im Gewächshaus


Im Winter macht es besonders Freude, frische Kräuter und anderes selbst zu ernten und das Erntegut dann zuzubereiten oder zum Würzen zu verwenden. Wer Schnittlauch im Garten oder im Topf (Topfgarten) angebaut hat, kann dank der Schnittlauchtreiberei auch zu Weihnachten oder später frischen Schnittlauch ernten.(zuletzt bearbeitet am 19.12.2025)

Schnittlauchtreiberei im Gewächshaus aus vorbereiteten Bulben

Frischer Schnittlauch macht aus dem einfachen Butterbrot ein Schnittlauchbrot und aus dem Rührei ein feines Kräuteromelett. Dazu liefert er Vitamin C, Carotin, Eisen und Calcium - und dank des enthaltenen Lauchöls auch viel würzigen Geschmack.

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Schnittlauch treiben - das Prinzip


Bei der Schnittlauch-Treiberei werden gut entwickelte Schnittlauchballen (Schnittlauchbulben) durch eine Temperatur-/Wasserbehandlung und anschließendem warmen Aufstellen im Winter zum Treiben angeregt.

Allerdings sollte der dazu verwendete Schnittlauch in der zweiten Gartensaison-Hälfte nicht mehr geerntet worden sein, damit er einen Nährstoffvorrat in den Bulben anlegen und genug Kraft für den Austrieb sammeln konnte.

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Schnittlauch treiben für Weihnachten


Mitte/Ende September werden Schnittlauchballen im Garten ausgegraben und irgendwo draußen völlig trocken aufbewahrt (beispielsweise unter einem Vordach). Mitte/Ende November werden die Ballen hervorgeholt, die vergilbten Halme entfernt und die Wurzeln eingekürzt. Anschließend werden die Schnittlauchballen 12 Stunden lang in warmes Wasser (35 bis knapp 40 °C) gelegt und dann in Töpfe gepflanzt. Diese Schnittlauchtöpfe kann man dann an einem hellen Platz bei Zimmertemperatur (20 °C ist optimal) aufstellen - auf der Küchenfensterbank oder in einem warm beheizten Gewächshaus. Der Ballen muss nur gleichmäßig feucht (nicht nass!) gehalten werden und bald beginnt der Schnittlauch zu treiben.

Schnittlauch, der für Weihnachten oder später vorgetrieben werden soll, wird einige Zeit vor dem Ausgraben und Lagern nicht mehr beerntet, damit die in den Halmen verbauten Nährstoffe während der Lagerphase eingezogen und in den Bulben gespeichert werden können.

Schnittlauch treiben für die Ernte ab Januar


Soll der Schnittlauch erst ab Januar erntereif sein, müssen die Ballen erst Ende Oktober/Anfang November ausgegraben werden - vor Frostbeginn. Dieser Schnittlauch wird gleich geputzt (gelbe Halme entfernen, Wurzeln einkürzen) und zunächst draußen gelagert - dabei macht es nichts aus, wenn er gefriert, im Gegenteil, das macht ihn treibfähig. Zum Treiben werden die Ballen dann 12 Stunden lang in warmes Wasser (35 bis knapp 40 °C) gelegt und anschließend in Töpfe gepflanzt. Je länger der Schnittlauch draußen Kälte aushalten musste, desto kürzer kann die Warmwasser-Behandlung zum Anregen des Treibens sein. Die Schnittlauchtöpfe werden anschließend an einem hellen Platz bei Zimmertemperatur aufgestellt. Damit nicht alle Schnittlauchtöpfe gleichzeitig erntereif sind, kann man wöchentlich oder alle zwei Wochen einen Schnittlauchballen dieser Behandlung unterziehen. So kann man fortlaufend ernten und genießen.

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Die beiden Treibverfahren habe ich während meines Studiums mit Praktikum im Gemüsebau an der Fachhochschule Weihenstephan (heute Hochschule Weihenstephan-Triesdorf) kennengelernt - ich erinnere mich noch gut an den würzigen Lauchgeruch und an die dampfenden Schnittlauchballen nach der Warmwasserbehandlung. Der damalige Betriebsleiter des Instituts für Gemüsebau, Ernst Niller, beschrieb diese Verfahren auch in seinem Buch Der große und der kleine Gemüsegarten*.

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Montag, 8. Dezember 2025

Erdbeeren früher ernten: Verfrühen und Treiben im Kleingewächshaus, Frühbeet und unter Vlies

Erdbeeren - nach jedem Winter freut man sich auf die süßen, saftigen Früchte, vor allem, wenn die aus dem eigenen Garten oder dem Topfgarten auf Balkon oder Terrasse stammen. Mit einem Kleingewächshaus kann man eigene Erdbeeren schon ab April ernten. Aber auch ohne Gewächshaus kann man im Frühbeet oder unter Vlies eine kleine Verfrühung erreichen (zuletzt bearbeitet 08.12.2025).

Erdbeeranbau in Töpfen auf der Terrasse
Die ersten Erdbeeren werden jedes Jahr sehnsüchtig erwartet. Wer ein Gewächshaus, Frühbeet, einen Folientunnel oder eine Vliesauflage hat, kann früher ernten. Aber schon ein warmer Platz (hier auf einer Südterrasse auf einem Tiefgaragendach) beschleunigt die Pflanzenentwicklung.

Manche Erdbeergourmets schätzen an der Erdbeere nicht nur ihre köstlichen Früchte, sondern auch die jungen Blätter – für Salate, Mischgemüse, als Spinat oder in der Maibowle. Auch die pflanzenfressenden Haustiere wie Kaninchen und Schildkröten freuen sich an Erdbeerblättern. Wer die Blätter trocknet, kann sie in der Hausapotheke nutzen: Sie sollen einiger Quellen zufolge als Tee zubereitet das Immunsystem stärken, bei leichtem Durchfall helfen und anderes mehr (siehe unten +++).

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Wer mit der Ernte von Blättern oder Früchten nicht bis zur Freilandernte im Mai warten möchte, verfrüht seine Erdbeeren in einem ungeheizten Gewächshaus, Frühbeet oder im Freien unter Vlies oder führt in einem warmen Gewächshaus die sogenannte Treiberei durch.

Vorbereitung der Erdbeerpflanzen

Vorbereitung
Für die Verfrühung im kalten Gewächshaus, Frühbeet oder für die Treiberei im geheizten Gewächshaus vorgesehene Erdbeerpflanzen werden im Herbst in Töpfe gepflanzt und zunächst in ein Beet im Freien oder im unbeheizten Gewächshaus eingesenkt.

Bei der Auswahl geeigneter Pflanzen achtet man besonders auf die Pflanzengesundheit – die Erdbeerpflanzen sollen gesund und kräftig entwickelt sein. Erfahrungsgemäß eignen sich neu gekaufte oder Pflanzen, die man noch nicht länger als ein Jahr im Garten hat, am besten.

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Zunächst müssen die normalen Herbst-/Wintertemperaturen auf die Pflanzen einwirken, damit durch den Kältereiz die üblichen Winterprozesse in den Pflanzen ablaufen, ohne die sie im Frühjahr nicht zufriedenstellened austreiben und fruchten würden. Lediglich bei Herbst-/Wintertemperaturen unter –5 bis –7 °C werden die Pflanzen mit Reisig o. Ä. geschützt.

Erdbeeren verfrühen

Verfrühen kann man in einem ungeheizten Gewächshaus oder Frühbeet und/oder auch draußen im Beet unter Vlies oder Folie. Zwar kann man die Erdbeeren auch gleich im frühen Herbst ins ungeheizte Gewächshaus oder ins Frühbeet pflanzen (und muss dann im Herbst reichlich lüften), aber da der Platz im Gewächshaus und Frühbeet knapp und kostbar ist und zu der Zeit meist mit Feldsalat, Spinat und anderen Pflanzen besetzt ist, holt man die Erdbeeren erst im Dezember oder sogar später herein, wenn die Herbst-/Wintergemüse etwas Platz gemacht haben.

Im ungeheizten Gewächshaus und im Frühbeet werden die Töpfe in den Boden, größere Pflanzgefäße, in Erdsäcke oder anderes eingesenkt, damit die Wurzeln später vor der Winterkälte geschützt sind. An sonnigen Tagen mit milden Temperaturen muss auch im Winter gelüftet werden. Die Pflanzen müssen bei Bedarf gegossen werden, aber Vorsicht vor Staunässe.

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Wer kein Gewächshaus oder Frühbeet hat, kann seine Erdbeeren im Freilandbeet ab Februar mit Vlies (ersatzweise gelochter oder geschlitzter Folie) überdecken, um die Entwicklung der Pflanzen etwas zu beschleunigen und etwas früher zu ernten. Ab der Blütezeit wird das Vlies tagsüber abgenommen und nachts wieder auf die Pflanzen gelegt.

Je nach Witterung und Pflanzenwachstum wird gegossen und gedüngt, meist ab März. Zur Düngung eignen sich Kompost oder organische bzw. organisch-mineralische Dünger. Am einfachsten ist es, dem Gießwasser etwa alle zwei Wochen einen Flüssigdünger beizugeben - auch Flüssigdünger gibt es inzwischen in Bioqualität und sogar vegan.

Erdbeeren treiben

Für die "richtige" Treiberei benötigt man ein beheizbares Gewächshaus. Etwa Mitte Dezember werden die Töpfe ins temperierte Gewächshaus gebracht beziehungsweise wird mit der Beheizung des Gewächshauses begonnen. Nachtrag: Wer in der Wohnung einen Growschrank mit Zusatzbelichtung hat, kann auch diesen für die Erdbeerverfrühung ausprobieren.

Am besten stellt man die Töpfe auf Tische oder Hängeregale, damit die Erdbeerpflanzen einerseits möglichst viel Licht erhalten und andererseits besser beobachtet und gepflegt werden können.

Die Temperatur wird für die Treiberdbeeren zunächst langsam auf 10 °C, später auf 20 °C erhöht. Die Wurzelballen dürfen in dieser Phase auf keinen Fall austrocknen, regelmäßiges Gießen ist also wichtig, aber ohne dass die Pflanzen im Wasser stehen (Untersetzer ausgießen, wenn man zu viel gegossen hat).

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Durch die Wärme und das Gießen beginnen die Erdbeerpflanzen zu wachsen und benötigen Nährstoffe. In dieser Wachstumsphase werden Erdbeeren in Töpfen am besten mit einem flüssigen Volldünger gedüngt, den man alle ein bis zwei Wochen dem Gießwasser nach Anleitung auf der Packung beigibt.

Die Luftfeuchtigkeit im Gewächshaus/Growschrank sollte während des Treibens nicht zu hoch sein, denn das würde die gefürchtete Grauschimmelfäule fördern. Aus diesem Grund wird möglichst nicht über die Pflanzen gegossen, sondern daneben in den Wurzelbereich und es wird ausreichend gelüftet.

Ab Beginn der Blüte muss für die Befruchtung gesorgt werden. Da um diese Jahreszeit oft nicht genügend Insekten im Gewächshaus sind und wegen der geschlossenen Fenster auch kein Wind die Pflanzen bewegt, muss man ein wenig nachhelfen. Deshalb schüttelt man die Erdbeerpflanzen regelmäßig oder tupft mit dem Haarpinsel von Blüte zu Blüte (beides am besten am späten Vormittag). Etwa ab April sind die ersten Früchte erntereif.

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Erdbeersorten

Zur Treiberei eignen sich vor allem frühe und sehr frühe Erdbeersorten.

Auch wenn die meisten Erdbeersorten zwittrig sind und keine zweite Sorte zur Befruchtung zwingend nötig ist (eine Ausnahme ist die rein weibliche Erdbeersorte 'Mieze Schindler'), kann die Verwendung verschiedener Sorten mit ähnlicher Blühzeit zu reicheren Ernten führen. Und dann heißt es nur noch: Augen zu und genießen!

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+++ Fragen Sie Ihren Arzt, ob die Nutzung/Anwendung für Sie aus medizinischer Sicht empfehlenswert ist.

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