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Mittwoch, 20. April 2016

Die Eisheiligen - Vorhersage und Schutz

Jedes Jahr das Gleiche: Man guckt, wann die Eisheiligen angekündigt sind, fragt sich, ob sie ihre Termine einhalten werden und ob man mit dem Säen und Pflanzen und dem Ausräumen der frostempfindlichen Kübelpflanzen wirklich auf ihr Vorüberziehen warten soll. Ich kann es meistens nicht erwarten, denn drinnen fehlt mir der Platz zum Vorziehen und ich möchte auch endlich mit dem Gärtnern anfangen. Aber was tun, wenn man schon vertrauensvoll gesät, gepflanzt und ausgeräumt hat und dann kommt der Kälteeinbruch doch noch?

Auch wenn wir in Oberbayern schon jetzt im April kurz vor der Apfelblüte - dem phänologischen Zeichen für den Beginn des Vollfrühlings - stehen, ist dies noch keine Garantie, dass es nachts nicht noch Frost geben kann.
Für die nächsten Tage ist warmes Wetter angesagt. Das lädt zum Säen und Pflanzen ein. Ich konnte 2016 wieder einmal nicht widerstehen und habe in der zweiten Aprilhälfte auf der Terrasse Tomaten, Salat, Knoblauchrauke und Chili direkt in die Kübel und Töpfe ausgesät. Im Jahr davor hatte das wunderbar geklappt, auf meiner warmen Südseiten-Terrasse haben die Direktaussaaten die vorgezogenen Pflanzen Anfang des Sommers größtenteils eingeholt. In dem Jahr klappte es weniger gut und auch 2017 hätte ich Pech gehabt, denn wieder folgte eine Kälteperiode auf eine sommerliche Phase.

Das Risiko bei zu früher Aussaat oder Pflanzung von frostempfindlichen Arten und Sorten ist groß. Die Keimlinge, Jungpflanzen und Pflanzen können Schäden davontragen, wenn doch noch Nachfröste kommen - davon muss man mindestens bis nach den Eisheiligen ausgehen, eigentlich sogar länger. Solche Schäden können Erfrierungen an Blättern, Triebspitzen und Blüten, Wachstumsstörungen oder Stressfolgen wie zu frühe Blütenbildung sein - abhängig von der Pflanzenart und -sorte.

Die Eisheiligen - wie heißen sie und wann kommen sie?

Die Eisheiligen besuchen uns jährlich Mitte Mai - genauer: Wir erwarten sie vom 11. bis zum 15. Mai. Dieser Termin ist eine Bauernregel, die durch jahrhundertelange Erfahrungen und Beobachtungen zustande kam.

Die Eisheiligen werden vom 11. bis zum 15. Mai erwartet - 2017 fallen sie auf Donnerstag bis Montag, 2018 auf Freitag bis Dienstag.
Die Eisheiligen wurden Mamertus (11. Mai), Pankratius (12. Mai), Servatius (13. Mai), Bonifatius (14. Mai) und „kalte Sopie (15. Mai) genannt. Allerdings halten sie ihre Termine nicht immer ganz genau ein. Manchmal kommen sie etwas früher, manchmal auch später - bis zu zwei Wochen -, manchmal bleiben sie auch aus.

Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte im Mai den lokalen (Agrar-) Wetterbericht verfolgen und seine besonders geliebten frostempfindlichen Pflanzen (frostempfindliche Kübelpflanzen, Gemüse, Kräuter und Sommerblumen) erst dann an exponierte Stellen ins Freie stellen, wenn der lokale Wetterdienst keinen Nachtfrost oder Bodenfrost mehr vorhersagt. Erst nach den Eisheiligen plus 2 Wochen kann man (fast) sicher sein, dass es auch nachts - selbst bei sternenklarem Himmel - nicht mehr friert.

Wer vorher sät oder pflanzt, sollte aufpassen: Wenn der Wetterbericht Nachtfröste oder Bodenfröste vorhersagt, ist Schützen und Kübelrücken angesagt.

Aussaaten und frühe Pflanzungen vor Frost schützen

Was also tun, wenn doch noch ein Kälteeinbruch mit Frost kommt?
Für Kleingewächshäuser gibt es Paraffin-/Petroleum-Frostschutzheizungen (die Kundenerfahrungen damit sind unterschiedlich, nicht jeder ist begeistert), elektrische Gewächshaus-Heizlüfter* und schwarze Wasserschlauch-Wärmespeicher, die zwischen die Reihen gelegt werden.

Aussaaten und Jungpflanzen kann man aber auch mit ein oder mehreren Zeitungspapier- (nur nachts), Vlies*- oder Folienauflagen vor Frost schützen - sowohl im Gewächshaus, Frühbeet als auch im Freien.

Für größere Pflanzen gibt es (Tomaten-)Schutzhauben und Schutzhüllen. Während im Winter bei sehr tiefen Minusgraden vor allem die Wurzeln gefährdet sind. greift der Spätfrost den Neuaustrieb, die Triebspitzen und die Blüten an.

Ich habe das Glück, dass es bei mir auf der Terrasse direkt vor dem Fenster in der Regel im Frühjahr frostfrei bleibt - ich ziehe die Töpfe mit den empfindlichen Aussaaten und Pflanzen zu den Eisheiligen einfach dorthin und decke sie eventuell nachts mit Zeitungen und tagsüber mit Vlies-/ Hauben ab. Manchmal lüfte ich auch schon am frühen Morgen, damit die Pflanzen noch etwas von der Wärme aus der Wohnung profitieren, bis die Morgensonne mit dem Wärmen beginnt.



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Donnerstag, 11. Juni 2015

Tomaten vom Balkon oder der Terrasse - die 10 besten Tipps

Leckeres Sommergemüse kann man auch vom Balkon oder der Terrasse ernten. Hier eine Anleitung, wie man Tomaten auf dem Balkon oder der Terrasse pflanzt, pflegt und erntet.

Balkon-Tomaten: Anleitung als Video bei YouTube


Tomatenanbau auf Balkon oder Terrasse ("Topfgarten") - die 10 wichtigsten Tipps:
  1. Die Tomaten-Jungpflanzen sollten gesund und kräftig sein.
    Das ist die beste Voraussetzung für gutes Wachstum und reiche Ernte. Wer keinen optimalen Standort für die Anzucht hat, sucht sich beim Gärtner die schönsten Pflanzen aus.
  2. Für Balkonkästen oder größere Töpfe nimmt man kleine, buschige Tomaten-Sorten wie 'Totem' oder 'Tumbling Tom'. In größere Kübel kann man höhere Buschtomaten wie die 'Maglia Rosa' oder hoch wachsende Stabtomaten wie die 'Tigerella' pflanzen. 
Kleine Balkontomate für Töpfe und Balkonkästen
  1. Wer von seinen Tomaten Samen für das nächste Jahr sammeln möchte, nimmt samenfeste Sorten, denn Hybridsorten würden in der nächsten Generation aufspalten, das bedeutet jede Pflanze aus den geernteten Samen hätte andere genetische Eigenschaften.
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  2. Wichtig ist, den Tomaten einen hellen und am besten auch regengeschützten Platz zu geben. Dann bleiben sie meist verschont von der Kraut- und Braunfäule und anderen Krankheiten. An extrem heißen Tagen sind viele Tomatensorten dankbar, wenn man ihnen einen Sonnenschirm aufspannt. 
  3. Höhere Tomatenpflanzen oder solche, die nicht selbst stehen können, benötigen eine Stütze – sie werden an Schnüren, Stäben oder Spiralstäben nach oben geleitet. 
Höhere und nicht selbststehende Sorten anbinden
  1. Tomaten gießt man am besten in den Wurzelbereich, nicht über die Blätter. Auch das hilft gegen Krankheiten vorzubeugen.
  2. Etwa drei Wochen nach der Pflanzung kann man mit etwas Kompost und Hornspänen oder einem organischen oder organisch-mineralischen Volldünger (fest der flüssig) düngen. Bei Bedarf wird das Düngen (mehrmals) wiederholt. Ein dringendes Anzeichen für Hunger sind helle Blätter und schwaches Pflanzenwachstum trotz optimalem Wachstumswetter. Ende August hört man mit dem Düngen auf. Stabtomaten werden dann auch oberhalb der 6. oder 7. Traube eingekürzt.
  3. Bei Stabtomaten werden die Seitentriebe (Geiztriebe) entfernt (siehe auch Ausgeizen - so geht's). 
  4. Die Befruchtung kann man durch vorsichtiges Schütteln der Pflanze am späten Vormittag verbessern. Bessere Befruchtung sorgt für mehr und größere Früchte.
  5.  Erntereif sind Tomaten, wenn sie sich an der Sollbruchstelle durch Gegendrücken leicht lösen lassen. 

Buchtipp: 
Tomaten für Garten und Balkon: Auswählen, anbauen, genießen*
Eva Schumann
Verlag Eugen Ulmer 2014
ISBN: 3-8001-8269-6


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Montag, 12. September 2011

Blumenzwiebeln pflanzen

Blumenzwiebeln pflanzen: Frühblühende Wildtulpen
gedeihen auch im kurzen Rasen
Wer sich im Spätwinter an Krokussen, Schneeglöckchen und Winterlingen und im Frühjahr an Tulpen, Narzissen und Hyazinthen erfreuen möchte, der muss jetzt fleißig werden - denn von September bis zum Winter ist Blumenzwiebelpflanz-
zeit für diese Frühlingsboten bzw. Frühlingsblüher.

Man teilt die Blumenzwiebeln zwar nach ihrer Blütezeit ein, aber wann sie dann tatsächlich blühen, hängt vom Standort und vom Wetterverlauf im Frühjahr ab. In warmen Jahren vergehen die Blütezeiten wie im Zeitraffer und die Sorten geben sich die Klinke in die Hand, in anderen Jahren kann man die einzelnen Phasen und Blütezeiten länger genießen.

Blumenzwiebeln kann man man zwar auch in Baumärkten und Supermärkten kaufen, doch mehr Auswahl an Arten und Sorten hat man im Gartenfachgeschäft und Gartencenter.

Blumenzwiebeln, die im Spätwinter (ab Februar) blühen - Frühblüher

Schneeglöckchen Galanthus nivalis, Galanthus elwesii
Schneestolz Chionodoxa luciliae
Winterling Eranthis hyemalis
Alpenveilchen Cyclamen ssp.
frühe Krokusse/Wildkrokusse Crocus ssp.
Zwergnarzissen und Narzissen-Wildformen Narcissus bulbocodium und andere

Diese Blumenzwiebelpflanzen gedeihen gut in Steingärten, unter laubabwerfenden Bäumen und im kurzen Rasen. Die Cyclamen mögen lichten Schatten. Wichtig ist allen ein durchlässiger Boden.
Auch von Narzissen gibt es früher und später blühende Arten und Sorten

Blumenzwiebeln für den Frühling (ab ca. März)

Blaustern Scilla bifolia u. a.
Krokusse - Gartensorten, großblumige Sorten
Narzissen Narcissus ssp.
Märzenbecher Leuconum vernum 
Traubenhyazinthen Muscari botryoides 
Tulpen - Wildtulpen, Zwergtulpen, Kaufmanniana-Hybriden

Diese Arten und Sorten pflanzt man am besten in (Stauden-)Beete.

Blumenzwiebeln für den späteren Frühling (ab ca. April, in manchen Jahren schon ab März)

Hyazinthen Hyacinthus ssp.
Puschkinia Puschkinia scilloides und andere
Kaiserkrone Fritillaria imperialisFrühe Tulpen Tulipa ssp. und Sorten

Diese etwas späteren Arten und Sorten gedeihen am besten in (Stauden-)Beeten.

In einem warmen Frühjahr geben sich die mittelfrühen und
die späteren Sorten die Klinke in die Hand.
Blumenzwiebeln, die ab Mai blühen (in sehr warmen Jahren ausnahmsweise bereits ab Ende März/April)

Knotenblume Leucojum aestivum
Darwintulpen, lilienblütige Tulpen, Cottagetulpen und andere

Diese späten Arten und Sorten pflanzt man am besten in
(Stauden-)Beete.

Blumenzwiebeln pflanzen - wie pflanzen und wie tief pflanzen

In kleinen Gruppen gleichartiger Blumenzwiebelarten und -sorten gepflanzt, wirken Blumenzwiebelpflanzen am natürlichsten und kommen am besten zur Geltung.

Blumenzwiebeln werden etwa doppelt so tief gepflanzt, wie sie dick sind. Zum Pflanzen eignen sich ein Pflanzholz, eine Pflanzschaufel oder ein spezieller Blumenzwiebelpflanzer.

Blumenzwiebeln mögen durchlässigen Boden. Bei schwerem, nassen Boden treiben sie oft nicht. Einen schweren Boden kann man durchlässiger machen, indem man Sand und etwas Kompost einarbeitet. Ist ein Boden jedoch ständig zu nass, weil sich in der Tiefe eine stauende Schicht befindet, dann reicht das nicht aus - hier könnte nur eine professionelle Dränage (GaLaBau-Firma) helfen.

Da Narzissen giftig sind und Blumenzwiebeln chemisch behandelt sein können, arbeitet man beim Blumenzwiebelpflanzen am besten mit Handschuhen und atmet auch den Staub nicht ein. Auch Kinder sollten entsprechend instruiert werden bzw. hält man kleine Kinder von Blumenzwiebeln und Narzissen fern.