Dienstag, 4. März 2025

Ziergräser schneiden - Zeitpunkt und Schneidgeräte: Lampenputzergras und Chinaschilf (Erfahrungen)

Über den richtigen Zeitpunkt des Gräserschnitts bei Ziergräsern und über das richtige Schneidgerät (Schnittwerkzeug) am Beispiel Lampenputzergras (im Kübel) und Chinaschilf (im Beet auf einem begrünten Tiefgaragendach). (Aktualisiert März 2025)

2012 habe ich drei winzige Chinaschilf-Pflänzchen (Miscanthus) in eine flache, mit einigen Löchern versehene Plastikwanne gepflanzt, die ich in den Boden eines begrünten Tiefgaragendaches mit dünner Erdauflage eingesenkt hatte. Innerhalb weniger Jahre sind sie zu einem stattlichen Horst zusammengewachsen.

Der richtige Zeitpunkt zum Gräserschneiden

Ziergräser werden am besten im Frühjahr vor dem Neuaustrieb geschnitten. Jedes Jahr hadere ich wegen des richtigen Zeitpunktes – oft ist es schon früh im Jahr sehr warm und auch nachts mild, doch für die nachfolgenden Wochen sind bei uns in Oberbayern noch tiefe Minusgrade relativ wahrscheinlich. Dazu muss man wissen: Ich bereite meine Beete im Spätwinter/zeitigem Frühjahr auf die "aktive" Gartensaison vor und nicht etwa schon im Herbst/Winter, wie es traditionell von vielen praktiziert wurde.

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Mein Vorgehen hat vor allem ökologische Gründe und ist meiner Meinung nach nachhaltiger: Insekten wie Schmetterlinge, Marienkäfer und Florfliegen können in und an den Pflanzenresten überwintern, Vögel sich verstecken und Futter picken. Außerdem liegt der Boden nicht nackt dem Herbstregen und der Schneeschmelze ausgeliefert da und er erwärmt sich auch nicht so stark bei den ersten Sonnenstrahlen, was vorzeitiges Treiben auslösen könnte (erhöht die Spätfrostgefahr) und Ähnliches mehr. Inzwischen sind sich immer mehr Menschen dessen bewusst, dass Insekten nicht per se unsere Feinde sind: Nicht nur als Bestäuber unserer Obst- und Gemüsekulturen sind sie wichtig, sondern als Bestandteile eines möglichst robusten Ökosystems (und da nicht zuletzt auch als "Vogelfutter").

Ich peile als Schnittzeitpunkt für meine Ziergräser den März an, richte mich aber nach dem Wetter und der Wettervorhersage für die nächsten ein bis zwei Wochen, denn das Wetter ist erfahrungsgemäß in jedem Spätwinter/Frühjahr anders (Wann beginnen Frühling, Sommer, Herbst und Winter?).

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Einerseits möchte ich nicht zu früh schneiden, denn Regen kann offenen alten Grashalmen zusetzen und dazu führen, dass sich Fäulniskrankheiten im Horst ausbreiten. Außerdem möchte ich, dass sich der Boden um die Gräserhorste erst spät erwärmt und das tut er, solange der Horst nicht geschnitten wurde, damit die Pflanzen ihre Triebe/Halme spät schieben - damit sind diese weniger durch Spätfröste gefährdet. Außerdem möchte ich (mir zuliebe) nicht bei Minustemperaturen schneiden.

Andererseits möchte ich die Pflanzen von ihrer Vorjahreslast befreien, damit sich die neuen Halme schön entfalten können und von Luft umspielt werden. Übrigens, was meiner Meinung nach am Chinaschilf nervt, sind die trockenen, losen alten Blätter, die sich bei Stürmen im Frühjahr über den ganzen Garten verteilen. Das mag in einem Garten, der einem alleine gehört, egal sein, aber im Gemeinschaftsgarten eines Mehrparteienhauses muss man anderen gegenüber begründen können, wieso man Beete erst im Frühjahr "schön macht". Und herumfliegende trockene Halme, die das Gartenbild nicht gerade aufwerten, wenn eventuelle Käufer oder potenzielle Mieter kommen, können den ein oder anderen Eigentümer oder Mieter verärgern. Bisher hatte ich zwar keine Klagen, aber ein wenig unangenehm ist mir das trotzdem.

Nach dem Schnitt bietet das Lampenputzergras keinen schönen Anblick. (Bild vom März 2017, da hatte ich zwei Wochen früher geschnitten - noch kaum Grünes zu sehen. Ich war danach unsicher (wie eigentlich jedes Jahr), ob die Pflanzen wieder austreiben werden.)
Doch schon wenig später hatte das Lampenputzergras seinen Charme zurück.
Im Juli war die "Frisur" vom Frühjahr längst vergessen und das Lampenputzergras im Topf machte eine gute Figur zwischen Stauden und kleinen Gehölzen (fotografiert, bevor die "Bürsten" ausgebildet waren). Dennoch schneide ich in der Regel etwas später als im Jahre 2017, auch wenn dann einzelne frische Halme gekappt werden.
2020 habe ich Lampenputzergras (Pennisetum) und Chinaschilf am 17. und 18. März 2020) geschnitten, da die Wettervorhersage angekündigt hatte, dass es sehr warm werden sollte und sich der Austrieb meiner Einschätzung nach nicht mehr unterdrücken ließ. 2021 schnitt ich bereits am 26. und 27. Februar, 2022 und 2023 erst am 21. März.

Wie so oft, musste ich sowohl 2021 als auch 2022 bis ins Grüne schneiden. Da ich im Vergleich zu vielen Gärtnern und Hobbygärtnern meine Ziergräser meist recht spät schneide, schneide ich nie bis zum Boden zurück, wie man es oft als Empfehlung liest, sondern schneide beim Lampenputzergras etwa 10 bis 15 cm über der Substratoberfläche (im Kübel) und beim Chinaschilf in etwa 20 bis 30 cm Höhe über der Erdoberfläche im Beet ab, je nachdem, wie hoch die frischen Austriebe bereits reichen.

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Vor allem 2021 schob ich Panik nach dem Schnitt, denn es wurden Nachtfröste bis minus acht Grad Celsius erwartet. Zwar kann man in so einem Fall die Beete über Nacht mit Vlies, Zeitung o. Ä. abdecken, aber wenn möglich, erspare ich mir das. Auch das Schnittgut könnte man zum Abdecken verwenden, aber dann muss man hinterher wieder den ganzen Garten nach den alten Pflanzenteilen des Chinaschilfs absuchen, falls etwas mehr Wind bläst.

Undercut unterm Jahr fürs Chinaschilf
2022 war das Chinaschilf besonders stark und dicht gewachsen und die äußerden Halme legten sich nach einem starken Regen um und lagen auf dem Rasen, was für die Personen, die den Rasen mähen, nervig ist. Ich überlegte, dass ein Undercut, wie es Friseure bei sehr üppigem Haar machen, eine Lösung sein könnte und probierte es aus: Ich schnitt im Sommer ringsherum die äußeren 10 bis 15 cm ewa 30 cm über dem Boden ab (der Horst hat inzwischen einen Durchmesser von mehr als 1 m). Die Maßnahme war nach ein paar Tagen überhaupt nicht mehr zu sehen, weil die Blätter immer etwas überhängen, und die Halmstoppeln stützten die verbliebenen langen Halme, so dass sie sich nicht mehr umlegten. Wer es ausprobieren möchte, sollte das vielleicht erst an einer weniger auffälligen Stelle tun, denn möglicherweise reagieren die verschiedenen Sorten und abhängig von den Standortverhältnissen unterschiedlich.

Werkzeuge zum Gräserschneiden

Das Lampenputzergras schnitt ich lange mit einer einfachen manuellen Rasenschere/Rasenkantenschere, die man normalerweise für Beetränder nimmt – da, wo man mit dem Rasenmäher nicht hinkommt. Bei nur einer einzigen Pflanze in einem Kübel, ist das kein Problem, auch wenn diese von Jahr zu Jahr kräftiger wird.

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Beim Chinaschilf habe ich die Halme bis 2019 mit einer kleinen Baumschere (zum Schneiden von Zweigen und dünneren Ästen) gekürzt, was mit dem Wachsen der Horste immer mühseliger wurde und immer mehr Zeit in Anspruch nahm.

Seit 2023 schneide ich sowohl das Lampenputzergras als auch das Chinaschilf überwiegend mit der scharfen Japan-Klappsäge.


Der Schnitt des Chinaschilfes im Spätwinter/Frühlingsanfang lässt den Garten kurzfristig wie ein Schlachtfeld aussehen (die Situation lässt sich etwas verbessern, wenn man den Horst vor dem Schneiden ordentlich mit Gurten zusammenbinden). Aber ein Teil der trockenen Pflanzenteile wird immer abfallen. Einen Teil davon verwende ich als Mulch im Staudenbeet (in der zweiten Reihe, wo man es nicht so sieht und von wo es nicht so leicht davongeblasen werden kann). Alle Schnittsünden werden von Miscanthus glücklicherweise schnell überwuchert.
Ich habe nach Alternativen zu Gehölzscheren (kleine Baumschere, Astschere mit langen Griffen, Heckenscheren etc.) gesucht und 2020 eine Klappsäge als Schneidgerät gekauft und ausprobiert. Wie auch bei anderen Schneidwerkzeugen, nehme ich als Rechtshändlerin jeweils ein Bündel Halme oberhalb der grünen Austriebe fest in die linke Hand und säge (oder schneide) mit der rechten Hand – wobei ich nicht über dem weitesten grünen Halm schneide, sondern über der Masse der grünen Halme, falls der Austrieb schon etwas fortgeschritten ist, wie es 2022 war (einzelne junge Halme werden dabei gekürzt, aber das fällt nicht auf und verwächst sich sofort).

Bis einschließlich 2019 habe ich den Chinaschilf-Horst komplett mit der kleinen Baumschere geschnitten, was sehr mühselig war. 2020 habe ich zum ersten Mal eine scharfe Säge ausprobiert und war mit ihr bisher sehr zufrieden: Ich habe weniger Zeit gebraucht und meine Sehnen und Gelenke wurden so gut wie gar nicht beansprucht. 
Die getestete Säge (eine Tajima GKG240 Klappsäge*, Werbelink) hat sich als sehr scharf und einfach zu nutzen erwiesen. Ich persönlich bin mit ihr sehr zufrieden: Mit der Arbeit war ich viel schneller fertig als in früheren Jahren mit meiner "Zweigschere" und ich bekam daher auch keine Probleme mit meinen Händen, Handgelenken oder Sehnen. Wie lange sie so schön scharf bleibt, kann ich nicht sagen. Aber da ich sie nur einmal im Jahr für wenige Pflanzen benötige, sollte sie ein paar Jahre gut funktionieren. Übrigens hatte ich auch eine Astschere erwogen, wie von einigen empfohlen wird, aber da man die nur beidhändig bedienen kann, scheint sie mir keine ideale Möglichkeit, so üppige Ziergräser wie meinen Chinaschilfhorst (der aus drei winzigen Einzelpflanzen entstanden ist) zu schneiden. Möglicherweise wäre sie aber bei manchen Bambusarten oder anderen starken Ziergräsern ein geeignetes Werkzeug (vielleicht auch, wenn man den Horst vorher fest zusammenbindet).

Auch 2021, 2022 und 2023 hat der Einsatz der scharfen Säge den Schnitt zu einer zügigen Angelegenheit gemacht. Die Gehölzschere kam nicht mehr zum Einsatz.

Ich schneide meine beiden Ziergräser, Chinaschilf und Lampenputzergras, seit ich sie 2012 gepflanzt habe, auf die beschriebene Weise. Sie haben mir bisher alles verziehen und sich im Laufe der Jahre sehr schön und gesund entwickelt. Auch 2020, 2021 und 2022 haben sie nach dem Schnitt wieder stark ausgetrieben. Schon nach kurzer Zeit war von den alten Halmen des Vorjahres nichts mehr zu sehen.

So sah das Chinaschilf im Juli 2020 (im Hintergrund) aus. Das Kürzen der Halme mit der Säge hat ihm nicht geschadet. Der Neuaustrieb hat wie immer alte Pflanzenreste überwuchert.


Nachtrag: Meine Werkzeug-Evolution ging weiter

In Videos bei YouTube hatte ich den Schnitt von hohen Gräsern mit einer elektrischen Heckenschere/Akkuschere gesehen. Das sah zumindest im Video sehr einfach und zeitsparend aus. Beide Gärtnerinnen schnitten die Miscanthus-Horste wie ich im Frühjahr vor dem Austrieb, wenn die Halme vom Vorjahr strohig trocken sind. Die Techniken waren verschieden: Die eine Gärtnerin, deren Horst noch nicht sehr dicht und üppig war, schnitt die Halme etagenweise, oben beginnend, immer 20 bis 30 cm unter der aktuellen Höhe ab, bis sie nahe der Bodenoberfläche angelangt war. So konnte sie das Schnittgut gleich als Mulch verwenden. Eine andere mit mehreren, sehr großen Miscanthus-Horsten band die Horste von jeweils knapp 1 m Durchmesser zuerst mit einem Band fest zusammen, schnitt sie dann sehr tief unten mit einer elektrischen Heckenschere ab und transportierte das jeweilige große Bündel mit einer Schubkarre ab.

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Inspiriert von den beiden GärtnerInnen bei YouTube und einem Tweet von Tom im Garten bei Twitter (heute X - bin nicht mehr dort) hätte ich mir zwar gerne auch eine große Akku-Heckenschere gekauft, aber da ich praktisch nur einmal im Jahr einen großen und einen sehr kleinen Horst schneide, war mir das zu teuer. Allerdings sah ich beim Recherchieren Kombi-Sets, die aus einem Akkugerät, einem verkürzten Heckenschere-Aufsatz und einem Rasenkantenscheren-Aufsatz bestanden. Ich bin das Risiko eingegangen und habe mir ein sehr günstiges 2-in-1-Set von Shall bei Amazon.de* gekauft - zwei Fliegen mit einer Klappe, denn nicht nur das Chinaschilf-Schneiden, auch der Rasenkantenschnitt hat meine Sehnen und Gelenke immer recht mitgenomen - nicht sehr gut, wenn man von Berufs wegen auf die Hände angewiesen ist.

SHALL Akku-Grasschere und Heckenschere: 2 in 1 plus Handschere*. Allzu viel darf man von einem solchen Mini-Kombi-Gerät natürlich nicht erwarten. Doch mir ist es eine große Hilfe - zum Teil beim Ziergräserschnitt im Frühjahr - vor allem beim Nachfriseren, außerdem beim Undercut im Sommer, aber noch mehr beim Rasenkantenschneiden ums Beet und um die Terrasse.


2023 habe ich das neue Akkugerät mit Heckenscheren-Aufsatz zum "Nachfrisieren" des Chinaschilfhorstes nach dem Schneiden mit der Säge benutzt. Das hat ganz gut geklappt.

2024 habe ich den Heckenscheren-Aufsatz im Frühjahr zum Einkürzen eines Teils des Chinaschilfhorstes sowie zum Nachfrisieren nach dem Klappsägeschnitt im März eingesetzt.

Frisch frisiert: Chinaschilfhorst
2025 habe ich bereits Anfang März geschnitten, wieder zuerst mit der Klappsäge, dann mit dem Rasenkantenscheren-Aufsatz des Mini-Akkugerätes nachfrisiert. Ich plane auch dieses Jahr einen Undercut - dieses Mal besonders tief, in der Hoffnung den Horst eher klein zu halten.


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Sonntag, 8. September 2024

Herbstblüher für Bienen, Hummeln, Schwebfliegen, Schmetterlinge und viele andere

Die Prachtscharte (Liatris spicata) blüht bis September und wird von Bienen und Hummeln besucht.


Blühende Phacelia macht Bienen und
Hummeln glücklich. Damit ständig Blüten
 vorhanden sind, sät man bis August
etwa alle 2 - 3 Wochen aus. Sie
blüht etwa 5 Wochen später. Die
Gründüngungspflanze ist nicht winterhart.


Von Frühjahr bis Herbst suchen Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Insekten nach Pollen und Nektar. Man hilft den Tieren, indem man im Garten oder auf dem Balkon auch viele einheimische Blühpflanzen, Bienenweidepflanzen und andere bei Insekten beliebte Pflanzen aussät oder anpflanzt. Dabei sollte man darauf achten, dass man nicht nur im Frühjahr blühende Pflanzen im Garten, Kübel oder Balkonkasten hat, sondern auch solche, die im Sommer, Spätsommer und Herbst blühen. (zuletzt bearbeitet am 8.09.2024)

Hier einige Beispiele für Pflanzen, die im Spätsommer und Herbst blühen und mit denen Sie die liebenswerten und nützlichen Gartenbesucher zu sich einladen, damit sie sich vor dem Winter stärken und/oder Vorräte – ja, auch unseren Honig - sammeln können:

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Einjährige Blühpflanzen:
Bis in den Herbst blühen Kapuzinerkresse, Bienenfreund Phacelia, Ringelblume, Steinkraut, Tagetes und Zinnie.

Blühende Heil- und Gewürzpflanzen/Gewürzkräuter:
Sehr lange im Jahr blühen auch Borretsch (aber nur wenige Pflanzen anbauen, da er ein Gift enthält), Strauchbasilikum (nicht winterhart!), Oregano, Pimpernelle, Thymian und Ysop.

Reichlich Blüten hat auch der Strauchbasilikum - ein Bienenmagnet im Sommer und im Herbst. 


 Der Strauchbasilikum hat noch im Oktober viel Besuch.


Herbstblühende Stauden:
Prachtscharte (Liatris spicata), Weiße Fetthenne (Sedum album) und Purpur-Fetthenne (S. telephium), Goldrute, Herbstanemonen, Herbstzeitlose, Patagonisches Eisenkraut (Verbena bonariensis), Phlox, Prachtkerze (Gaura lindheimeri), Schafgarbe, Stockrose, Herbstaster und Wiesenflockenblume verschönern den Garten bis in den Herbst und Bienen, Hummeln und Schmetterlinge können sich an ihnen laben.




Patagonisches Eisenkraut (Verbena bonariensis) und
Prachtkerze (
Gaura lindheimeri) sind
winterharte Stauden, die bis in den Herbst blühen,


Astern sind nicht nur leuchtende Blüten, mit denen man Balkon und Garten im Herbst noch einmal aufhübschen kann, wie blühender Efeu gehören sie zu den letzten Bienenfutterpflanzen im Herbst.


Die Bienen freuen sich:
Efeu blüht erst sehr spät im Jahr.
Die Aufnahme wurde Mitte Oktober
gemacht.
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Herbstblühende Gehölze/Kletterpflanzen:
Spät im Gartenjahr blühen auch Efeu und Schneebeere Symphoricarpos (Knallerbsenstrauch).



Saatgutmischungen vom Imkerverein


Manche Imkervereine bieten Hobbygärtnern Bienenweide-Saatgutmischungen für den Garten an. Diese Saatgutmischungen enthalten Samen von Kulturpflanzen und von Wildpflanzen. Durch die Versorgung der Honigbienen (und gleichzeitig teilweise der Wildbienen und anderer Insekten) mit Nektar und Pollen werden die Tiere besser versorgt werden und haben die Chance gesund und kräftig zu bleiben. Das kommt nicht nur dem Imker zugute, der dann ertragreichere, gesunde Bienenvölker hat, sondern leistet auch einen Beitrag zum Artenerhalt und zu unserer Versorgungssicherheit.

Mehr als 80 % der bei uns heimischen Nutz- und Wildpflanzen sind auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen, so auch Obst und Fruchtgemüse wie Tomaten, Zucchini etc.

Bestäuben können viele verschiedene Insektenarten. Tatsächlich ist der Anteil der Wildbienen an der Bestäuberarbeit mit über 60 % sehr groß und besonders bei Früh- und Spätblühern wichtig. Einige Wildbienen-Arten fliegen schon bei niedrigen Temperaturen und sind allgemein etwas "wetterfester" als die Honigbienen. Die Honigbienen verlassen erst ab Temperaturen von 10 °C bei schönem Wetter ihren kuscheligen Bienenstock.

Die Honigbienen spielen aber insofern eine sehr wichtige Rolle, dass sie fast 80 % der Pflanzen, die eine Fremdbestäubung benötigen, bestäuben können. Doch gibt es Pflanzen, die auf Spezialisten angewiesen sind: Manchmal kann nur eine einzige Wildbienenart eine bestimmte Wildpflanzenart bestäuben.

Ernähren wir die Bienen, werden auch wir gut ernährt!

Imker sprechen von Tracht, wenn sie über die Pflanzen reden, von denen ihre Honigbienen Nektar oder Pollen sammeln können. Die erste Tracht im Jahr ist die Obstblüte- oder Frühtracht (Apfel-, Birn- und Kirschbäume, Löwenzahn und andere). Sie fällt oft zusammen mit der Rapsblüte. Für die Sommertracht sind Robinie, Himbeere, Heidel- und Preiselbeere sowie andere blühende Pflanzen wichtig. Die Waldtracht ist eine Honigtautracht, d. h., nicht Blüten liefern den Honig, sondern die Bienen sammeln die zuckrigen Ausscheidungen der Blattläuse auf den Waldbäumen.


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Weiterführende Informationen
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Donnerstag, 5. September 2024

Was nach Tomaten anbauen?

Kulturfolge und Fruchtwechsel sind wichtig für den Erhalt der Bodenfruchtbarkeit, für das Pflanzenwachstum und die Gesunderhaltung der Pflanzen. Was am besten nach Tomaten angebaut wird. (Zuletzt aktualisiert am 5.09.2024)

Tomaten sollten nicht jedes Jahr
im gleichen Boden angebaut werden.

Kulturfolge mit Tomaten

Die Kulturfolge ist das Aufeinanderfolgen der Pflanzenarten auf einer Fläche während eines Jahres. Beispielsweise kann man im ungeheizten Kleingewächshaus schon im zeitigen Frühjahr Kohlrabi, Rettich oder Salat pflanzen, die in einem beheizten Gewächshaus vorgezogen wurden - selbst oder von einem Gärtner, bei dem man die Jungpflanzen kauft. Rettich, Kohlrabi oder der Salat sind dann die Frühjahrskultur oder Vorkultur.

Die Vorkultur ist je nach Wetter und Lage nach etwa 8 bis 10 Wochen erntereif. Sobald sie abgeerntet ist, wird der Boden bearbeitet und die (im Anzuchtgewächshaus) vorgezogenen Tomaten gesetzt. Die Tomatenpflanzen bleiben den ganzen Sommer lang stehen, wachsen und gedeihen, ab etwa Juli können die ersten reifen Tomaten geerntet werden. Die Tomaten sind hier die Hauptkultur beziehungsweise die Sommerkultur.

Ab September (je nach Pflanzengesundheit und Wetterlage bzw. Herbstkulturpläne) werden die Tomatenpflanzen abgeräumt, der Boden bearbeitet und die Herbstkultur (Nachkultur) ausgesät oder ausgepflanzt. Die Nachkultur wird im Winter oder im zeitigen Frühjahr des nächsten Jahres erntereif.

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Fruchtfolge mit Tomaten

Im Gegensatz zur Kulturfolge wird als Fruchtfolge das Aufeinanderfolgen der Hauptkultur von Jahr zu Jahr bezeichnet. Zu den Hauptkulturen, die den ganzen Sommer über stehenbleiben, gehören vor allem lange tragende Fruchtgemüse. Neben Tomaten sind das beispielsweise Gurken, Melonen, Stangenbohnen, Auberginen, Paprika und Tomatillo. Nicht alle Gemüsearten lassen sich in dieses Schema pressen. Manche Gemüsearten stehen lange, sind aber keine Fruchtgemüse - beispielsweise die Süßkartoffel, ihre Knollen werden erst ab Oktober geerntet, danach kann man nur noch wenig säen (beispielsweise Dinkel oder Feldsalat als späte Gründüngung im Herbst).

Was ist bei Kulturfolge und Fruchtfolge nach Tomaten zu beachten

Als Kulturnachfolger für Tomaten im gleichen Jahr eignet sich
beispielsweise Spinat
Sowohl bei der Kulturfolge als auch bei der Fruchtfolge wird auf Abwechslung geachtet. Das schont den Boden, denn er wird nicht einseitig "ausgelaugt", und verhindert, dass sich Schaderreger, die sich auf eine Pflanzenfamilie spezialisiert haben, vermehren und so den Befallsdruck erhöhen können. Außerdem haben die Pflanzen ein unterschiedlich starkes Wurzelwachstum. Die im Boden zurückbleibenden Wurzeln sind auch für die Humusbildung und Bodenfruchtbarkeit wichtig.

Um den Boden zu entlasten und die Fruchtbarkeit zu fördern, kann man auch die Vor-, Haupt- und/oder Nachkultur durch eine Gründüngung ersetzen. Gründüngung sind Pflanzen, die hauptsächlich zur Bodenpflege, nicht zur Ernte angebaut werden. Die Gründüngungspflanzen sind oft Tiefwurzler wie Raps oder Luzerne, sie lockern Verdichtungen, befördern Nährstoffe nach oben und erhöhen den Humusgehalt. Durch diese Prozesse wird auch das Bodenleben gefördert - Gründüngung (statt Brache) kann also auch zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen. Auch manche Gemüse, beispielsweise Spinat und Feldsalat, eignen sich als Gründüngung (die man auch essen kann).

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Bei der Kulturfolge und der Fruchtfolge der Hauptkulturen wird vor allem nach folgenden Kriterien abgewechselt:
  • Pflanzenfamilienzugehörigkeit
    Nach Tomaten sollten weder im gleichen Jahr noch im nächsten Jahr wieder Nachtschattengewächse angebaut werden. Zu den Nachtschattengewächsen gehören neben Tomaten auch Paprika, Auberginen, Kartoffel und andere mehr. Ein Fruchtwechsel wird angestrebt. Am besten wären sogar zwei bis drei Jahre ohne Nachtschattengewächse auf der gleichen Fläche.

    Früher sagte man, Tomaten könnten immer am gleichen Platz in der gleichen Erde stehen, aber aus Pflanzenschutzsicht ist das falsch, denn Krankheiten wie die Kraut- und Braunfäule überwintern auch in Pflanzenresten im Boden. Weniger Probleme hat man mit dem Anbau im Kübel oder in Erdesäcken, wenn man die Erde nach dem Abräumen nicht wieder für Nachtschattengewächse sondern für andere Pflanzen verwendet, außerdem die Kübel sorgfältig auswäscht und auch die Pflanzenstützen und Werkzeuge gründlich reinigt.
  • Wirkung auf den Boden
    Die Bodenqualität (luft- und wasserhaltende Struktur, Durchwurzelbarkeit, humusbildende Bodenorganismen, Humusgehalt, Nahrstoffspeicherkapazität, sonstige Fruchtbarkeitsaspekte) soll auf Dauer erhalten oder sogar verbessert werden. Ein guter Boden durch gute Bodenpflege ist besser vor Erosion geschützt und spart teure Dünge- und Pflanzenschutzmittel (egal, ob biologisch oder konventionell). Tiefwurzler wie Raps und Hülsenfrüchte (Leguminosen) brechen in der Tiefe verdichtete Böden auf, Hülsenfrüchte wie Wicken, Lupinen, Sojabohnen und andere arbeiten mit natürlichen Bodenbakterien zusammen und sammeln und binden Stickstoff, der auch den nachfolgenden Pflanzen zugute kommt. Gräser, wie auch Mais, können zwar je nach Sorte und Boden auch relativ tief wurzeln, haben aber meist nicht die Kraft Verdichtungen aufzubrechen. Mais ist zudem ein Starkzehrer, denn er bildet sehr viel Masse. Jedes Jahr Mais als Monokultur anzubauen, zehrt den Boden aus.

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Was nach Tomaten angebaut werden kann

Als Hauptfrucht im nächsten Jahr nach den Tomaten
eignen sich beispielsweise Salatgurken.
Um also die Frage zu beantworten, welche Pflanzen nach Tomaten am besten angebaut werden:
  • Im gleichen Jahr als Nachkultur eignen sich beispielsweise Herbst- und Wintergemüsearten wie Spinat, Feldsalat, Radieschen, Pflücksalat, Löffelkraut, Winterportulak, Bremer Scherkohl.
  • Als Hauptkultur im nächsten Jahr sind Gurken, Zucchini, Kürbis, Süßkartoffeln (gehören zu den Windengewächsen, nicht zu den Nachtschattenpflanzen), Okra, Stangenbohnen, Zuckermais und andere Gemüse, die nicht zur gleichen Pflanzenfamilie wie Tomaten (Nachtschattengewächse) gehören, zu empfehlen.
  • Immer zu empfehlen - als Vor-, Nach- oder Hauptkultur - sind Gründüngungssaaten. Welche man nimmt, ist von der Jahreszeit und der Nachkultur abhängig.
     

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