Samstag, 11. Juni 2011

EHEC vorbei?

Neuer Gartenblog - vgwortDas Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)* hat lt. seiner Pressemitteilung die allgemeine Empfehlung, in Norddeutschland auf den Verzehr von Gurken, Tomaten und Blattsalat zu verzichten, aufgehoben (Meiner Erinnerung nach wurde über verschiedene Kanäle nicht nur vor dem Verzehr von diesen Gemüsen in Norddeutschland, sondern bundesweit gewarnt. Doch die Kommunikationspannen im Zusammenhang mit EHEC sind ein anderes Thema.). Nur vom Verzehr roher Sprossen wird auch weiterhin dringend abgeraten. Hat man noch Sprossen zu Hause, sollten diese vernichtet werden (Ich würde sie nicht auf den Kompost geben, sondern sicherheitshalber über den Restmüll entsorgen). Auch andere Lebensmittel, die mit Sprossen in Berührung gekommen sind, sollten entsprechend vernichtet werden. Desweiten werden die üblichen Hygienemaßnahmen (Gemüse, Schneidbretter, Messer und Hände waschen u. ä.) empfohlen.

Gefahr durch EHEC gebannt?

Die meisten europäischen Gärtner und Konsumenten können also erst einmal aufatmen - die einen, weil sie endlich ihre Produkte wieder verkaufen können, die anderen, weil sie nun nicht mehr auf frische Gemüse und Salate verzichten müssen.

Doch die EHEC-Gefahr ist noch nicht gebannt, auch wenn die Zahl der Neuerkrankungen aktuell rückläufig ist. "Der Ausbruch ist noch nicht vorbei", zitiert die Süddeutsche Zeitung** den Präsidenten des Robert Koch-Instituts (RKI), Reinhard Burger.

EHEC-Verbreitung in Deutschland und in Europa

Mehr als 4000 Menschen sind lt. Süddeutscher Zeitung** bundesweit an der Bakterienkrankheit EHEC (Enterohämorrhagische Escherichia coli) erkrankt und mindestens 32 Menschen am dadurch verursachten hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS) gestorben.

Doch die EHEC-Verbreitung geht über Deutschland hinaus. Die folgende Landkarte zeigt die EHEC-Verbreitung in Europa (Stand 8.6.2011):

EHEC-Verbreitung in Europa 08.06.2011
Jetzt eigene Landkarte erstellen
StepMap EHEC-Verbreitung in Europa 08.06.2011



Inzwischen scheint es zwar erwiesen, dass die Träger der agressiven EHEC-Bakterien gefunden sind: Sprossen von einem Biobetrieb in Bienenbüttel. Noch ist allerdings unklar, wie sie auf die Sprossen gelangt sind, denn Sprossen werden nur mittels Saatgut, Wasser und Wärme erzeugt. Inzwischen wurden auch auf Sprossen von einem niederländischen Betrieb EHEC-Bakterien gefunden - allerdings ein weniger gefährlicher EHEC-Bakterienstamm.

Die amerikanischen Gesundheitsbehörden melden aktuell 5 EHEC-Erkrankte, von denen 4 vorher in Deutschland waren.

Es ist also noch nicht vorbei, auch wenn es derzeit so aussieht, als bekomme man die Epidemie in den Griff.

Weitere Informationen:
* Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
** Süddeutsche Zeitung

Kommentare:

  1. Seit heute ist wieder Lollo-rosso-Salat aus Fürth unter Verdacht. Es wurden EHEC-Erreger gefunden, doch kann erst bis Ende der Woche festgestellt werden, ob es sich um den aggressiven Stamm handelt.

    AntwortenLöschen
  2. Es wird jetzt auch vor dem Verzehr selbst gezogener Sprossen gewarnt. Ich vermute der Grund dafür ist, dass man noch nicht ausschließen kann, dass die Bakterien über das Saatgut in die Sprossenanzucht kamen.

    AntwortenLöschen
  3. EHEC ist noch nicht vorbei! Hygiene u. a. Maßnahmen sind immer noch sehr wichtig. Neue Informationen in diesem Stern-Artikel: http://www.stern.de/gesundheit/neue-ehec-verbreitungswege-gefaehrlicher-erreger-in-bach-nachgewiesen-1696719.html

    AntwortenLöschen
  4. Aus Ägypten importierter Bockshornkleesamen oder Sprossen und Keimlinge daraus sollen weiterhin nicht roh gegessen werden - http://www.bfr.bund.de/de/presseinformation/2011/23/ehec__bfr__bvl_und_rki_konkretisieren_verzehrsempfehlung_zu_rohen_sprossen_und_keimlingen-105138.html

    AntwortenLöschen