Donnerstag, 7. Mai 2026

Die Eisheiligen - Vorhersage und Schutz

Jedes Jahr das Gleiche: Man guckt, wann die Eisheiligen angekündigt sind, fragt sich, ob sie ihre Termine einhalten werden und ob man mit dem Säen und Pflanzen und dem Ausräumen der frostempfindlichen Kübelpflanzen wirklich auf ihr Vorüberziehen im Kalender warten muss. Mir fehlt es meist nicht nur an Geduld, sondern auch an Platz zum Vorziehen, und ich riskiere es, sie früher ins Freie zu stellen. Meistens habe ich Glück. Mit Tipps, was tun ist, wenn man der Wettervorhersage vertrauend gesät, gepflanzt und ausgeräumt hat und dann kommt der Kälteeinbruch doch? (zuletzt aktualisiert am 21.04.2026)

Auch wenn wir in Oberbayern oft schon im April vor der Apfelblüte stehen - dem phänologischen Zeichen für den Beginn des Vollfrühlings -, ist dies keine Garantie dafür, dass es nachts nicht noch Frost geben kann.
Für die nächste Zeit ist für unsere Region durchwachsenes Wetter angesagt, teilweise mit Temperaturen wenige Grade über 0 °C. Das lädt noch nicht zum Säen und Pflanzen ein - manche weniger empfindliche Kübelpflanzen könnte man aber schon nahe am Haus geschützt aufstellen - wenn man der Wettervorhersage vertraut. Oder doch lieber noch warten?

Frostempfindliche Gemüse, Kräuter und Sommerblumen sollten erst nach draußen, wenn auch die Nächte frostfrei sind. Das ist erfahrungsgemß ab Mitte Mai der Fall. Einige wärmeliebende Arten wie Luffagurken oder Bougainvillea sollten sogar noch länger (etwa bis Anfang Juni) geschützt stehen.


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Rückblick
In manchen Jahren, beispielsweise 2016, konnte ich nicht widerstehen und habe bereits in der zweiten Aprilhälfte auf der Terrasse Tomaten, Salat, Knoblauchrauke und Chili direkt in Kübel und Töpfe ausgesät. Das hatte schon oft wunderbar geklappt - auf meiner warmen Südseitenterrasse hatten die Direktaussaaten die vorgezogenen Pflanzen Anfang des Sommers größtenteils bereits eingeholt. 2016 aber klappte das weniger gut, denn es wurde noch einmal richtig kalt. Und auch 2017 hätte ich Pech gehabt, wenn ich es wieder riskiert hätte, denn wieder folgte eine Kälteperiode auf eine sommerliche Phase. Der Erfahrung nach ist es also sehr unsicher, vor den Eisheiligen Frostempfindliche auszusäen oder auszupflanzen.

Auch dieses Jahr stehe ich wieder vor der Frage: Warten oder nicht? Sicher wissen tut man das immer erst hinterher.

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Das Spätfrost-Risiko
Spätfrost droht vor allem in klaren Nächten, wenn die im Boden gespeicherte Wärme (ohne schützende Wolken) direkt ins All verpufft. In den frühen Morgenstunden ist es meist am kältesten. Die Folgen für frostempfindliche Pflanzen können bei zu früher Aussaat oder Pflanzung groß sein: Keimlinge, Jungpflanzen und sogar größere Pflanzen können einen Schaden davontragen, wenn sie vom Nachtfrost erwischt werden - und davon muss man mindestens bis nach den Eisheiligen ausgehen, eigentlich sogar länger, denn ihre Pünktlichkeit lässt oft genug zu wünschen übrig.

Solche Schäden können sich als Erfrierungen an Blättern, Triebspitzen und Blüten, als direkte Wachstumsstörungen oder als Stressfolgen wie zu frühe Blütenbildung zeigen - abhängig von der Pflanzenart und Sorte. Manche Pflanzen sind empfindlicher als andere: Besonders übel nehmen Kälteeinbrüche beispielsweise Basilikum, Salatgurken, Melonen, Luffa und andere Pflanzen aus warmen Gefilden. Beispiel: Temperaturen unter 14 °C können bei manchen unveredelten Gewächshausgurkensorten Wachstumsstörungen auslösen. Fällt die Temperatur auf 5 °C, erleiden manche Gurkensorten einen Kälteschaden, von dem sie sich nicht mehr erholen. Das bedeutet, Gewächshausgurken sollten nicht zu früh ins ungeheizte Gewächshaus (und erst recht nicht ins Freie) gestellt werden, selbst wenn die Temperatur gerade noch über Null bleibt.

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Die Eisheiligen - wie heißen sie und wann kommen sie?

Die sogenannten Eisheiligen besuchen uns jährlich Mitte Mai - genauer: Wir erwarten sie vom 11. bis zum 15. Mai. Dieser Termin ist eine Bauernregel, die durch jahrhundertelange Erfahrungen und Beobachtungen zustande kam.

Für eine größere Ansicht auf die Grafik klicken!
Die Eisheiligen werden vom 11. bis zum 15. Mai erwartet - 2026 fallen sie auf Montag bis Freitag.
Die Eisheiligen heißen Mamertus (11. Mai), Pankratius (12. Mai), Servatius (13. Mai), Bonifatius (14. Mai) und „kalte Sopie (15. Mai). Allerdings halten sie ihre Termine nicht immer genau ein. Manchmal kommen sie etwas früher, manchmal auch später - bis zu zwei Wochen -, manchmal bleiben sie auch aus.

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Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte im Mai den lokalen (Agrar-) Wetterbericht verfolgen und seine besonders geliebten frostempfindlichen Pflanzen (frostempfindliche Kübelpflanzen, Gemüse, Kräuter und Sommerblumen) erst dann an exponierte Stellen ins Freie stellen, wenn der lokale Wetterdienst keinen Nachtfrost oder Bodenfrost mehr vorhersagt. Erst nach den Eisheiligen plus 2 Wochen kann man (fast) sicher sein, dass es auch nachts - selbst bei sternenklarem Himmel - nicht mehr friert.

Wer vorher sät oder pflanzt, sollte aufpassen: Wenn der Wetterbericht Nachtfröste oder Bodenfröste vorhersagt, ist Schützen und Kübelrücken angesagt.

Aussaaten und frühe Pflanzungen vor Frost schützen

Was also tun, wenn doch noch ein Kälteeinbruch mit Frost kommt?
Für Kleingewächshäuser gibt es Paraffin-/Petroleum-Frostschutzheizungen (die Kundenerfahrungen damit sind unterschiedlich, nicht jeder ist begeistert), elektrische Gewächshaus-Heizlüfter* und schwarze Wasserschlauch-Wärmespeicher, die zwischen die Reihen gelegt werden.

Aussaaten und Jungpflanzen kann man aber auch mit ein oder mehreren Zeitungspapier- (nur nachts), Vlies*- oder Folienauflagen vor Frost schützen - sowohl im Gewächshaus, Frühbeet als auch im Freien. Für die Pflanzen ist es übrigens besser, wenn Vliese oder Folien über Metallbögen gespannt werden, als wenn sie direkt auf den Pflanzen aufliegen.

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Für größere Pflanzen gibt es (Tomaten-)Schutzhauben und Schutzhüllen. Während im Winter bei sehr tiefen Minusgraden vor allem die Wurzeln gefährdet sind. greift der Spätfrost den Neuaustrieb, die Triebspitzen und die Blüten an.



Ich habe das Glück, dass es bei mir auf der Terrasse nah beim Fenster in der Regel im Frühjahr frostfrei bleibt - ich ziehe die Töpfe mit den empfindlichen Aussaaten und Pflanzen bei (verspäteter) Frostgefahr einfach nahe an die Hauswand oder ans Fenster beziehungsweise vor die Terrassentür. Zusätzlich decke ich sie je nach Art und zu erwartender Temperatur nachts eventuell mit Zeitungspapier und tagsüber mit Vlies-/Hauben ab. Gurken und Basilikum hole ich über Nacht herein. Manchmal lüfte ich auch schon am frühen Morgen, damit die Pflanzen noch etwas von der Wärme aus der Wohnung profitieren, bis die Morgensonne mit dem Wärmen beginnt.


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Sonntag, 8. März 2026

Winterportulak – leckeres Winter- und Frühjahrsgemüse

Winterportulak kurz vor der Ernte
Winterportulak sieht nicht nur appetitlich aus, er schmeckt auch hervorragend als Salat oder Gemüse. Man kann ihn im Kübel oder im Beet anbauen und sogar im Winter bis Frühjahr ernten.

Winterportulak (Claytonia perfoliata, Synonym: Montia perfoliata), auch Gewöhnliches Tellerkraut, Postelein oder Kubaspinat genannt, stammt von der Westseite Nordamerikas und gehört zur Familie der Quellkrautgewächse. Bei uns ist die Pflanzenart ein Neophyt, der bereits seit Ende des 18. Jahrhunderts in Europa kultiviert wird. Dennoch: Laut Bundesamt für Naturschutz wird Winterportulak als „potenziell invasive Art (Bebachtungsliste)“ eingestuft (Quelle: BfN-Schriften 731 2025). Man sollte ihn also nach Möglichkeit nicht ausbüxen lassen.

Hinweis: Winterportulak ist nicht mit Sommerportulak (Portulaca oleracea) verwandt, welcher zur Familie der Portulakgewächse gehört!

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Winterportulak ist einjährig, aber winterhart – man kann ihn also im späten Herbst aussäen und im zeitigen Frühjahr ernten. Man kann ihn roh wie Salat zubereiten, als Gemüse (beispielsweise wie Spinat) verarbeiten, Quarkdips zufügen oder als leckere, frische Garnitur verwenden.

Winterportulak nach einer Reihe frostiger Nächte
Winterportulak im lichten Schatten in einem Kübel, etwas mitgenommen nach einer der Frostnächte Ende Februar 2026.

Je nach Wetterverlauf in den Vormonaten kann man Winterportulak vom Vorjahr noch im März ernten. Der Winter-Portulak im Bild oben wurde im Herbst in den Kübel gesät und konnte Anfang März geerntet werden (in milderen Wintern auch früher).


Nach ein paar milderen Tagen und Nächten wirkt der überwinterte Winterportulak sichtlich gestärkt.

Winterportulak anbauen, ernten und lagern
Winterportulak mag feuchten, aber durchlässigen Boden. Er wird von September bis März im Freien, im Frühbeetkasten oder im ungeheizten Gewächshaus ausgesät. Der Samen keimt erst, wenn er Temperaturen unter 12 °C ausgesetzt war.

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Ernten kann man je nach Aussaattermin und Wetterverlauf schon wenige Wochen nach der Ernte bei frostfreiem Wetter. Wenn man nicht zu tief abschneidet, kann man mehrmals ernten. Will man vermeiden, dass sich der Winterportulak im Garten oder in der Natur ausbreitet, schneidet man ihn vor der Blüte ganz ab!

Winterportulak als Garnitur auf einer warmen Pasta-Speise
Ein paar junge Blätter Winterportulak als Garnitur, hier auf einem Pastagericht, geben der Speise einen kleinen Frischekick. Vom Geschmack her erinnert mich ungekochter Winterportulak an Feldsalat, er ist von der Konsistenz her ein wenig "fleischiger".

In einem Glasbehälter mit Deckel* oder in einer Schüssel mit einem feuchten Tuch abgedeckt bleibt er im Kühlschrank bei etwa 4 °C ein paar Tage frisch.

Gesundheitswert des Winterportulaks
Winterportulak enthält Vitamin C, Magnesium, Kalzium und Eisen. Nitratanreicherung ist bei ihm weniger ein Problem (trotzdem sollte man nicht überdüngen), dafür aber Oxalsäure und Oxalat, weswegen man nicht zu große Mengen rohen Winterportulak auf einmal zu sich nehmen sollte.

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Donnerstag, 19. Februar 2026

Ziergräser schneiden - Zeitpunkt und Schneidgeräte: Lampenputzergras und Chinaschilf (Erfahrungen)

Über den richtigen Zeitpunkt des Gräserschnitts bei Ziergräsern und über das richtige Schneidgerät (Schnittwerkzeug) am Beispiel Lampenputzergras (im Kübel) und Chinaschilf (im Beet auf einem begrünten Tiefgaragendach). (zuletzt bearbeitet Februar 2026)

2012 habe ich drei winzige Chinaschilf-Pflänzchen (Miscanthus) in eine flache, mit einigen Löchern versehene Plastikwanne gepflanzt, die ich in den Boden eines begrünten Tiefgaragendaches mit dünner Erdauflage eingesenkt hatte. Innerhalb weniger Jahre sind sie zu einem stattlichen Horst zusammengewachsen.

Der richtige Zeitpunkt zum Gräserschneiden

Ziergräser werden am besten im Frühjahr vor dem Neuaustrieb geschnitten. Jedes Jahr hadere ich wegen des richtigen Zeitpunktes – oft ist es schon früh im Jahr sehr warm und auch nachts mild, in anderen jedoch nicht. Doch so oder so sind bei uns in Oberbayern für die nachfolgenden Wochen noch tiefe Minusgrade relativ wahrscheinlich. Deshalb bereite ich meine Beete erst im Spätwinter/zeitigem Frühjahr auf die kommende Gartensaison vor und nicht etwa schon im Herbst/Winter, wie es traditionell von vielen praktiziert wurde.

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Mein Vorgehen hat vor allem ökologische Gründe und ist meiner Meinung nach nachhaltiger: Insekten wie Schmetterlinge, Marienkäfer und Florfliegen können in und an den Pflanzenresten überwintern, Vögel sich verstecken und Futter picken. Außerdem liegt der Boden nicht nackt dem Herbstregen und der Schneeschmelze ausgeliefert da und er erwärmt sich auch nicht so stark bei den ersten Sonnenstrahlen, was vorzeitiges Treiben auslösen kann (was die Spätfrostgefahr erhöht) und Ähnliches mehr. Inzwischen sind sich immer mehr Menschen dessen bewusst, dass Insekten nicht per se unsere Feinde sind: Nicht nur als Bestäuber unserer Obst- und Gemüsekulturen sind sie wichtig, sondern als Bestandteile eines möglichst robusten Ökosystems (und da nicht zuletzt auch als "Vogelfutter").

Ich peile als Schnittzeitpunkt für meine Ziergräser den März an, richte mich aber nach dem Wetter und der Wettervorhersage für die nächsten ein bis zwei Wochen, denn das Wetter ist erfahrungsgemäß in jedem Spätwinter/Frühjahr anders (Wann beginnen Frühling, Sommer, Herbst und Winter?).

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Einerseits möchte ich nicht zu früh schneiden, denn Regen kann offenen alten Grashalmen zusetzen und dazu führen, dass sich Fäulniskrankheiten im Horst ausbreiten. Außerdem möchte ich, dass sich der Boden um die Gräserhorste erst spät erwärmt und das tut er, solange der Horst nicht geschnitten wurde, damit die Pflanzen ihre Triebe/Halme spät schieben - damit sind diese weniger durch Spätfröste gefährdet. Außerdem möchte ich (mir zuliebe) nicht bei Minustemperaturen schneiden.

Andererseits möchte ich die Pflanzen von ihrer Vorjahreslast befreien, damit sich die neuen Halme schön entfalten können und von Luft umspielt werden. Übrigens, was meiner Meinung nach am Chinaschilf nervt, sind die trockenen, losen alten Blätter, die sich bei Stürmen im Frühjahr über den ganzen Garten verteilen. Das mag in einem Garten, der einem alleine gehört, egal sein, aber im Gemeinschaftsgarten eines Mehrparteienhauses muss man anderen gegenüber begründen können, wieso man Beete erst im Frühjahr "schön macht". Und herumfliegende trockene Halme, die das Gartenbild nicht gerade aufwerten, wenn eventuelle Käufer oder potenzielle Mieter kommen, können den ein oder anderen Eigentümer oder Mieter verärgern. Bisher hatte ich zwar keine Klagen, aber ein wenig unangenehm ist mir das trotzdem.

Nach dem Schnitt bietet das Lampenputzergras keinen schönen Anblick. (Bild vom März 2017, da hatte ich zwei Wochen früher geschnitten - noch kaum Grünes zu sehen. Ich war danach unsicher (wie eigentlich jedes Jahr), ob die Pflanzen wieder austreiben werden.)
Doch schon wenig später hatte das Lampenputzergras seinen Charme zurück.
Im Juli war die "Frisur" vom Frühjahr längst vergessen und das Lampenputzergras im Topf machte eine gute Figur zwischen Stauden und kleinen Gehölzen (fotografiert, bevor die "Bürsten" ausgebildet waren). Dennoch schneide ich in der Regel etwas später als im Jahre 2017, auch wenn dann einzelne frische Halme gekappt werden.
2020 habe ich Lampenputzergras (Pennisetum) und Chinaschilf am 17. und 18. März 2020) geschnitten, da die Wettervorhersage angekündigt hatte, dass es sehr warm werden sollte und sich der Austrieb meiner Einschätzung nach nicht mehr unterdrücken ließ. 2021 schnitt ich bereits am 26. und 27. Februar, 2022 und 2023 erst am 21. März.

Wie so oft, musste ich sowohl 2021 als auch 2022 bis ins Grüne schneiden. Da ich im Vergleich zu vielen Gärtnern und Hobbygärtnern meine Ziergräser meist recht spät schneide, schneide ich nie bis zum Boden zurück, wie man es oft als Empfehlung liest, sondern schneide beim Lampenputzergras etwa 10 bis 15 cm über der Substratoberfläche (im Kübel) und beim Chinaschilf in etwa 20 bis 30 cm Höhe über der Erdoberfläche im Beet ab, je nachdem, wie hoch die frischen Austriebe bereits reichen.

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Vor allem 2021 schob ich Panik nach dem Schnitt, denn es wurden Nachtfröste bis minus acht Grad Celsius erwartet. Zwar kann man in so einem Fall die Beete über Nacht mit Vlies, Zeitung o. Ä. abdecken, aber wenn möglich, erspare ich mir das. Auch das Schnittgut könnte man zum Abdecken verwenden, aber dann muss man hinterher wieder den ganzen Garten nach den alten Pflanzenteilen des Chinaschilfs absuchen, falls etwas mehr Wind bläst.

Undercut unterm Jahr fürs Chinaschilf
2022 war das Chinaschilf besonders stark und dicht gewachsen und die äußerden Halme legten sich nach einem starken Regen um und lagen auf dem Rasen, was für die Personen, die den Rasen mähen, nervig ist. Ich überlegte, dass ein Undercut, wie es Friseure bei sehr üppigem Haar machen, eine Lösung sein könnte und probierte es aus: Ich schnitt im Sommer ringsherum die äußeren 10 bis 15 cm ewa 30 cm über dem Boden ab (der Horst hat inzwischen einen Durchmesser von mehr als 1 m). Die Maßnahme war nach ein paar Tagen überhaupt nicht mehr zu sehen, weil die Blätter immer etwas überhängen, und die Halmstoppeln stützten die verbliebenen langen Halme, so dass sie sich nicht mehr umlegten. Wer es ausprobieren möchte, sollte das vielleicht erst an einer weniger auffälligen Stelle tun, denn möglicherweise reagieren die verschiedenen Sorten und abhängig von den Standortverhältnissen unterschiedlich.

Werkzeuge zum Gräserschneiden

Das Lampenputzergras schnitt ich lange mit einer einfachen manuellen Rasenschere/Rasenkantenschere, die man normalerweise für Beetränder nimmt – da, wo man mit dem Rasenmäher nicht hinkommt. Bei nur einer einzigen Pflanze in einem Kübel, ist das kein Problem, auch wenn diese von Jahr zu Jahr kräftiger wird.

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Beim Chinaschilf habe ich die Halme bis 2019 mit einer kleinen Baumschere (zum Schneiden von Zweigen und dünneren Ästen) gekürzt, was mit dem Wachsen der Horste immer mühseliger wurde und immer mehr Zeit in Anspruch nahm.

Seit 2023 schneide ich sowohl das Lampenputzergras als auch das Chinaschilf überwiegend mit der scharfen Japan-Klappsäge.


Der Schnitt des Chinaschilfes im Spätwinter/Frühlingsanfang lässt den Garten kurzfristig wie ein Schlachtfeld aussehen (die Situation lässt sich etwas verbessern, wenn man den Horst vor dem Schneiden ordentlich mit Gurten zusammenbinden). Aber ein Teil der trockenen Pflanzenteile wird immer abfallen. Einen Teil davon verwende ich als Mulch im Staudenbeet (in der zweiten Reihe, wo man es nicht so sieht und von wo es nicht so leicht davongeblasen werden kann). Alle Schnittsünden werden von Miscanthus glücklicherweise schnell überwuchert.
Ich habe nach Alternativen zu Gehölzscheren (kleine Baumschere, Astschere mit langen Griffen, Heckenscheren etc.) gesucht und 2020 eine Klappsäge als Schneidgerät gekauft und ausprobiert. Wie auch bei anderen Schneidwerkzeugen, nehme ich als Rechtshändlerin jeweils ein Bündel Halme oberhalb der grünen Austriebe fest in die linke Hand und säge (oder schneide) mit der rechten Hand – wobei ich nicht über dem weitesten grünen Halm schneide, sondern über der Masse der grünen Halme, falls der Austrieb schon etwas fortgeschritten ist, wie es 2022 war (einzelne junge Halme werden dabei gekürzt, aber das fällt nicht auf und verwächst sich sofort).

Bis einschließlich 2019 habe ich den Chinaschilf-Horst komplett mit der kleinen Baumschere geschnitten, was sehr mühselig war. 2020 habe ich zum ersten Mal eine scharfe Säge ausprobiert und war mit ihr bisher sehr zufrieden: Ich habe weniger Zeit gebraucht und meine Sehnen und Gelenke wurden so gut wie gar nicht beansprucht. 
Die getestete Säge (eine Tajima GKG240 Klappsäge*, Werbelink) hat sich als sehr scharf und einfach zu nutzen erwiesen. Ich persönlich bin mit ihr sehr zufrieden: Mit der Arbeit war ich viel schneller fertig als in früheren Jahren mit meiner "Zweigschere" und ich bekam daher auch keine Probleme mit meinen Händen, Handgelenken oder Sehnen. Wie lange sie so schön scharf bleibt, kann ich nicht sagen. Aber da ich sie nur einmal im Jahr für wenige Pflanzen benötige, sollte sie ein paar Jahre gut funktionieren. Übrigens hatte ich auch eine Astschere erwogen, wie von einigen empfohlen wird, aber da man die nur beidhändig bedienen kann, scheint sie mir keine ideale Möglichkeit, so üppige Ziergräser wie meinen Chinaschilfhorst (der aus drei winzigen Einzelpflanzen entstanden ist) zu schneiden. Möglicherweise wäre sie aber bei manchen Bambusarten oder anderen starken Ziergräsern ein geeignetes Werkzeug (vielleicht auch, wenn man den Horst vorher fest zusammenbindet).

Auch 2021, 2022 und 2023 hat der Einsatz der scharfen Säge den Schnitt zu einer zügigen Angelegenheit gemacht. Die Gehölzschere kam nicht mehr zum Einsatz.

Ich schneide meine beiden Ziergräser, Chinaschilf und Lampenputzergras, seit ich sie 2012 gepflanzt habe, auf die beschriebene Weise. Sie haben mir bisher alles verziehen und sich im Laufe der Jahre sehr schön und gesund entwickelt. Auch 2020, 2021 und 2022 haben sie nach dem Schnitt wieder stark ausgetrieben. Schon nach kurzer Zeit war von den alten Halmen des Vorjahres nichts mehr zu sehen.

So sah das Chinaschilf im Juli 2020 (im Hintergrund) aus. Das Kürzen der Halme mit der Säge hat ihm nicht geschadet. Der Neuaustrieb hat wie immer alte Pflanzenreste überwuchert.


Nachtrag: Meine Werkzeug-Evolution ging weiter

In Videos bei YouTube hatte ich den Schnitt von hohen Gräsern mit einer elektrischen Heckenschere/Akkuschere gesehen. Das sah zumindest im Video sehr einfach und zeitsparend aus. Beide Gärtnerinnen schnitten die Miscanthus-Horste wie ich im Frühjahr vor dem Austrieb, wenn die Halme vom Vorjahr strohig trocken sind. Die Techniken waren verschieden: Die eine Gärtnerin, deren Horst noch nicht sehr dicht und üppig war, schnitt die Halme etagenweise, oben beginnend, immer 20 bis 30 cm unter der aktuellen Höhe ab, bis sie nahe der Bodenoberfläche angelangt war. So konnte sie das Schnittgut gleich als Mulch verwenden. Eine andere mit mehreren, sehr großen Miscanthus-Horsten band die Horste von jeweils knapp 1 m Durchmesser zuerst mit einem Band fest zusammen, schnitt sie dann sehr tief unten mit einer elektrischen Heckenschere ab und transportierte das jeweilige große Bündel mit einer Schubkarre ab.

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Inspiriert von den beiden GärtnerInnen bei YouTube und einem Tweet von Tom im Garten bei Twitter (heute X - bin nicht mehr dort) hätte ich mir zwar gerne auch eine große Akku-Heckenschere gekauft, aber da ich praktisch nur einmal im Jahr einen großen und einen sehr kleinen Horst schneide, war mir das zu teuer. Allerdings sah ich beim Recherchieren Kombi-Sets, die aus einem Akkugerät, einem verkürzten Heckenschere-Aufsatz und einem Rasenkantenscheren-Aufsatz bestanden. Ich bin das Risiko eingegangen und habe mir ein sehr günstiges 2-in-1-Set von Shall bei Amazon.de* gekauft - zwei Fliegen mit einer Klappe, denn nicht nur das Chinaschilf-Schneiden, auch der Rasenkantenschnitt hat meine Sehnen und Gelenke immer recht mitgenomen - nicht sehr gut, wenn man von Berufs wegen auf die Hände angewiesen ist.

SHALL Akku-Grasschere und Heckenschere: 2 in 1 plus Handschere*. Allzu viel darf man von einem solchen Mini-Kombi-Gerät natürlich nicht erwarten. Doch mir ist es eine große Hilfe - zum Teil beim Ziergräserschnitt im Frühjahr - vor allem beim Nachfriseren, außerdem beim Undercut im Sommer, aber noch mehr beim Rasenkantenschneiden ums Beet und um die Terrasse.


2023 habe ich das neue Akkugerät mit Heckenscheren-Aufsatz zum "Nachfrisieren" des Chinaschilfhorstes nach dem Schneiden mit der Säge benutzt. Das hat ganz gut geklappt.

2024 habe ich den Heckenscheren-Aufsatz im Frühjahr zum Einkürzen eines Teils des Chinaschilfhorstes sowie zum Nachfrisieren nach dem Klappsägeschnitt im März eingesetzt.

Frisch frisiert: Chinaschilfhorst
2025 habe ich bereits Anfang März geschnitten, wieder zuerst mit der Klappsäge, dann mit dem Rasenkantenscheren-Aufsatz des Mini-Akkugerätes nachfrisiert. Ich plane auch dieses Jahr einen Undercut - dieses Mal besonders tief, in der Hoffnung den Horst eher klein zu halten.


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