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Montag, 14. Januar 2019

Mykorrhiza: Mit Bodenlebewesen wachsen Pflanzen besser

Ein Praxisversuch am Landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg (LTA) mit Gaben von ericoiden Mykorrhiza-Pilzen in Bodenhilfsstoffen zeigt einmal mehr die positive Auswirkung, die Bodenlebewesen auf das Pflanzenwachstum haben können - hier an Heidelbeeren. Die ersten Erkenntnisse dürften nicht nur Baumschulen, sondern auch einige Hobbygärtner interessieren.
Was wir oben ernten können, hängt auch von der Arbeit der Bodenorganismen in der Erde (im Beet oder im Topf) ab.

Zum Bodenleben gehören größere Tiere wie Regenwürmer genauso wie winzige Bodenorganismen, von denen manche eng mit den Pflanzenwurzeln zusammenarbeiten. Tiere und Organismen mit aus Sicht von Menschen positiven Auswirkungen nennt man auch Bodennützlinge. Je nach Boden, Klima, Bewuchs und anderen Bedingungen setzt sich das Bodenleben ganz unterschiedlich zusammen.

Harald Schneller, zuständig für den Biologischen Pflanzenschutz am LTA, und Dr. Mareile Zinker, Referatsleiterin Pflanzenschutz - Ackerbau und Gartenbau, berichten im Informationssystem für die integrierte Pflanzenproduktion (ISIP) über die Ergebnisse ihres bis jetzt dreijährigen Praxisversuches zum Einsatz von ericoiden Mykorrhiza-Bodenhilfsstoffen bei Kultur-Heidelbeeren (Vaccinium corymbosum). Der Versuch ist insgesamt auf sechs Jahre angelegt, doch es gibt bereits vielversprechende Zwischenergebnisse.

Ericoide Mykorrhiza
Mykorrhiza nennt man die Symbiose des Feinwurzelsystems von Pflanzen mit Mykorrhizapilzen. Die Mykorrhizapilze führen der Pflanze Nährstoffe und Wasser zu und sie bekommen im Gegenzug von der Pflanze Stoffe, welche diese mithilfe des Lichts in den grünen Pflanzenteilen (Photosynthese) zusammengebaut hat. Die Symbiose kann auch zu einer Verbesserung der Trockenheitsverträglichkeit, zum Schutz vor bodenbürtigen Krankheiten und sogar vor oberirdischen Schädlingen führen.
Pflanzen mit ericoider Mykorrhiza leben auf nährstoffarmen, vor allem stickstoffarmen Böden (Heide, Moor, Höhenlagen oberhalb der Baumgrenze und andere). Es sind Heidekrautgewächse, Krähenbeerengewächse sowie Australheidegewächse. Ihre Pilzpartner gehören zu den Ständerpilzen (Basidiomycota) wie Serendipita spp. und den Schlauchpilzen (Ascomycota) wie Rhizoscyphus ericae aggr. (Wurzelbecherlinge) sowie Oidiodendron maius, Meliniomyces bicolor und M. variabilis (siehe auch Mykorrhiza - Pilz-Wurzel-Symbiosen).

Schneller und Zunker testeten die Bodenhilfsstoffe INOQ Rhodazo und MycoZoom-Ericoid und verglichen die behandelten Pflanzen mit unbehandelten. Sie beobachteten in ihrem Versuch in den Kulturheidelbeer-Varianten mit Mykorrhiza-Pilzen neben einer besseren Nährstoff- und Wasseraufnahme, einem besseren Wachstum mit mehr Neutrieben, einem stärkeren Wurzelwachstum und weniger Ausfällen auch eine Neutralisierung der vorhandenen Karbonsäure, welche auf Heidegewächse sonst wachstumshemmend wirken kann.

Nach bisherigem Stand beurteilen Schneller und Zunker die bisherigen Ergebnisse als vielversprechend. Sie sehen das Einsatzgebiet der Bodenhilfsstoffe mit Mykorrhizapilzen vor allem bei Jungpflanzen in der Baumschule.

In den nächsten drei Jahren soll nicht nur der Versuch mit den Kulturheidelbeeren weitergeführt, sondern auch Versuche mit Mykorrhiza-Hilfsstoffen an Himbeeren und Edelrosen durchgeführt werden.

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