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Mittwoch, 18. März 2020

Ziergräser schneiden - Zeitpunkt und Schneidgeräte: Lampenputzergras und Chinaschilf (Erfahrungen)

Über den richtigen Zeitpunkt des Gräserschnitts bei Ziergräsern und über das richtige Schneidgerät (Schnittwerkzeug) am Beispiel Lampenputzergras (im Kübel) und Chinaschilf (im Beet auf einem begrünten Tiefgaragendach).

2012 habe ich drei Chinaschilf-Pflänzchen (Miscanthus) in eine flache, mit einigen Löchern versehene Plastikwanne gepflanzt, die ich in den Boden (begrüntes Tiefgaragendach mit dünner Erdauflage) eingesenkt hatte. Innerhalb weniger Jahre sind sie zu diesem stattlichen Horst zusammengewachsen.

Der richtige Zeitpunkt zum Gräserschneiden

Ziergräser werden am besten im Frühjahr vor dem Neuaustrieb geschnitten. Jedes Jahr hadere ich wegen des richtigen Zeitpunktes – dieses Jahr besonders, denn derzeit ist es schon sehr warm und auch nachts mild, doch für die kommende Woche sind bei uns in Oberbayern wieder tiefe Minusgrade vorhergesagt. Dazu muss man wissen: Ich bereite meine Beete im Spätwinter und zeitigem Frühjahr aufs Frühjahr und den Sommer vor und nicht etwa schon im Herbst/Winter, wie es früher üblich war. Das hat vor allem ökologische Gründe und ist damit auch nachhaltiger: Insekten wie Marienkäfer und Florfliegen sollen überwintern, Vögel sich verstecken und Insekten picken können, der Boden soll nicht nackt dem Herbstregen und der Schneeschmelze ausgeliefert sein, sich auch nicht bei den ersten Sonnenstrahlen übermäßig erwärmen, was vorzeitiges Treiben auslösen könnte, und Ähnliches mehr.

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Ich peile als Schnittzeitpunkt etwa den März an, richte mich aber nach dem Wetter und der Wettervorhersage für die nächsten ein bis zwei Wochen.

Einerseits möchte ich nicht zu früh schneiden, denn angeblich kann Regen den offenen alten Grashalmen zusetzen und dazu führen, dass sich Fäulniskrankheiten im Horst ausbreiten. Außerdem möchte ich, dass sich der Boden um die Gräserhorste erst spät erwärmt, damit die Pflanzen ihre Halme spät schieben -damit sind diese weniger durch Spätfröste gefährdet.

Andererseits möchte ich die Pflanzen von ihrer Vorjahreslast befreien, damit sich die neuen Halme schön entfalten können und von Luft umspielt werden. (Übrigens, was meiner Meinung nach am Chinaschilf nervt, sind die trockenen, losen alten Blätter, die sich bei Stürmen im Frühjahr über den ganzen Garten verteilen. Das mag in einem Garten, der einem alleine gehört, egal sein, aber im Gemeinschaftsgarten eines Mehrparteienhauses muss man anderen gegenüber eventuell begründen können, wieso man Beete erst im Frühjahr "schön macht". Und herumfliegende trockene Halme, die das Gartenbild nicht gerade aufwerten, wenn eventuelle Käufer oder Mieter kommen, können den ein oder anderen Eigentümer verärgern. Bisher hatte ich zwar keine Klagen, aber ein wenig unangenehm ist mir das trotzdem.)

Nach dem Schnitt bietet das Lampenputzergras keinen schönen Anblick. (Bild vom März 2017, da hatte ich zwei Wochen früher geschnitten - noch kaum Grünes zu sehen. Ich war danach unsicher, ob die Pflanze noch mal etwas wird.)
Doch schon wenig später hatte das Lampenputzergras seinen Charme zurück.
Im Juli 2017 war die "Frisur" vom Frühjahr längst vergessen und das Lampenputzergras im Topf machte eine gute Figur zwischen Stauden und kleinen Gehölzen (fotografiert, bevor die "Bürsten" ausgebildet waren). Dennoch schneide ich in der Regel etwas später als im Jahre 2017, auch wenn dann einzelne frische Halme gekappt werden.
Gestern und heute (17. und 18. März 2020) habe ich jedenfalls Lampenputzergras (Pennisetum) und Chinaschilf geschnitten, da es heute und die nächsten Tage sehr warm werden soll, und sich der Austrieb meiner Einschätzung nach nicht mehr unterdrücken ließ.

Wie so oft musste ich bis ins Grüne schneiden. Da ich im Vergleich zu den meisten Gärtnern und Hobbygärtnern meine Ziergräser recht spät schneide, schneide ich nie bis zum Boden zurück, wie man es oft als Empfehlung liest, sondern schneide beim Lampenputzergras etwa 10 bis 15 cm über der Substratoberfläche (im Kübel) und beim Chinaschilf in etwa 20 bis 30 cm Höhe über der Erdoberfläche im Beet ab, je nachdem, wie hoch die frischen Austriebe bereits reichen.

Nun habe ich natürlich etwas Angst vor der nächsten Woche, denn es werden Nachtfröste bis minus acht Grad Celsius erwartet. Vielleicht muss ich die Beete über Nacht mit Vlies, Zeitung o. Ä. abdecken. Zwar könnte ich auch das Schnittgut von heute verwenden, aber dann muss ich hinterher wieder den ganzen Garten nach den alten Pflanzenteilen vom Chinaschilf absuchen, denn mit dem Ende der warmen Phase soll auch wieder stürmisches Wetter auf uns zukommen.

Werkzeuge zum Gräserschneiden

Das Lampenputzergras schneide ich jedes Jahr mit einer einfachen manuellen Rasenschere, die man normalerweise für die Beetränder nimmt – da, wo man mit dem Rasenmäher nicht hinkommt. Bei nur einer einzigen Pflanze in einem Kübel, ist das bisher kein Problem, auch wenn diese von Jahr zu Jahr kräftiger wurde.

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Anders beim Chinaschilf. Das habe ich bisher mit einer einfachen Baumschere (zum Schneiden von Zweigen und dünneren Ästen) gekürzt, was mit dem Wachsen der Horste sehr mühselig wurde. Ich habe nach Alternativen gesucht und dieses Jahr eine Klappsäge als Schneidgerät gekauft und ausprobiert. Wie auch bei den anderen Schneidwerkzeugen, nehme ich als Rechtshändlerin jeweils ein Bündel Halme oberhalb der grünen Austriebe fest in die linke Hand und säge (oder schneide) mit der rechten – wobei ich nicht über dem weitesten grünen Halm schneide, sondern über der Masse der grünen Halme (einzelne junge Halme werden dabei geköpft).

Bis einschließlich 2019 habe ich den Chinaschilf-Horst komplett mit der kleinen Baumschere geschnitten, was sehr mühselig war. Dieses Jahr habe ich zum ersten Mal eine scharfe Klappsäge ausprobiert und war mit ihr sehr zufrieden: Ich habe weniger Zeit gebraucht und keine Schmerzen in der Hand oder an den Gelenken bekommen. 
Die getestete Säge (eine Tajima GKG240 Klappsäge*) hat sich als sehr scharf und einfach zu nutzen erwiesen. Ich persönlich bin jedenfalls mit ihr sehr zufrieden: Mit der Arbeit war ich viel schneller fertig als letztes Jahr mit meiner "Zweigschere" und ich bekam daher auch keine Probleme mit meinen Händen, Handgelenken oder Sehnen. Wie lange sie so schön scharf bleibt, weiß ich nicht. Aber da ich sie nur einmal im Jahr für wenige Pflanzen benötige, sollte sie ein paar Jahre gut funktionieren. Übrigens hatte ich auch eine Astschere erwogen, aber da man die nur beidhändig bedienen kann, fühlte ich mich von dieser Möglichkeit, Ziergräser zu schneiden, nicht so angesprochen. Möglicherweise wäre sie aber bei manchen Bambusarten oder anderen starken Ziergräsern ein geeignetes Werkzeug.

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(Klappsäge bei Amazon)

* Werbelink

Ich schneide meine beiden Ziergräser, Chinaschilf und Lampenputzergras, seit ich sie 2012 gepflanzt habe, auf die beschriebene Weise. Sie haben mir bisher alles verziehen und sich in den acht Jahren sehr schön und gesund entwickelt.

Im Sommer werde ich ein Foto ergänzen, wie sich das Chinaschilf nach dem ersten Sägeschnitt entwickelt hat.

Mich würde interessieren, wann und wie schneiden andere ihre Gräser? Und mit welchem Erfolg?

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Sonntag, 29. Januar 2017

Was machen HobbygärtnerInnen im Winter?

Im Gartenkalender findet man zwar auch für Dezember, Januar, Februar und Anfang März Anregungen zu Gartenarbeiten, aber es gibt doch Zeiten, in denen man draußen gar nichts tun kann - nämlich, wenn es stürmt und schneit.

Wenn es stürmt und schneit, ist Winterpause.
In solchen Zeiten sortiert man die Pflanzenfotos und Garten-Videoschnipsel, wenn man welche während des Gartenjahres gemacht hat, schwelgt in Erinnerungen und schreibt vielleicht einen Rückblick auf das vergangene Gartenjahr oder schneidet aus Bildern und/Videoschnippseln ein Gartenvideo.

Die Zeit kann man auch nutzen, seine Gartenausbeute, die man vielleicht in der geschäftigen Herbstzeit nur provisorisch eingefroren hat, zu verarbeiten - beispielsweise Obst zu Marmelade, Kompott oder Fruchtwein, scharfe Schoten zu Grillsoßen oder Tomaten zu Tomatensoßen, die man bei Bedarf für Spaghetti, gefüllte Paprikaschoten oder Anderes nur aus der Vorratskammer holen muss.

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Natürlich werden unwirtliche Tage auch für die Planung des nächsten Gartenjahres genutzt: Soll an der Struktur des Gartens etwas geändert werden, vielleicht ein Sichtschutz für die Terrasse gepflanzt werden? Welches Gemüse soll wohin gesät oder gepflanzt werden? Was muss wann an Samen und Pflanzen gekauft und/oder aus vorhandenen Samen oder aus Ablegern vorgezogen werden (Wo gibt es samenfeste Sorten)? Vielleicht macht man auch schon die ein oder andere Keimfähigkeitsprüfung. Und wenn die Tulpen, Narzissen und andere Blumenzwiebelpflanzen in den Vorjahren immer weniger wurden, notiert man sich, dass man ans Düngen mit Kompost o. A. denken will (siehe Woran liegt es, wenn Blumenzwiebeln immer weniger blühen?).

Anregungen holt man sich auch aus Gartenbüchern, die man vielleicht im letzten Jahr geschenkt bekommen hat, aber für die man noch nicht die gebührende Zeit hatte. GartenbloggerInnen wie ich schreiben in dieser Zeit auch gerne Rezensionen zu neu erschienenen Garten- und Pflanzenbüchern

Wer wie ich das Glück hat, eine Südseitenterrasse oder einen sonnigen Balkon zu haben, kann an klaren Tagen die Mittagsstunden zum Sonnenbaden nutzen und dabei Kataloge durchblättern oder einfach mit einem Buch entspannen - das geht natürlich nicht im Bikini, aber mit Wolldecke auch bei Minusgraden! Sonnenlicht ist ein Stimmungsaufheller und wichtig für die Vitamin-D-Synthese. Wer außer Haus arbeitet, nutzt die Mittagspause für einen Spaziergang.

Mit frischer Luft und Sonne, wann immer es geht, übersteht man den Winter.
Irgendwann sind die Gartenbücher und Gartenkrimis gelesen, die Kataloge durchgeblättert, die Gartenblogs von anderen HobbygärtnerInnen auf der Suche nach neuen Ideen durchgestöbert und die nächste Saison durchgeplant - soweit man sich nicht lieber Raum für Spontaneität lässt. Aber der Frühling ist immer noch nicht da. Was tun?

Rukola wächst auch
auf der Fensterbank
In solchen Zeiten kann man sich seinen Zimmerpflanzen widmen oder vitaminreiche Keimlinge, Grünkraut wie Erbsengrün und Ähnliches auf der Fensterbank ziehen.













Wer ein warmes Kleingewächshaus hat, kann dort schon im Januar mit der Jungpflanzenanzucht für den Garten beginnen, ins unbeheizte Gewächshaus kann man dann ab Ende Februar auch schon Gemüse, beispielsweise Kohlrabi und Salat, pflanzen.

Ab Ende Februar können erste Gemüse ins Gewächshaus gepflanzt werden.


Sobald der Schnee geschmolzen ist, wird geschaut, wie der Garten über den Winter gekommen ist. Die Wühlmaushügel hat man teilweise schon im Schnee gesehen. Bei vielem anderen muss man sich aber überraschen lassen, denn manche Stauden geben ihr erstes alljährliches Lebenszeichen erst sehr spät.

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Man kann in dieser Zeit zwar schon einiges im Garten tun - beispielsweise an frostfreien Tagen Obstgehölze schneiden, aber den Boden im Gemüsegarten sollte man erst bearbeiten und bepflanzen, wenn er einigermaßen abgetrocknet ist. Wann das genau ist, hängt von der Lage und vom Boden ab. Bei uns liegen alleine zwischen Nord- und Südseite des Hauses zwei Wochen Unterschied.

Wenn die Frühlingsblüher da sind, ist der schlimmste Winter überstanden. In der Regel. Denn manchmal kommt es anders ...
Aber wenn dann die Spätwinter- und Frühlingsblüher wie Krokus, Schneeglöckchen und Winterlinge durchbrechen, haben wir den Winter überstanden und können endlich wieder säen, pflanzen und pflegen.

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Und wie vertreiben sich andere HobbygärtnerInnen ihre Zeit, wenn draußen nichts mehr geht? Schreibt es/schreiben Sie es in die Kommentare.