Sonntag, 19. April 2015

Sind Zauberglöckchen Calibrachoa winterhart?


Mein pinkfarbenes Zauberglöckchen Calibrachoa im ersten Jahr
Zauberglöckchen Calibrachoa werden in Gartencentern und Baumärkten als einjährige Beet- und Balkonblumen verkauft. Meine Erfahrung beweist: Sie können auch winterhart sein.

Ich liebe Zauberglöckchen, auch wenn sie von manchen strengen ökologischen Hobbygärtnern abgelehnt werden, weil sie in den Gartencentern und Baumärkten als Hybridsorten angeboten werden. Aber ich finde diese Nachtschattengewächse mit ihren kleinen leuchtenden Blüten, die es ein- oder mehrfarbig in vielen Farben gibt, einfach zauberhaft und unsere Hummeln besuchen sie auch gerne. Ein Topf oder eine Hängeampel mit ihnen kann einen ganzen Terrassenplatz aufhellen.

Mit den meisten Zauberglöckchen, wenn auch nicht mit allen Sorten dieser Petunien-Verwandten, habe ich in meinem Topfgarten auf der sonnigen Terrasse gute Erfahrungen gemacht. Nur das Gießen während Hitzeperioden darf man keinesfalls vergessen, denn von einem Trockenheitsschaden erholten sie sich kaum wieder vollständig. Ein bisschen Sonnenschirm während der Mittagsstunden im Hochsommer mochten sie recht gerne, denn auf meiner Südseitenterrasse wird es extrem heiß und trocken. Ansonsten reichte gelegentliches Düngen, damit sie den Sommer über schön blieben.

Im Herbst vergingen sie dann und spätestens im Frühjahr landeten sie bei mir meist im Biomüll.

Ein Zauberglöckchen aber, das ich im Frühjahr 2013 gekauft habe, stellte ich im Winter in eine geschützte Ecke der Terrasse und goss es gelegentlich. Oh Wunder, es trieb im Frühjahr 2014 wieder aus und entwickelte sich noch schöner als im Vorjahr.

Mein pinkfarbenes Zauberglöckchen im zweiten Jahr
Angespornt durch diese Erfahrung stellte ich die gleiche Pflanze auch im darauffolgenden Winter wieder nah ans Haus und goss es vorsichtig im Spätwinter und Frühjahr. Es dauerte einige Zeit, aber dann begann es wieder auszutreiben. Nun macht es mir Hoffnung auf einen weiteren pinkfarbenen Zauberglöckchen-Sommer.

Calibrachoa Austrieb im Frühjahr 2015
Calibrachoa treibt auch nach dem zweiten Winter/
im dritten Jahr auf der Terrasse wieder aus
Wikipedia meint zum Thema Winterhärte von Calibrachoa übrigens: einjährig oder ausdauernd. Es gibt also solche und solche Arten. Es kommt vermutlich drauf an, was bei der Hybridzüchtung in die Elternlinien eingekreuzt wurde. Jedenfalls: Wenn man an einer Pflanze Gefallen gefunden hat, kann man versuchen, sie zu überwintern.

Fazit
Nicht alles, was im einjährigen Beet- und Balkonpflanzensortiment angeboten wird, ist nur einjährig. Man denke nur an manche Margeriten und Fuchsien, die man im frostfreien Raum überwintern kann. Andere wie (manche) Zauberglöckchen Calibrachoa sind sogar an einem geschützten Standort in Oberbayern (und vermutlich auch überall, wo in Deutschland Weinbauklima geboten ist) winterhart.

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Kommentare:

  1. Das muss ich auch ausprobieren. Wir haben zwar kein Weinbauklima, aber das letzte Zauberglöckchen hat bis weit in den Dezember hinein gehalten, dann habe ich irgendwann das Gießen verabsäumt.

    lg kathrin

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  2. Ich hab es im Februar zurückgeschnitten. Bis Ende März sah es so aus, als ob kein Leben mehr darin wäre. Dann fing es an Blättchen zu treiben... So ungefähr war es auch im Vorjahr.

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  3. Das klingt doch interessant und würde ich gerne ausprobieren. Mal sehen, ob die hiesige Gärtnerei auch diese Zauberglöckchen hat. Wenn die dann allerdings auch so fies kleben, wie Petunien ...?

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