Mittwoch, 19. Juni 2019

Das Kleingewächshaus, die fünfte!

Ich freue mich über die fünfte Auflage vom Buch Das Kleingewächshaus - Technik und Nutzung*, erschienen beim Ulmer Verlag. Das Buch ist mein ältestes "Buchbaby" - die Schwangerschaft forderte damals alles von mir und bei der Geburt 1996 war es ein ganz schöner Brocken. Aber es war die Mühe wert: Das Riesenbaby wurde mit offenen Armen begrüßt und half offenbar vielen Menschen bei der Anschaffung und Nutzung ihrer Kleingewächshäuser. Seit damals wurde es von uns mehrmals überarbeitet und aktualisiert und erscheint nun in der fünften Auflage.

Für mehr Hintergrund hier weiterlesen!

Das Buch Das Kleingewächshaus - Technik und Nutzung* ist überall im örtlichen Buchhandel, beim Ulmer Verlag sowie in allen Online-Buchshops erhältlich.

Das Kleingewächshaus*
Technik und Nutzung

Eva Schumann/Gerhard Milicka 
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart: 5. Auflage (13. Juni 2019)
ISBN 3-8186-0822-9
-> Online-Bestellung*



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Mittwoch, 5. Juni 2019

Tomaten entblättern – so geht das!


Buschtomaten und Balkonkastentomaten/Minisorten
müssen nicht entblättert werden
Von gesunden Tomatenpflanzen und reicher Ernte von leckeren Tomatenfrüchten träumt jeder Gärtner/Balkongärtner, Selbstversorger und Urban Gardener.

Das Entblättern der Tomatenpflanzen ist eine Maßnahme, die – wie auch das Ausgeizen – im Erwerbsgartenbau beim Anbau von hochwachsenden Tomatensorten vorgenommen wird. FreizeitgärtnerInnen mit Kleingewächshaus oder Tomaten an windstillen Standorten sollten die Maßnahme ebenfalls erwägen.

Tomaten entblättern – warum?

Die Tomatenblätter im unteren Bereich von Stabtomaten werden entfernt, um
  • die Durchlüftung des Pflanzenbestandes zu verbessern und so die Pflanzengesundheit zu fördern, denn im feuchten Milieu siedeln sich Pilzkrankheiten leichter an,
  • ein Gleichgewicht zwischen Laub und Früchten zu schaffen, sodass möglichst viele Früchte reifen können, ohne dass Dünger für überflüssige Blätter verschwendet wird.

Tomaten entblättern im Hobbygartenbau

Das Entblättern von Tomaten macht auch im Hobbygartenbau Sinn. Während es bei niedrigen Topftomaten und mittelhohen Buschtomatensorten reicht, kranke oder verfärbte Blätter wegzuzupfen, damit sich Krankheiten nicht ausbreiten, ist es bei hochwachsenden Stabtomaten (hohe Sorten, die eine Stütze benötigen und beispielsweise an einem Spalier, Schnüren, spiralförmigen oder einfachen Stäben hochgeleitet werden) ratsam, den unteren Bereich nach und nach zu entblättern.

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Tomaten entblättern – so geht das!

Falsch: das Laub einer Tomatenpflanze komplett entfernen
Richtig: kranke und verfärbte sowie überflüssige Tomatenblätter im unteren Bereich entfernen

In der Praxis werden bei hohen Stabtomaten die unteren 30 bis 50 cm des Stängels nach und nach entblättert, manchmal auch mehr, wenn die Pflanzen sehr groß sind - vor allem im Gewächshaus wegen der längeren Kulturzeit.
  • Die Blätter im unteren Bereich werden oft gelb oder gemasert, weil der obere Teil der Pflanze lösliche Nährstoffe „absaugt“, um sie oben für neuen Zuwachs zu nutzen. Manchmal sind aber auch Pilzkrankheiten (Grauschimmel) oder Befall mit Schädlingen (Weiße Fliege, Blattläuse) die Ursache für das Verfärben und Verwelken der Tomatenblätter. So oder so werden diese unteren Blätter bei aller Pflege nicht mehr schön, wenn sie einmal geschädigt sind, und können entfernt werden.

Bei dieser Stabtomate im Kübel werden die gelben Blätter im unteren Bereich entfernt. Nach und nach wird der Tomatenstängel so von unten nach oben, aber nur bis zu einer Höhe von 30 bis 50 cm, entblättert.
Allerdings sollten beim Tomatenpflanzenentblättern keine Blätter oberhalb einer Blüten- bzw. Fruchttraube entfernt werden, denn diese sollen möglichst nicht der prallen Sonne ausgesetzt werden. Ausnahme: Wenn die Blätter extrem krank sind, ist der Sonnenbrand das geringere Gesundheitsrisiko.

Die Tomatenpflanzen der Stabtomaten-Sorten werden also nach und nach von unten nach oben bis am Ende zu einer Höhe von 30 bis 50 cm entblättert. Dadurch wird der Pflanzenbestand besser belüftet, Tau, Regen oder Gießwasser können schneller abtrocknen, wodurch sich Pilzkrankheiten nicht so leicht ausbreiten können (Pilzsporen keimen nur bei Feuchtigkeit auf den Blättern).

Mein Tomatenbuch (Tomatenbuch-Tipp)

Tomaten für Garten & Balkon
Eva Schumann
Verlag Eugen Ulmer
ISBN: 978-3-8001-8269-5

erhältlich im Buchhandel und
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Donnerstag, 30. Mai 2019

Tomate 'Maglia Rosa' im Topfgarten-Test

Tomate 'Maglia Rosa'.
Die Früchte sind etwa so groß wie eine Zwetschge.
Ich liebe Tomaten - als Pflanzen und als Gemüse. Und obwohl ich nur wenig Platz für den Gemüse- und Kräuteranbau auf meiner Terrasse habe, baue ich jedes Jahr auch Tomaten an - mal die kleinwüchsigen Balkontomaten im Topf, mal höhere Stabtomaten im Kübel. 2014 Jahr hatte ich mich für eine, mir bis dahin unbekannte Buschtomaten-Sorte entschieden: Tomate 'Maglia Rosa'. (Artikel von 2014 aktualisiert)

Ich habe die Tomate damals als Jungpflanze im Internet bestellt. Schon bei ihrer Ankunft wirkte sie zarter, als ich es gewohnt bin, aber sie war gesund. Ich pflanzte sie in den vorderen Teil eines großen Kübels, dahinter säte ich Stangenbohnen 'Blauhilde' aus, die an einem Spalier hochranken sollten. Unvorhergesehenerweise tauchte auch noch eine Kapuzinerkresse im Kübel auf.

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Tomate, Stangenbohnen und Kapuzinerkresse wuchsen auf meiner Südseitenterrasse gemeinsam im Kübel sehr gut, sie haben zusammen aber auch einen hohen Nährstoff- und Wasserbedarf.

Tomate 'Maglia Rosa' wenige Wochen nach der Pflanzung

Die Tomate 'Maglia Rosa' wurde zwar nicht, wie in ihrem Porträt angegeben, bis zu 1,50 m hoch, sondern sie stoppte ihr Längenwachstum bei etwa 90 cm. Aber sie bildete viele Nebentriebe und sehr viele ihrer kleinen, länglichen Früchte.

Die Blätter der 'Maglia Rosa' sind weicher und zarter als die der Tomatensorten, die ich bis dahin ausprobiert hatte. Meinem Eindruck nach konnte ihnen direkte Sonneneinstrahlung und Hitze durchaus zusetzen, weswegen ich der Tomatenpflanze (und mir) während der Hitzetage im Juli einen Sonnenschirm aufspannte.

Während der nachfolgenden Regenfälle wurde die Pflanze oft nass und die Feuchtigkeit hielt sich über Stunden auf den Blättern. Aber obwohl ein Kartoffelfeld südwestlich von der Terrasse liegt, wurde sie bis heute (Stand: Mitte August) nicht krank. Ich bin gespannt, ob sie ganz oder wie lange sie von der Kraut- und Braunfäule verschont bleibt.

Die Buschtomate 'Maglia Rosa' trägt reichlich Früchte.
Inzwischen beginnen die Früchte der 'Maglia Rosa'-Tomate mit der Reifefärbung und diese Woche konnte ich sogar die ersten ernten (Bild oben rechts).

Die Fruchtfarbe der reifen Frucht ist ein helles Rot mit einer leichten hellen Flammung. Den Geschmack der 'Maglia Rosa' stufe ich persönlich bei gut bis sehr gut ein. Früh geerntet empfand ich das Frucht-Süße-/Säure-Verhältnis als sehr angenehm, mit zunehmender Vollreife wird sie milder im Geschmack und ein klein wenig mehlig.

Die Tomate 'Maglia Rosa' eignet sich meiner Meinung nach als Snack- und Salattomate. Zum Kochen ist sie fast ein wenig zu schade.


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Nachtrag:
Inzwischen habe ich herausgefunden, dass die Tomatensorte 'Maglia Rosa' von Fred Hempel in Sunol/Kalifornien gezüchtet wurde. Vertrieben wird sie in den USA von Artisan Seeds, dem zu seiner Baia Nicchia Farm gehörigen kleinen Züchtungsunternehmen. Die Sorte 'Maglia Rosa' ist samenecht. Samen und Jungpflanzen kann man auch über Tauschbörsen und Saatgut/Pflanzen-Shops in Deutschland im Internet kaufen - einfach eine der vielen Suchmaschinen benutzen.

Mein Tomatenbuch (Werbung in eigener Sache)


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Tomaten für Garten und Balkon*
auswählen - anbauen - genießen
Eva Schumann
Ulmer Verlag

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Sonntag, 26. Mai 2019

Engerlinge vom Rosenkäfer und anderen Blatthornkäfern im Garten und auf dem Balkon

Querverweis zu meinem anderen (Garten-)Blog

Ich habe in den vergangenen Jahren mehrmals im späten Frühjahr Engerlinge in meinen Kübeln gefunden - sie ernährten sich offensichtlich von den Wurzelresten der Gemüse, die darin im Jahr davor gestanden hatten. Dieses Jahr habe ich einen solchen Engerling gefilmt, die Käferart, dessen Larve er war, anhand seines Äußeren und seiner Art der Bewegung bestimmt und dann über Engerlinge im Garten und im Topfgarten auf Balkon und Terrasse gebloggt.



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Montag, 20. Mai 2019

Rosen im Kübel - Erfahrungen, Pflege- und Überwinterungstipps


Rosen im Kübel - hier die Rose 'Lavender Dream' ®
Rosen gedeihen wunderbar im Kübel und eignen sich auch für einen Topfgarten auf dem Balkon oder der Terrasse. Wenn man ein paar Dinge beachtet, klappt auch die Überwinterung. (aktualisiert am 20.5.2019)

Darf ich vorstellen: Das ist meine Rose 'Lavender Dream' ® - ein neues Pflanzenmitglied in meinem Topfgarten

Die Rose 'Lavender Dream' ® ist eine niedrig wachsende, reich blühende Bodendeckerrose. Ich habe sie im Herbst 2013 gepflanzt. Schon im ersten Frühjahr bildete sie lange Blütentriebe mit reichem Knospenbesatz und ich war gespannt, wie ihre Blüten wohl in Natur aussehen würden, denn ich hatte sie im Internet nach einem Bild gekauft. Ich war auf der Suche nach einer ganz bestimmten Art Rose gewesen: Sie sollte niedrig wachsen und sich für die Kultur im Kübel eignen, reich blühen, gerne ein wenig über den Topfrand hängen und eine Art "Wildrosen-Look" haben, damit sie zu meinem direkt angrenzenden, neuen Staudenbeet mit Prairieflair passte. Vor allem aber wollte ich - schon aus Gründen der Nachhaltigkeit -, dass sie viele Jahre in ihrem Kübel wächst und gedeiht.

Rosen im Kübel - Pflegetipps

Nach dem ersten Winter hatte die Rose zunächst nicht glücklich ausgesehen und ich hatte schon meine Zweifel gehabt, ob es eine gute Idee gewesen war, sie im Herbst zu kaufen und im Kübel draußen zu überwintern. Doch ich schnitt sie im Frühjahr zurück (wetterbedingt erst Anfang April) und von da ab begann sie, sich während des warmen Frühlings gut zu entwickeln. Ich düngte sie (mit einem organischem Tomatendünger, den ich für fast alles, was blühen oder fruchten soll, hernehme: 7% Stickstoff, 3 % Phosphat und 10 % Kalium) und achtete auf eine gute Wasserversorgung (alle paar Tage durchdringend gießen - auch, um eventuelle Ameisen aus dem Kübel zu vertreiben).

Anfang Juni des ersten Jahres waren die Triebe und Knospen der Rose, wie auch die meiner Dahlien, ziemlich stark mit Blattläusen befallen. Doch da es sich bei meinem Topfgarten ja nicht um Felder, sondern um eine überschaubare Menge an Pflanzen in Töpfen oder Kübeln handelt, habe ich die Blattläuse nur gelegentlich mit den Fingern abgestreift. Bald stellten sich auch schon die ersten Nützlinge ein, so dass keine weitere Blattlausbekämpfung mehr notwendig war (-> Blattläuse bekämpfen).

Blühte 2013 fast zeitgleich mit der Rose im
Kübel: Gartensalbei Salvia nemorosa 'Ostfriesland'
Mitte Juni begannen die Knospen aufzubrechen und innerhalb weniger Tage wurde die Rose im Kübel zu einem schönen Farbtupfer mit guter Fernwirkung. Die Farbe meiner Kübelrose ist kräftiger als erwartet, sie ist stärker gefüllt und ich hatte mit einem fließenderen Farbübergang von innen nach außen, von Weiß nach Rosa, gerechnet. Auch den versprochenen leichten Duft konnte ich bisher nicht feststellen - das liegt aber vielleicht auch daran, dass der organische Dünger seinen eigenen Geruch verströmt und den Rosenduft möglicherweise übertönt.

Aber auch wenn meine Rose im Kübel nicht ganz meinen ursprünglichen Vorstellungen, die ich von Rose 'Lavender Dream' ® hatte, entspricht (man vergleiche die Bilder der Anbieter im Internet mit dem meinen von gestern, siehe oben), habe ich große Freude an ihr, denn sie bringt frische Farbe zur rechten Zeit - übrigens fast zeitgleich mit dem Gartensalbei Salvia nemorosa 'Ostfriesland', der fast daneben im Staudenbeet steht. Ich wünschte nur, dass die Blüten hitzeverträglicher wären. Ihr täte ein Platz im lichten Schatten wahrscheinlich besser als der heiße, trockene Standort, den sie bei mir hat: in voller Sonne, vor einer Südwand, die sich aufheizt, auf einem Tiefgaragendach.
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Gärtner Pötschke - wo Qualität und Freude sich verbinden

Rosen im Kübel überwintern

Ich habe meine Rose 'Lavender Dream' ® im Oktober 2012 erhalten, sofort in einen großen Terracotta-Kübel in Blumenerde gepflanzt und die Rose im Kübel im Freien - in etwa einem Meter Entfernung vom Haus - überwintert.

Die Überwinterung hat, wie man oben rechts sieht, im vergangenen Winter
Rose im Kübel: Polyantharose 'La Sevillana'
sehr gut geklappt. Das war nicht immer so: Die Vorgängerin meiner jetzigen Rose im Kübel war die buschig wachsende, rote, gefüllte Polyantharose 'La Sevillana'. Sie gedeihte wunderbar, doch sie hat ihren zweiten Winter bei mir im Kübel nicht überlebt. Allerdings bin ich mir heute ziemlich sicher, dass es nicht die tiefen Fröste der oberbayerischen Winter waren, die der Rose im Kübel geschadet haben, sondern eher die Trocknis in den Spätwintertagen, wenn die Pflanze oberirdisch bereits verdunstet, weil die Sonne darauf scheint, aber das Wasser im Boden noch gefroren ist.

Jedenfalls achte ich inzwischen darauf, auch im Winter bei Bodenfrost an sonnigen Tagen vorsichtig ein wenig zu gießen - genauso wie bei den Stauden und anderen Gehölzen, die ich versuchsweise auch im Kübel kultiviere. Fast alle überstehen ihre Winter bei mir inzwischen gut.


Rose im Kübel im Dezember
bei geschlossener Schneedecke
Wer dennoch Angst vor Frösten hat, kann die Rosen im Kübel über den Winter im Boden versenken, sie in ein unbeheiztes Gewächshaus stellen (bringt etwa 5 °C im Winter) oder aber einen Topfschutz für Kübelpflanzen um den Kübel mit der Rose anbringen.

Rose im Kübel im November
bei Reif


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Nachtrag 5. Juni 2015
Die Bodendeckerrose 'Lavender Dream' hat sich recht gut eingelebt in ihrem Kübel. Sie hat sehr viele Knospen, das Laub ist pilz- und schädlingsfrei (wenn ich mal Blattläuse sehe, wasche ich sie mit Wasser ab). Was sie allerdings nicht so mag, ist trockene Hitze - dann verblühen die einzelnen Blüten leider recht schnell.

Nachtrag 20. Mai 2019
Die ursprüngliche Bodendeckerrose 'Lavender Dream', die ich im Herbst 2012 in ihren Kübel gepflanzt habe, gedieh bis 2017 sehr gut. Dann aber begann sie zu schwächeln und zeigte im Frühjahr 2019 kaum noch Wuchskraft. Ich habe sie im Mai schließlich schweren Herzens ersetzt. Trotzdem bin ich sehr zufrieden, denn immerhin war sie fünf Sommer lang eine Freude und ein Beispiel dafür, dass mehrjährige Pflanzen wie Stauden und Gehölze durchaus eine nachhaltige Alternative zum einjährigen Sommerblumenflor des Beet- und Balkonsortiments sein können.



Buchtipp:
Blumen, Gemüse & Kräuter, Stauden und Gehölze in Töpfen und anderen Pflanzgefäßen anbauen und so Balkone, Terrassen, Dachterrassen, Eingangsbereiche verschönern und/oder für den Selbstversorgeranbau nutzen. Standortgerecht Gartenträume wahrmachen - vom ansprechenden Eingangsbereich über Duft-, Bienen-, Künstlerbalkon bis zur Wohlfühloase und/oder Selbstversorgerterrasse auf dem Dach.

Gärtnern in Töpfen:*
Balkon und Terrasse mit Pflanzen gestalten*
Eva Schumann
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 1. Auflage (2019)
Taschenbuch/Klappenbroschur, 128 S.,
86 Farbfotos, 3 Farbzeichungen, 17 Tabellen
ISBN 3-8186-0635-8


Das könnte Sie auch interessieren:

-> Mehrjährige Pflanzenfreude auf Balkon und Terrasse (tinto bloggt)
-> Mehr Webseiten und Blogs mit Gartentipps
-> Gartenprobleme (Ameisen, Blattläuse, Rosenrost und anderes)

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Sonntag, 12. Mai 2019

Schöner Garten das ganze Jahr

Seit der Garten zum erweiterten Wohnraum wurde, soll er auch das ganze Jahr schön sein, nicht nur in den Sommermonaten. Aber wie stellt man das an? Hier ein paar Tipps.

Leitidee für den Garten

Bei der Gestaltung des Gartens oder eines Gartenbereichs ist es hilfreich, sich an einer Leitidee zu orientieren, die im Idealfall zum Haus, seinen Bewohnern und zur Umgebung passt und zu der auch die Gartenmöbel und die Gartendeko* passen. Von welcher Art Garten fühlt man sich am besten repräsentiert: von einem Naturgarten, Bauerngarten, kreativem Künstlergarten, verwunschenem Märchengarten? Oder will man modern und minimalistisch herüberkommen? Oder mit Farbenpracht und Opulenz beeindrucken? Und ist das auch der Garten, in dem man entspannen oder feiern möchte?

Bedürfnisse der Pflanzen

Wenn Pflanzen zu ihrem Standort passen, werden sie von Jahr zu Jahr schöner.
Egal, welchen Stil man wählt: Wer sich späteren Ärger mit Krankheiten und Schädlingen ersparen will, achtet bei der Pflanzenauswahl darauf, dass sie zu den gegebenen Lichtverhältnissen, zum Klima und zum Boden passen. An Schattenplätze sollte man nur Pflanzen setzen, die es lichtarm vertragen, Sonnenhungrige erhalten einen sonnigen Platz. An zugige Plätze gehören nur solche Pflanzen, die auch an ihrem Naturstandort Wind ausgesetzt sind, das gilt entsprechend auch für die Salzhaltigkeit der Luft. Auch der Boden spielt natürlich eine Rolle: Ist er wasserdurchlässig und neigt zu Trockenheit oder feuchtigkeitspeichernd? Ist er sauer, neutral oder basisch?

Man sollte daran denken, dass Pflanzen nicht einfach Dekoration sind, sondern sich über viele Jahre, oft Jahrtausende, an bestimmte Standorte angepasst haben und überall dort gut gedeihen, wo es so ähnlich ist.

Schöner Garten zu jeder Jahreszeit

Ein Tipp, damit der Garten immer einen guten Eindruck macht: Highlights für jede Jahreszeit setzen!

Zum Spätwinter und Frühjahr gehören Krokusse, Narzissen, Tulpen und andere Frühblüher, die im Herbst davor als Zwiebeln gepflanzt werden. Verstreut gesetzt vermitteln sie ein Bild von Natürlichkeit. Mehr Eindruck macht geballte Farbkraft an nur wenigen ausgesuchten Plätzen.

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Bei den Sommerblühern sollte die Blütezeit etwas voneinander versetzt liegen, sodass immer ein Hingucker da ist, der dem Garten Glanz verleiht - und die Bienen freuen sich auch über den beständigen Futternachschub. Einzelne Gehölze, Gräser oder Stauden mit dunklem Laub lassen den Garten lebendiger wirken.

Herbstblüher wie Alpenveilchen, Herbstzeitlose, Winterkrokus und Astern, Gehölze mit Fruchtschmuck im Herbst wie Feuerdorn und Zierapfel oder solche mit intensiver Laubfärbung im Herbst wie Ahorn, Eberesche, Amberbaum und Birke zaubern eine schöne Herbststimmung. Im Trend liegen auch Lampenputzergräser und Chinaschilf, deren wogende Halme und Blütenstände einem Staudenbeet oder einem Bereich eine besondere Ausstrahlung verleihen.

Die leuchtenden Früchte des Feuerdorns setzen im Herbst schöne Akzente in Rot, Orange oder Gelb und bieten Vögeln reichlich Winterfutter. Seine Dornen schützen Vogelnester vor Hunden, Katzen und Mardern.
Winterblüher wie Winterschneeball, Seidelbast, Zaubernuss, Winterjasmin, Christrose und Winterheide sowie der Reif an strukturgebenden Gehölzen, Stauden und Gräsern verwandeln den Garten in ein Winterwunderland.

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Zeit im Garten genießen

Gartenarbeit macht glücklich, aber der Garten kann noch mehr zur Erholung beitragen: lauschige Plätze zum Innehalten bieten, ein Ort für das Zusammentreffen der Familie und zum Feiern mit Freunden sein. Gartenmöbel und die Gartendeko* gibt es in unzähligen Stilrichtungen von traditionell über Lounge-Stil bis Vintage ("Retrolook") und "Upgecyceltem" wie selbstgemachte Möbel aus alten Paletten.

Wenn man sich bei der Auswahl der Gartenmöbel, Pflanzgefäße und Gartendeko an seine Leitlinie erinnert, schafft man stimmige, einladende Bereiche zur Erholung und zum Feiern.
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Hochbeete - worauf kommt es an?

Man könnte meinen, die Auswahl eines Hochbeets sei nur eine Frage des Geschmacks und des Portemonnaies. Aber es gibt viele andere sehr wichtige Aspekte. (2019 überarbeitet)
Eine Ausstellung von Hochbeeten und Hügelbeeten findet man
 in der Kleingartenanlage Weihenstephan.

Unter einem Hochbeet versteht man üblicherweise einen Behälter mit Pflanzenabfällen (grüne und verholzte, manchmal etwas Stroh) in verschiedenen Zerkleinerungen oder Zersetzungsstadien, die mit reifem Gartenkompost und Erde abgedeckt und dann bepflanzt werden. Solche Garten-Hochbeete sitzen direkt auf dem gewachsenen Boden auf oder sind sogar etwas in den Boden eingelassen (siehe Anleitung Hochbeet bauen). Sie sind nach unten durchlässig, sodass überschüssiges Wasser (zu viel Regenwasser, Gießwasser sowie Wasser, das bei der Zersetzung von organischem Material frei wird) nach unten abfließen kann. Bei überdachten Aufstellplätzen ist das nicht zwingend nötig - allerdings sollte man trotzdem im Behälter eine Dränageschicht im unteren Bereich vorsehen und eventuell einen Wasserüberlauf oberhalb der Dränage anbringen.

Aber nicht nur das Wasser kann zwischen Boden und Hochbeet zirkulieren, auch Bodenlebewesen können auf- und absteigen, nur vor der Zuwanderung von Mäusen, Wühlmäusen und Maulwürfen sollte man das Hochbeet durch ein Drahtnetz schützen.

Wenn nach ein paar Jahren der Inhalt des Hochbeetes komplett zersetzt und zu reifem Kompost geworden ist, kann man ihn herausschaufeln und als Dünger und Bodenverbesserer im Garten verteilen. Wie mit anderem Kompost auch, erhöht man so die Bodenfruchtbarkeit.

Hochbeete kann man als Bausatz kaufen, komplett selbst planen und bauen oder sie nach eigenem oder einem fremden Plan bauen lassen. Üblich sind Konstruktionen aus Holz, (Holz kombiniert mit) Metall, Kunststoff-Stecksysteme und gemauerte Hochbeete.

Hochbeet - die wichtigsten Entscheidungen, Aspekte:
  • Wie groß soll das Hochbeet sein?
     Die Breite und die Höhe sind nicht nur wegen des bequemen Arbeitens wichtig, sondern auch wegen des Drucks, den das Erd-/Kompostvolumen auf die Wände ausübt. Je höher und je breiter das Hochbeet, desto größer wirkt der Druck nach außen. Manche Stecksysteme aus Kunststoff können diesem Druck nach einigen Jahren nicht genug entgegensetzen - zum Beispiel, wenn ihnen extreme Temperaturen im Sommer und Winter zuschaffen gemacht haben. Aber auch eigene Konstruktionen aus anderen Materialien können instabil werden, wenn z. B. nicht genügend Stützpfosten an die Längsseiten platziert werden, diese nicht tief genug gesetzt werden oder zu schnell verrotten.
  • Die Größe des Hochbeetes spielt auch bei der Kompostierung im Inneren eine Rolle: Nur bei einem größeren Behälter reicht die Füllmenge an organischem Material, damit nennenswert Wärme bei der Zersetzung entsteht (für den Frühjahrsanbau mit "warmen Füßen" dank Kompostierungsvorgängen im Gewächshaus oder Frühbeet). 
  • Langlebigkeit des Hochbeets
    Ob man sich ein Hochbeet aus Stein, Holz, Holz mit Metall, Kunststein (Verbundmaterial) oder aus einfachem Kunststoff zulegt, sollte man nicht nur vom Preis, von der Optik und der Einfachheit des Aufbaus abhängig machen, sondern auch von der Lebensdauer, die man von seinem Hochbeet erwartet. Für jemanden, der vielleicht nur zwei Jahre ein bestimmtes Beet oder einen Garten zur Verfügung hat, für den reicht möglicherweise eine provisorische, mobile und/oder preiswerte Lösung aus Kunststoff oder (Abfall-) Holz, aber für einen Garten, an dem man sich dauerhaft erfreuen will, wird man lieber auf die Langlebigkeit und damit Nachhaltigkeit von gemauerten Hochbeeten oder Hochbeeten aus hochwertigem Holz setzen. Die Langlebigkeit ist allerdings nicht nur vom Material, sondern auch von der dauerhaften Stabilität der Konstruktion (beispielsweise durch ausreichende Stützung an den langen Seiten) abhängig.

    Tipp: Ein Hochbeet aus Holz hält länger, wenn die Seitenwände innen mit Folie ausgekleidet werden.
  • Kann und will ich das Hochbeet selbst aufbauen?
    Ein Hochbeet zu bauen, erfordert je nach Hochbeet-Art nicht nur handwerkliche Fähigkeiten (Mauern, Sägen, Verbinden von massivem Holz gehören u. Ä.), sondern auch körperliche Kraft (Rasensoden abtragen, Holz oder Steine schleppen, Erde schaufeln usw.). Glücklich ist, wer eine/n HandwerkerIn im Haus und freiwillige HelferInnen hat. Ansonsten kann man aber auch ein Unternehmen/Fachfirma aus dem Galabau (Garten- und Landschaftsbau) beauftragen. Tipp: Wenn Sie wegen des leichteren Materials und der praktischen Steckbauweise einen Bausatz aus Kunststoff oder anderem Material in Erwägung ziehen, fragen Sie nach der Lebensdauer und langfristigen Stabilität des Materials und der Konstruktion sowie nach der empfehlenswerten Aufbauhöhe. 
  • Will ich mein Hochbeet mit einem passenden Frühbeetüberbau?
    Einige Hochbeet-Bausätze aus dem Handel sind mit einem passenden Frühbeetüberbau ausgestattet, der sich im Sommer abnehmen lässt. Wer solch einen Luxus auch bei seiner Eigenkonstruktion haben möchte, kann sich mit einem Frühbeettunnel behelfen oder Ähnliches aus Folie und Metall- oder Holzkonstruktion selbst entwerfen (an die Lüftung und die Verankerung denken).
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  • Benötige ich Ablageflächen, Flächen zum Aufstützen?
    Viele Frühbeete haben oben keinen breiten Rand. Wer eine Ablagefläche oder einen breiteren Rand zum Abstellen (beispielsweise der Pflanzkisten vor dem Auspflanzen), Aufstützen oder als Not-Sitzgelegenheit haben möchte, sollte das von Anfang an bei seinem Entwurf oder seiner Kaufentscheidung berücksichtigen.  
  • Wenn mein Hochbeet keinen Kontakt zur Erde haben kann
    Gerade beim Urban Gardening (Gärtnern in der Stadt) hat man nicht unbedingt gewachsenen Boden zur Verfügung, auf den man das Hochbeet aufsetzen kann - beispielsweise auf Dachterrassen, Balkonen, Terrassen oder in temporären Gärten/Begrünungsaktionen auf betonierten Flächen. Einen Ersatz für Garten-Hochbeete bieten hier große Pflanzbehälter, die unten geschlossen sind. Auch darin kann man schichten und "kompostieren" - beispielsweise zwischen einer Dränageschicht unten und der oberen "guten" Pflanzerde kann man die Pflanzenabfälle und durchwurzelte Erde vom Vorjahr unterbringen. [Da ich das seit Jahren auf meiner Terrasse betreibe, weiß ich, dass es funktioniert. Allerdings versuche ich, darauf zu achten, dass die Abfälle von Zierpflanzen aus Nicht-biologischem Anbau wieder in Behältern für Zierpflanzen landen und nicht etwa unter meinen Tomaten, Bohnen, Auberginen oder anderen Gemüsen. Außerdem achte ich auf Fruchtwechsel von Jahr zu Jahr in Pflanzgefäßen mit Sommergemüsen wie Tomaten.] Bei einem wertvollen Bodenbelag sollte man auch verhindern, dass bei Starkregen oder Gießfehlern überschüssiges Wasser über den Bodenbelag laufen und bei Abwesenheit eintrocknenkann - sondern einen Ablauf in einen versteckten, ausreichend großen Auffangbehälter einplanen.

    Eine weitere Alternative zum Garten-Hochbeet sind Tischbeete - Wannen auf Stelzen mit oder ohne Rädern an diesen. Der Platz für die Erde ist in diesen Tischbeetwannen allerdings vergleichsweise gering und daher ist in der Regel keine Schichtung (und damit keine Kompostierung von Gartenabfällen im Inneren) möglich. Dafür haben Tischbeete den Vorteil, dass man an ihnen im Sitzen arbeiten kann. 

Wer weitere Tipps hat: Ich freue mich über Ergänzungen per Kommentar.



Dienstag, 26. Februar 2019

Der Giersch muss weg (Buchvorstellung**)

Wer ist nicht schon an Giersch, Löwenzahn oder anderen im Garten weniger beliebten Kräuter verzweifelt und hat gedacht: Wenn doch nur das Gemüse auch so gut wachsen würde wie das Unkraut. Warum also nicht den Spieß umdrehen und aus solchen sich ausbreitenden Wildkräutern leckere Gerichte zubereiten. Schöne Beispiele zeigen Susanne Hansch und Elke Schwarzer in ihrem neuen Buch Der Giersch muss weg...*, das gerade im Verlag Eugen Ulmer erschienen ist.


Nicht jede Pflanze im Garten ist essbar und schmeckt. Es ist daher nicht zu empfehlen, Pflanzen nach Gutdünken abzuschneiden und eine Suppe daraus zu machen, um im Trend zu sein. Damit Sie wissen, was Sie tun, wann Sie es am besten und wie Sie es richtig tun, haben Susanne Hansch und Elke Schwarzer ihr Buch Der Giersch muss weg!: 28 Unkräuter bekämpfen oder einfach aufessen. 50 frische Wildkräuter-Rezepte* geschrieben. 28 wilde Kräuter, die sich gerne im Garten ausbreiten, werden darin in Text und Bild vorgestellt. Zu jedem gibt es interessante Informationen, Kennzeichen, an denen man die Pflanzenart erkennt, Erläuterungen, wie man sie entfernen oder am besten zum eigenen Vorteil nutzen kann. Zu jedem dieser "Unkräuter" gibt es ein bis zwei Rezepte, die sich sehr lecker anhören und auf den Bildern auch so aussehen, insgesamt sind es 50 Rezepte.
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Das Buch erfüllte in jeder Hinsicht meine Erwartungen. Es ist hübsch aufgemacht, der Umschlag sehr ansprechend, die Klappenbroschur verleiht ihm eine angenehme Griffigkeit und hebt die Wertigkeit. Tatsächlich findet man in den Klappen auch interessante Zusatzinformationen, beispielsweise mit welchen Pflanzen man die essbaren Unkrautpflanzen nicht verwechseln sollte und wie man sie von diesen unterscheidet.

Das Bild auf dem Cover ist ebenfalls sehr hübsch, hier hat mich aber etwas irritiert, dass die Blüten und die Blätter nicht von der gleichen Pflanze sind. Man erwartet Giersch. Die Blätter dürften auch vom Giersch sein, aber Giersch hat andere Blüten, er gehört wie die Möhre und Fenchel zur Familie der Doldenblütler. Ich bin mir nicht sicher, zu wem die weiß-gelben Körbchenblüten gehören und sowas kann mich den Schlaf kosten (Ist das Echte Kamille, Stinkende Hundskamille, Margerite oder was?). Aber das bin nur ich. Nachtrag vom Ulmer Verlag: Es sind Gänseblümchen. (Die Gänseblümchen vor meiner Terrasse haben gedrungenere Stiele, weshalb ich sie nicht als solche identifiziert habe :-)).

Mein Fazit zum Buch: Originelles Thema und witziger Titel, sehr ansprechend aufbereitet. Ich werde mit Sicherheit einige der Rezepte ausprobieren. Wirklich intensiv nutzen wird dieses Buch aber vor allem jemand mit einem größeren Garten und vielen verschiedenen Wildkräutern. Ansonsten ist es ein hübsches Coffeetable-Buch, ohne eines zu sein, denn das sind normalerweise teure, unhandliche Bildbände. Dieses hier liegt gut in der Hand, hat auch mehr Inhalt und passt gut in einen jungen/junggebliebenen GärtnerInnenhaushalt mit Aufgeschlossenheit für neue Ideen.

Der Giersch muss weg!:
28 Unkräuter bekämpfen oder einfach aufessen.
50 frische Wildkräuter-Rezepte
*
Susanne Hansch, Elke Schwarzer
Verlag Eugen Ulmer** (17. Januar 2019)
128 Seiten
Klappenbroschur
ISBN: 978-3-8186-0647-3






**Das Buch habe ich kostenfrei vom Verlag erhalten
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Dienstag, 22. Januar 2019

Gestalten und Gärtnern mit Pflanzen in Töpfen und Kübeln - für Blumenliebhaber, Nützlingsfreunde und Selbstversorger

Auf Balkon, Terrasse/Dachterrasse, im Eingangsbereich, zur Gestaltung besonderer Gartenbereiche und im Urban Gardening gärtnert man am besten in Töpfen, Kübeln, Blumenkästen, Spindeln, Ampeln, Pflanzkisten und anderen Pflanzbehältern. So bleibt man flexibel und kann trotzdem seine Gartenträume verwirklichen. Was man wissen sollte, damit gestalterisch und gärtnerisch auch alles nach Wunsch klappt, habe ich in ein Buch gepackt, das gerade beim Ulmer Verlag erschienen ist: Gärtnern in Töpfen:*
Balkon und Terrasse mit Pflanzen gestalten*. Darin sind neben meinem Gartenbaufachwissen auch meine bald 40 Jahre Erfahrung als Hobbygärtnerin, die überwiegend in Kübeln und Kästen anbaut, enthalten.

 

Buchtipp für Blumenliebhaber genauso wie Selbstversorger: Gärtnern in Töpfen* - so klappt die Gestaltung und das Gärtnern

Vom Duftgarten auf dem Balkon, über den Kräutergarten neben der Outdoorküche auf der Terrasse bis hin zum Stauden- und Gehölzgarten in Kübeln auf einem Tiefgaragendach - mit Töpfen, Kübeln und anderen Pflanzbehältern kann man überall gärtnern, auch Anfänger! Auch Urban Gardening ist im Grunde ein Gärtnern in Töpfen, wenn man den Begriff "Töpfe" als Synonym für alle Arten von Pflanzgefäßen verwendet, also auch Pflanzkisten und Erdesäcke.

Die vielen Möglichkeiten des Gärtnerns in Pflanzgefäßen habe ich im Laufe von fast vier Jahrzehnten selbst ausprobiert. Schon während meines Studiums zur Gartenbau-Ingenieurin habe ich mit dem Gärtnern in Töpfen experimentiert - zuerst hauptsächlich mit Sommerblumen, mediterranen Kübelpflanzen, Kräutern und Tomaten, später mit ausgefallenen Obst- und Gemüsesorten und in den letzten Jahren zusätzlich mit winterharten Stauden und Gehölzen. Über viele meiner Erfahrungen habe ich in den letzten Jahren gebloggt. Nun sind mein Fachwissen und meine Erfahrungen in ein Gartenbuch geflossen.

In Gärtnern in Töpfen: Balkon und Terrasse mit Pflanzen gestalten*

  • stelle ich viele Möglichkeiten vor, die man mit einem Topfgarten hat, beispielsweise Blütenträume ausleben, ein Duftpflanzenparadies schaffen, Bienen, Schmetterlingen und Nützlingen helfen, einen Erntegarten auf kleinem Raum verwirklichen oder die künstlerische Leidenschaft austoben und anderes mehr,
  • gebe ich Gärtnerwissen zum richtigen Pflanzen, Bewässern, Düngen, Pflegen und Gesunderhalten von Sommerblumen, Stauden, Gehölzen, Kräutern, Gemüse und Obst in Töpfen und Kübeln weiter - natürlich umweltfreundlich,
  • zeige ich, wie man durch die vertikale Raumnutzung mehr Platz für Pflanzen schafft,
  • informiere über die verschiedenen Pflanzerden und Topfmaterialien,
  • erläutere die Frostfestigkeit der Pflanzgefäße,
  • liste Pflanzen für Bepflanzungen nach Jahreszeit sowie für Dauerbepflanzungen auf,
  • zeige, wie man einen persönlichen Gestaltungsstil entwickelt,
  • welche Wirkung man mit Solisten im Vergleich zum choreografierten Zusammenspiel von Pflanzen erzielt und vieles mehr.

Das Buch soll Anfängern den Einstieg ins Gärtnern in Töpfen (und anderen Pflanzbehältern) erleichtern, damit aus dem Funken eines ersten Interesses durch den Erfolg ein Feuer werden kann, und ich möchte fortgeschrittenere Hobbygärtner mit neuen Ideen zur Pflanzenauswahl und zur Gestaltung mit Pflanzen unterstützen.

Buchdaten im Überblick:

Gärtnern in Töpfen:*
Balkon und Terrasse mit Pflanzen gestalten*
Eva Schumann
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 1. Auflage (2019)
Taschenbuch/Klappenbroschur, 128 S.,
86 Farbfotos, 3 Farbzeichungen, 17 Tabellen
ISBN 3-8186-0635-8

Herzlichen Dank an den Ulmer Verlag in Stuttgart, der auch bei diesem Buch an mich und das Thema glaubte.


 
 
 

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Montag, 14. Januar 2019

Mykorrhiza: Mit Bodenlebewesen wachsen Pflanzen besser

Ein Praxisversuch am Landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg (LTA) mit Gaben von ericoiden Mykorrhiza-Pilzen in Bodenhilfsstoffen zeigt einmal mehr die positive Auswirkung, die Bodenlebewesen auf das Pflanzenwachstum haben können - hier an Heidelbeeren. Die ersten Erkenntnisse dürften nicht nur Baumschulen, sondern auch einige Hobbygärtner interessieren.
Was wir oben ernten können, hängt auch von der Arbeit der Bodenorganismen in der Erde (im Beet oder im Topf) ab.

Zum Bodenleben gehören größere Tiere wie Regenwürmer genauso wie winzige Bodenorganismen, von denen manche eng mit den Pflanzenwurzeln zusammenarbeiten. Tiere und Organismen mit aus Sicht von Menschen positiven Auswirkungen nennt man auch Bodennützlinge. Je nach Boden, Klima, Bewuchs und anderen Bedingungen setzt sich das Bodenleben ganz unterschiedlich zusammen.

Harald Schneller, zuständig für den Biologischen Pflanzenschutz am LTA, und Dr. Mareile Zinker, Referatsleiterin Pflanzenschutz - Ackerbau und Gartenbau, berichten im Informationssystem für die integrierte Pflanzenproduktion (ISIP) über die Ergebnisse ihres bis jetzt dreijährigen Praxisversuches zum Einsatz von ericoiden Mykorrhiza-Bodenhilfsstoffen bei Kultur-Heidelbeeren (Vaccinium corymbosum). Der Versuch ist insgesamt auf sechs Jahre angelegt, doch es gibt bereits vielversprechende Zwischenergebnisse.

Ericoide Mykorrhiza
Mykorrhiza nennt man die Symbiose des Feinwurzelsystems von Pflanzen mit Mykorrhizapilzen. Die Mykorrhizapilze führen der Pflanze Nährstoffe und Wasser zu und sie bekommen im Gegenzug von der Pflanze Stoffe, welche diese mithilfe des Lichts in den grünen Pflanzenteilen (Photosynthese) zusammengebaut hat. Die Symbiose kann auch zu einer Verbesserung der Trockenheitsverträglichkeit, zum Schutz vor bodenbürtigen Krankheiten und sogar vor oberirdischen Schädlingen führen.
Pflanzen mit ericoider Mykorrhiza leben auf nährstoffarmen, vor allem stickstoffarmen Böden (Heide, Moor, Höhenlagen oberhalb der Baumgrenze und andere). Es sind Heidekrautgewächse, Krähenbeerengewächse sowie Australheidegewächse. Ihre Pilzpartner gehören zu den Ständerpilzen (Basidiomycota) wie Serendipita spp. und den Schlauchpilzen (Ascomycota) wie Rhizoscyphus ericae aggr. (Wurzelbecherlinge) sowie Oidiodendron maius, Meliniomyces bicolor und M. variabilis (siehe auch Mykorrhiza - Pilz-Wurzel-Symbiosen).

Schneller und Zunker testeten die Bodenhilfsstoffe INOQ Rhodazo und MycoZoom-Ericoid und verglichen die behandelten Pflanzen mit unbehandelten. Sie beobachteten in ihrem Versuch in den Kulturheidelbeer-Varianten mit Mykorrhiza-Pilzen neben einer besseren Nährstoff- und Wasseraufnahme, einem besseren Wachstum mit mehr Neutrieben, einem stärkeren Wurzelwachstum und weniger Ausfällen auch eine Neutralisierung der vorhandenen Karbonsäure, welche auf Heidegewächse sonst wachstumshemmend wirken kann.

Nach bisherigem Stand beurteilen Schneller und Zunker die bisherigen Ergebnisse als vielversprechend. Sie sehen das Einsatzgebiet der Bodenhilfsstoffe mit Mykorrhizapilzen vor allem bei Jungpflanzen in der Baumschule.

In den nächsten drei Jahren soll nicht nur der Versuch mit den Kulturheidelbeeren weitergeführt, sondern auch Versuche mit Mykorrhiza-Hilfsstoffen an Himbeeren und Edelrosen durchgeführt werden.

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