Mittwoch, 20. Mai 2015

11 Antworten von einem Kompostwurm (Liebster Award)

Ui, Fiona Amann vom Wo-Blumenbilder-wachsen.de-Blog hat mich für den Liebster Award nominiert und mir 11 spannende Fragen gestellt. Mit dem Liebster Award unterstützen und vernetzen sich Blogs gegenseitig und die Blogbesucher erfahren ein bisschen mehr über die Autoren und erhalten den ein oder anderen zusätzlichen Tipp.

Danke, Fiona, dass du an mich gedacht hast!

Hier nun meine Antworten - da findet sich auch die Erklärung, warum ich mich ein bisschen als Kompostwurm sehe.
  1. Neben Marketing, SEO und den bekannten Vorteilen von Blogs, was treibt dich an, dein Blog zu führen und regelmäßig zu füttern?

    Es macht mir einfach Spaß: Mit Bloggen (bzw. Schreiben und Veröffentlichen an sich) kann ich Erlerntes, Erfahrenes und neue Erkenntnisse mit anderen teilen.

    Ich habe ja als junge Frau Gartenbau studiert und den Beruf lange ausgeübt, bevor ich in die IT gegangen und später Texterin geworden bin. Außerdem bin ich selbst leidenschaftliche Hobbygärtnerin. Da ich auch ein sehr wissbegieriger Mensch bin, recherchiere ich ständig zu Neuem, nehme an Weiterbildungskursen teil, experimentiere selbst und lerne ständig dazu. Dass für mich alleine zu tun, wäre langweilig und empfände ich als sinnlos. Ich möchte alles Wichtige weitergeben an Menschen, die es interessiert und die es brauchen können.

    Ich sehe mich als eine Art Kompostwurm, der sich durch ganz viel durchwühlt, um dann etwas Wertvolles und Brauchbares daraus zu machen - nur dass ich unnötigen Ballast vorher aussortiere.

    Bei manchen Themen geht es mir aber vor allem darum, Transparenz zu schaffen: Leute über etwas zu informieren, das sie wissen sollten, das aber beispielsweise öffentlich nicht (genug) wahrgenommen wird oder zu vereinfacht diskutiert wird.
  1. Kommentierst du andere Blogs oder verteilst du nur Likes auf Facebook?

    Leider kommentiere ich aus Zeitmangel selten. Dabei gibt es viele tolle Blogs, bei denen man mitdiskutieren sollte. Manchmal bin ich aber auch nicht sicher, ob der Blogbetreiber/die Blogbetreiberin meine Kommentare mag - es gibt ja gelegentlich auch eine gewisse Konkurrenz, dann lass ich es meist.
  2. Wie promotest du deine Blogartikel? Vertraust du alleine auf Google oder verlinkst du sie aktiv? Wenn ja, wie und wo.

    Ich möchte natürlich, dass meine Blogartikel gefunden und gelesen werden, denn Recherchieren, Experimentieren und Schreiben machen ja Arbeit. Daher promote ich jeden Blogartikel über Facebook, Twitter, Google+ und meist auch noch über Pinterest.
  3.  Wie findest du neue Themen für Posts und führst du dafür einen Redaktionsplan?

    Beim Thema Garten orientiere ich mich an der Jahreszeit, am Wetter, am Fortschritt meiner eigenen kleinen Experimente sowie an Trends, die ich beobachte. Manchmal möchte ich mir auch nur etwas von der Seele schreiben - beispielsweise wenn mich ein Trend beunruhigt, aber auch, wenn ich das Gefühl habe, dass altes wichtiges Gärtnerwissen bei vielen gar nicht mehr bekannt ist.

    Wenn ich eine Idee zu einem Blogartikel habe, dann notiere ich das Thema und den passenden Blog (ich habe ja mehrere zu verschiedenen Themen) am geeigneten Datum in meinem digitalen Kalender. Ich schreibe auch gleich ein paar Stichpunkte dazu. Die Einträge verschiebe ich nach Bedarf - mal um ein paar Tage, mal um eine Woche - nach vorne oder hinten und ändere sie auch gelegentlich. Kurz bevor der Termin erreicht ist, schreibe ich den Artikel und veröffentliche ihn dann wie geplant.

    Einen starren Redaktionsplan für das ganze Jahr habe ich nicht, aber ich denke immer ein wenig voraus und trage die Ideen in den Kalender ein, und ich achte auf eine gewisse Regelmäßigkeit. Ansonsten lasse ich mich von meiner Kreativität, meinen aktuellen eigenen Erfahrungen/Experimentierergebnissen und der allgemeinen Stimmung leiten. Durch meine Gartenseiten und Communities bei Facebook und Google+ habe ich ja immer engen Kontakt zu anderen Gartenfreunden und den Finger am Puls der Gartentrends.
  4. Balkon oder Garten: Wie groß ist dein grünes Refugium?

    Ich gärtnere auf kleinem Raum. Zwar haben wir einen großen Gemeinschaftsgarten rund ums Haus mit Vorgärten zu zwei Seiten, eine begrünte Tiefgarage mit Spielwiese, einen Kinderspielplatz, aber ich selbst gärtnere nur auf meiner Terrasse und in meinem Staudenbeet, den Rest machen Hausverwalter und Hausmeisterin.

    Auf meiner Terrasse und drumherum habe ich einen Topfgarten, wo ich Gemüse, Kräuter, Sommerblumen, Stauden, Gehölze (eine Buddleja, eine niedrige Rose), Gräser und Blumenzwiebeln in Töpfen und Kübeln anbaue. Jedes Jahr probiere ich neue Gemüsesorten im Kübel aus - von Auberginen, Tomaten, Chili bis Süßkartoffeln und Bohnen. Mit Hilfe eines Topfregals habe ich die Stellfläche für Kräuter und Blumen in Töpfe in die Vertikale ausgedehnt.

    Das Blumenzwiebel- und Staudenbeet liegt gleich daneben vor einer Südseitenwand auf der begrünten Tiefgarage. Der Standort ist nicht ohne: sehr heiß und trocken, und die Bodenauflage ist nur 15 bis 20 cm hoch. Im Frühjahr blühen dort (und auch in den Kübeln und Töpfen) frühjahrsblühende Blumenzwiebeln und später Stauden im "Prairiegarten-Stil", die ich dort 2012 gepflanzt habe.
  5. Nenne mir deine drei Lieblingspflanzen.

    Oh je, nur drei? Früher konnte ich noch sagen, die Pflanze mag ich und jene nicht, aber jedes Mal, wenn ich mich dann aus beruflichen Gründen mit einer Pflanze beschäftigt habe, mochte ich sie auch. Und jetzt nach Jahrzehnten als Gärtnerin/Hobbygärtnerin mag ich alle - die Wildblumen (von Gänseblümchen bis kriechendem Günsel), die Züchtungen (von Zauberglöckchen bis Schmetterlingsflieder), aber genauso auch Gemüsepflanzen, Kräuter und essbare Blumen (Kapuzinerkresse). Und vor allem mag ich Kombinationen: Ein Gras alleine kann langweilig aussehen, solange es nicht blüht, aber Gräser mit Prairieblumen oder (scheinbar) verwilderten Blumenzwiebelpflanzen oder Rosen gemischt sind doch einfach nur wildromantisch. Genauso finde ich aber auch Gemüse-Kräuterbeete in Mischkultur wunderschön.
      
  6. Nenne mir deinen Lieblingsbaum.

    Genauso schwer zu beantworten. Am meisten beeindruckt haben mich riesige Gummibaumarten in den Tropen und Mammutbäume in Nordamerika. Von den Blüten her gefiel mit die Bauhinie als tropischer Schmuckbaum.

    Bei uns liebe ich Kastanien und Ahornbäume, aber auch die Weiden an der Isar. Andererseits zittern Birkenblätter so schön im Wind, und auch der urige Gingko-Baum hat sehr besondere Blätter, die ich mag ...
  7. Verrate deine drei besten Gartentipps für Gartenneulinge.

    Gartentipp 1: Auf den Standort kommt es an
    Schau dir den Standort (Sonne/Schatten, Wärme, Boden, Feuchtigkeit) an und überlege, welche Pflanzen sich dort wohlfühlen würden. Hilfe zur Auswahl findet man in Büchern, bei Baumschulen und Staudengärtnern. Mit den zum Standort passenden Pflanzen erspart man sich jede Menge Gartenprobleme.

    Gartentipp 2: Wandle Gartenabfälle in Gartengold
    Betreibe Kompostierung, denn damit wandelst du Gartenabfälle in Bodenverbesserungsstoff und Dünger. Das hilft dem Boden, den Pflanzen, dem Geldbeutel und der Umwelt.

    Gartentipp 3: Schöner Garten das ganze Jahr
    Achte bei der Gartengestaltung darauf, dass nicht alle Pflanzen gleichzeitig blühen, sondern dass es für jeden Monat ein oder mehrere Hightlights gibt, die durch Blütenschmuck, Blattfärbung, Fruchtschmuck oder anderes die Aufmerksamkeit auf sich ziehen.
  1. Gartenanfänger stehen ihrem grünen Reich oft hilflos gegenüber und wissen nicht, was wann zu tun ist. Wie behältst du den Überblick über anstehende Arbeiten im Garten?

    Ich habe nach so vielen Jahren das Meiste im Kopf. Aber Anfängern rate ich zu einem Gartenkalender. Ich habe einen Gartenkalender online (www.gartenmonat.de) gestellt, aber es gibt auch sehr schöne Gartenkalender im Buchhandel.

  1. Sind deine Pflanzen markiert oder erkennst du alle Stauden und Gehölze beim Austrieb problemlos wieder? Falls du Pflanzenstecker verwendest: welche haben sich in deinem Garten bewährt?

    Bei neu gesetzten Pflanzen stecke ich manchmal das mitgelieferte Etikett vom Jungpflanzentopf zur Pflanze ins Beet, damit ich sie im Frühjahr nicht versehentlich beim Unkrauthacken umhaue. Ansonsten kenne ich meine Stauden inzwischen. Problematisch ist, wenn ich sporadisch irgendwo Samen, von etwas, das ich noch nie hatte, dazwischenstreue - dann vergesse ich die Plätze und kenne die Keimblätter und die ersten Laubblätter nicht. Aber ich hebe alle Etiketten und Lieferscheine auf und trage inzwischen alle Sortennamen von Samen, Blumenzwiebeln und Pflanzen in mein Pflanzenarchiv (www.mein-pflanzenarchiv.de) ein, so dass ich die Arten und Sortennamen wiederfinden kann.
  2. Etwas Neues, völlig Unbekanntes wächst in deinem Garten. Reißt du es raus oder ergründest du, was es ist?

    Inzwischen ziehe ich nur noch raus, was ich sicher als Unkraut erkenne, alles andere bleibt so lange stehen, bis ich die Pflanze identifizieren kann.
  3. Hacke oder Liegestuhl. Wie entspannst du dich am liebsten?

    Erst ein bisschen hacken, schneiden oder Unkraut zupfen, dann den Anblick vom Liegestuhl aus genießen.
Meine Liebster-Award-Nominierten
(nur diejenigen, von denen ich bereits eine Zusage habe, dass sie mitmachen werden)

Ich nominiere nun folgende BloggerInnen und ihre Blogs für den Liebster Award
  1. Sandra von Grüne Liebe  
  2. Achim von Achimsgarten
  3. Jan vom Projekt Landeier
  4. Mel von Das Grüne Netzwerk (kommt noch)
  5. ...
Meine Fragen an meine Liebster-Award-Nominierten
Dies sind meine 11 Fragen. 
  1. Was verbindet dich mit deinem Blogthema? Warum liegt es dir am Herzen? 
  2. Warum hast du dich für einen Blog entschieden und nicht etwa für ein Buch oder YouTube? 
  3. Was sind deine ein bis drei wichtigsten Tipps, die du deinen Lesern mitgeben möchtest? 
  4. Wie findest du deine Schreibideen bzw. die Themen für deine Blogartikel? 
  5. Wo schreibst du? Zuhause im Arbeitszimmer? Unterwegs in der Bahn? Im Cafe? Im Garten? 
  6. In welcher Stimmung schreibst du am liebsten und am besten? 
  7. Ist dein Arbeitsplatz eher kreativ chaotisch und anregend oder klar strukturiert und Konzentration fördernd? 
  8. Berücksichtigst du Suchmaschinenoptimierung oder schreibst du eher frei von der Leber weg, hauptsächlich auf die Inhalte konzentriert, künstlerisch kreativ und/oder witzig? 
  9. Gibt es ein oder mehrere Dinge, worüber du dich bei anderen Blogs schon oft geärgert hast? 
  10. Was tust du, um Leser zu gewinnen und als Stammleser zu halten? Oder machst du dir darüber gar keine Gedanken?
  11. Wohin soll sich dein Blog entwickeln, was wünschst du dir, was wäre für dich persönlich und deinen Blog ein Riesenerfolg? Oder ist schon der Weg das Ziel? 
Regeln für den Liebster Award
Und das sind die Regeln, die ich bei Vorgängern übernommen habe. 
  1. Danke der Person, die Dich für den Liebster Award nominiert hat und verlinke ihren Blog in Deinem Artikel. 
  2. Beantworte die 11 Fragen, die Dir der Blogger, der Dich nominiert hat, stellt. 
  3. Nominiere bis zu 11 weitere Blogger für den Liebster Award. 
  4. Stelle eine neue Liste mit 11 Fragen für Deine nominierten Blogger zusammen. 
  5. Schreibe diese Regeln in Deinen Liebster-Award-Blog-Artikel. 
  6. Informiere Deine nominierten Blogger über den Blog-Artikel.

Dienstag, 12. Mai 2015

Umweltfreundliches Schneckenkorn auf Basis von Eisen-III-phosphat - wirkt das?

Bis zu diesem Tag hatte ich noch nie Schneckenkorn verwendet, sondern mich mit Bierfallen, Barrieren, dem Überprüfen der Schneckenverstecke, dem Absammeln oder Töten der Schnecken sowie mit Pflanzen, die Schnecken nicht fressen, mehr oder weniger erfolgreich gegen Schnecken gewehrt. Aber der Frust war groß, als ich mein Staudenbeet kontrollierte und feststellte, dass der Austrieb der Taglilien über Nacht total heruntergeraspelt und auch der frische Austrieb von meiner einzigen Duftnessel Agastache fast völlig weggefressen worden war. Die Nacktschnecken/Wegschnecken waren zu dem Zeitpunkt im Frühjahr noch klein und unscheinbar - sie ähnelten kleinen Steinen, weshalb ich sie bei meinen Kontrollgängen übersehen hatte, doch die glänzenden Schleimspuren an den Pflanzenstümpfen verrieten mir, wer die nächtlichen Übeltäter gewesen waren.

Weil die jungen Nacktschnecken so schwer zu finden waren, entschloss ich mich, Neudorff Ferramol*, ein Schneckenkorn auf Basis von Eisen-III-phosphat, auszuprobieren.

Auf 9 Uhr sieht man den Stumpf einer Taglilie, auf 5 Uhr die Reste der Duftnessel.
Nach dem Ausbringen von Ferramol* hörte der Schneckenfraß auf. Beide Stauden haben sich inzwischen erholt.
Eisen-III-phosphat kommt nämlich auch natürlich im Boden vor, hat keine Nebenwirkung auf Nützlinge oder Haustiere und ist auch im Bio-Anbau zugelassen ist – im Gegensatz zu den "alten" Schneckenkorn-Präparaten, die Metaldehyd oder Methiocarb enthalten und die ich persönlich nicht nutzen würde.

Ich habe Ferramol* in diesem Jahr zwei Mal im Staudenbeet ausgestreut. Meiner Beobachtung nach ließ der Schneckenfraß sofort nach dem ersten Ausstreuen nach. Allerdings fand ich danach immer wieder zugewanderte oder nachgeschlüpfte Nacktschnecken, weshalb ich das Schneckenkorn ein zweites Mal ausstreute und zusätzlich meine morgendlichen Kontrollgänge mit dem Messer in der Hand wieder aufnahm. Aber insgesamt war der Befallsdruck durch Nacktschnecken/Wegschnecken meinem Eindruck nach niedriger und es gab kaum neue Fraßschäden.

Wirkungsweise von Schneckenkorn mit Eisen-III-phosphat 
Nacktschnecken hören bald nach der Aufnahme des Schneckenkorns auf Basis von Eisen-III-phosphat mit dem Fressen auf und ziehen sich in Verstecke zurück, wo sie dann sterben. Sie schleimen nicht so herum, wie man es vom Schneckenkorn der alten, giftigen Art her kennt.

Eisen-III-phosphat wird im Boden in Eisen und Phosphat aufgespalten – beides sind Pflanzennährstoffe, die auch natürlich im Boden vorhanden sein können.

Eisen-III-phosphat ist außer in Neudorff Ferramol* auch in Compo Bio Schneckenkorn, Bayer Garten Schneckenkorn, Dehner Schneckenkorn Wirkstoff aus der Natur, Gärtner Exclusiv – Schneckenkorn Bio und anderen Schneckenkorn-Präparaten enthalten.

Die Anwendung ist (zum aktuellen Zeitpunkt) laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) im Haus- und Kleingarten bei Gemüse, Obst und Zierpflanzen erlaubt, und zwar bis zu 4 Anwendungen pro Fläche pro Jahr bei einer Anwendungsmenge pro Anwendung von 5 g/m².
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Mein persönliches Fazit:
Ich finde das umweltverträgliche Schneckenkorn auf Basis von Eisen-III-phosphat gegen Nacktschnecken/Wegeschnecken sehr hilfreich. Allerdings werde ich mich bei meinen Gegebenheiten trotzdem nicht alleine auf das Schneckenkorn verlassen, sondern weiterhin die typischen Verstecke der Schnecken wie Holzplatten, Steine u. ä. kontrollieren und die Nacktschnecken dort absammeln oder töten.

Nachtrag 2016:
2016 habe ich das ungiftige Schneckenkorn Ferramol* früher und ausschließlich direkt neben den gefährdeten Pflanzen ausgebracht. In meinem Staudenbeet sind das vor allem die Duftnessel und der Purpur-Sonnenhut während der Austriebszeit, auf die die Schnecken üblicherweise losgehen. Bis auf ein paar unbedeutende kleine Löcher an alten Blättern kam es in diesem Jahr zu keinem Schaden, insgesamt brauchte ich auch weniger Schneckenkorn..
Nachtrag 2017:
Teures Vogelfutter

Vereinzelt wurde von Anwendern beobachtet, dass das Schneckenkorn von Krähen aufgepickt wird. Im Neudorff-Forum findet man dazu die Information, dass dieses Schneckenkorn nicht schädlich für Vögel ist, denn es besteht aus Getreide, dem natürlich auftretenden Wirkstoff Eisen-Phosphat und blauer Lebensmittelfarbe. Vögel interessieren sich wegen der blauen Farbe normalerweise auch nicht dafür, aber Krähen haben möglicherweise das Ausstreuen beobachtet und wurden dadurch neugierig. Es wird daher empfohlen, dort wo Krähen sind, lieber abends auszustreuen, wenn sie weg sind. Das ist dann auch die Zeit, wenn die Schnecken aktiv werden.

Nachtrag 2018:
Einsatz während des Austriebs nur neben gefährdete Pflanzen - das funktioniert bei mir sehr gut!
Im vergangenen und in diesem Jahr habe ich nur ganz wenig Ferramol gebraucht, denn ich habe es nur einmal zur Austriebszeit direkt an die gefährdeten Pflanzen gestreut und hatte dann keine Probleme mit Schnecken. Gerade wer auch nützliche/geschützte Schnecken (wie Tigerschnegel oder Weinbergschnecken) oder neutrale Schnecken (wie die algenfressenden Bänderschnecken) im Garten hat, sollte zumindest auf einen breitwürfigen Einsatz verzichten.

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Sonntag, 3. Mai 2015

Schafwollpellets - eine Garten-Wunderwaffe?

Schafwollpellets halten Einzug in die Gärten. Sie werden als organische Langzeitdünger und zur Schneckenabwehr eingesetzt.

Zum ersten Mal bin ich auf Schafwollpellets vor ein paar Jahren in Form von "Öko-Dünger Schnuckidu" (schnuckidu.de) gestoßen - Schnuckidu ist ein rein organischer Dünger auf der Basis von Heidschnuckenwolle und Melasse. Vor ein paar Wochen brachte auch Compo einen Langzeitdünger auf Basis von Schafwolle und anderen tierischen und pflanzlichen Reststoffen auf den Markt - erhältlich in allen Gartencentern und Baumärkten mit Compo-Sortiment. Und heute lese ich bei British Garden von Slug Gone Schafwollpellets* Schafwollpellets als umweltfreundlichem Mittel gegen Schnecken. Bei ein bisschen Nachforschung stellte ich fest, dass es die sogar schon über ein Jahr lang gibt - empfohlen von Großbritanniens Lieblings-Gartenexperten - Alan Titchmarsh!

Dass Schafwolle, die nicht für die Verarbeitung in Textilien geeignet ist, ein brauchbarer Langzeitdünger sein kann, hatte mir sofort eingeleuchtet. Haare und Wolle haben schließlich eine ähnliche Zusammensetzung wie Hornspäne, müssen also reich an organisch-gebundenem Stickstoff sein - und in Form von Wolle würde dieser Stickstoff erst nach und nach durch Zersetzung freigesetzt. Durch die weiteren Bestandteile im Dünger hatte man noch andere Nährstoffe hinzugefügt, damit er pflanzengerechter ist. Prima. Aber was machen Wollpellets mit Schnecken? Riechen die für Schnecken unangenehm?

Bei weiterem Suchen fand ich heraus: Schnecken mögen den Kontakt mit den Pellets nicht - die feinen Wollfasern in Verbindung mit Sand, Staub und Salzen aus dem Schweiß der Schafe saugen den Schneckenschleim auf und reizen ihren empfindlichen Fuß. Aus diesem Grunde meiden die Schnecken die Berührung. Um diese Abneigung zum Schutz der Pflanzen zu nutzen, muss man die Pellets aber in einem Kreis lückenlos rund um die Pflanze(n) auslegen. Damit die Pellets auch da liegen bleiben, werden sie (drucklos) gewässert. Die Wollpellets quellen dann auf und bilden eine Wollmatte, die gleichzeitig wie ein Mulch wirkt.

Angeblich bleibt die Schneckenbarriere-Wirkung bis zu einem Jahr erhalten. Arbeitet man die Pellets später in den Boden ein, sollen sie den Boden lockern sowie das Wasserspeicher- und Lufthaltevermögen erhöhen.

Ich habe Slug Gone Schafwollpellets* noch nicht ausprobiert, könnte mir aber vorstellen, dass ich es nächstes Jahr mal bei einzelnen, besonders gefährdeten Pflanzen wie Taglilien, Purpursonnenhut und Dahlien während der Austriebszeit testen werde (dieses Jahr versuche ich es mit Ferramol, ein anderes umweltgerechtes Schneckenmittel - dazu demnächst mehr). Zum Düngen nehme ich seit dem letzten Jahr einen rein pflanzlichen organischen Dünger, aber mal sehen, vielleicht teste ich demnächst auch mal einen Wollpellets-Dünger aus.

Habt ihr/haben Sie schon Erfahrungen mit Slug Gone zur Schneckenabwehr oder mit einem Wollpellets-Dünger?

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Mittwoch, 29. April 2015

Ode an das Gänseblümchen - im Rasen und am Wegesrand

Das Gänseblümchen hat eine Ode verdient. Es ist Frühlingsbote, Nützlings- und Tierfutter, Heilkraut, Orakel, Bestandteil von Blumenkränzen, Tischdekoration sowie Salatgarnitur und –bestandteil.

Gänseblümchen im Rasen
Nachtrag: Auszeichnung des Gänseblümchens
Das Gänseblümchen Bellis perennis wurde vom Verein zur Förderung der naturgemäßen Heilweise (NHV) Theophrastus zur Heilpflanze des Jahres 2017 gekürt.

Während meiner Reisen in jüngeren Jahren hatte ich Augen für jedes Blümchen und versuchte, möglichst viel über es herauszufinden – egal wie unscheinbar es war und wo es stand: am Straßenrand, auf einer Geröllhalde, zwischen Felsen oder im Sand. Und irgendwann fragte ich mich, warum ich mich zuhause nur den auffälligen Gartenblumen widmete, statt auch da das Besondere im Kleinen und ganz Normalen zu suchen. Und änderte meine Art zu schauen.

Klein und normal, aber doch eine Besonderheit ist das Gänseblümchen, botanisch Bellis perennis. Da es sehr verbreitet ist, hat es neben den Namen Gänseblümchen, Maßliebchen und Tausendschön unzählige regional gebräuchliche Namen wie Magdelief in Hamburg oder Wandeleien in Sachsen.

Seine Blüte ist eigentlich eine Scheinblüte - ein Körbchen von gelben Röhrenblüten umhüllt von weißen Zungenblüten. Das Körbchen sitzt auf einem Krönchen aus grünen Hüllblättern, das wiederum auf einem Stängel thront, der die Blattrosette etwa 6 bis 10 cm überragt.

Man kann das Gänseblümchen fast das ganze Jahr über im Rasen finden. Bei schlechtem Wetter hält es die Blütenkörbchen geschlossen, bei schönem dreht es sie weit geöffnet zur Sonne.

Im Frühjahr vor dem ersten Rasenschnitt zeigt es sich am Üppigsten – jedenfalls, wenn man sich mit dem ersten Rasenschnitt etwas Zeit lässt.

Nützlinge wie Bienen, Hummeln und Schwebfliegen besuchen es gerne, auch wenn die Mengen an Nektar und Pollen, die es liefert, nicht so riesig sind – es ist dafür aber fast überall zu finden.

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Kinder flechten Blumenkränze daraus und dekorieren den Tisch damit zu besonderen Gelegenheiten, Verliebte versuchen mittels Gänseblümchen etwas über die Gefühle des Angebeteten herauszufinden … er liebt mich, er liebt mich nicht

Da das Gänseblümchen essbar ist, eignet es sich zur Garnierung von Speisen und hat auch dem Gaumen etwas zu bieten: Sowohl die jungen inneren Blätter als auch die Blüten geben dem Salat das besondere Extra – wobei die nur leicht geöffneten Blüten etwas milder, die weit geöffneten etwas bitterer schmecken. Wer gerne experimentiert, kann die geschlossenen Blütenknospen sauer einlegen und wie Kapern zur Soßenverfeinerung verwenden.

In der Volksheilkunde wird das Gänseblümchen seit Jahrhunderten innerlich (beispielsweise zur Hustenlösung sowie bei Schlaflosigkeit) und äußerlich (Hautkrankheiten) angewendet.

Das Gänseblümchen in einem Kissen aus Ehrenpreis
Das Gänseblümchen wird auch als Tierfutter verwendet – man kann die Blüten sogar getrocknet kaufen, um sie beispielsweise ins Heu zu mischen, damit es heumüden Kaninchen wieder besser schmeckt.

Das kleine Gänseblümchen hat also ganz schön viel zu bieten und ist einen zweiten und dritten Blick wert..

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Samstag, 25. April 2015

Frühlingsgartenglück

Auch bei kleinem Platz ist die Gartenfreude groß.

Staudenbeet: Die orangefarbene Tulpe 'Ballerina' blüht lange und hat viele Gesichter. Davor Frauenmantel, dahinter austreibendes Federborstengras.
Krokus und Kuhschellen waren die ersten Blüher im Staudenbeet und nach den frühen Tulpen und Narzissen betupfen nun die späteren Sorten wie Tulpen 'Ballerina', 'Königin der Nacht' (bei mir lila) und 'Passionale' sowie Narzissen 'Thalia' den Topfgarten auf der Terrasse und Beet mit Frühlingsfarben.

Die kleine mehrblütige Narzisse im Kübel heißt 'Thalia'. Welche Tulpensorten das sind, kann ich nicht mit Sicherheit sagen, denn keine ähnelt den Abbildungen der Sorten, die ich im Herbst gesetzt habe.
Inzwischen sind auch die Staudentriebe durch den Boden gebrochen und breiten ihre Blätter aus - Gott sei dank, sind alle wieder da - und bieten einen grünen Hintergrund, gerade rechtzeitig, bevor nun auch der Purpur-Kugellauch Allium aflatunense 'Purple Sensation' mit seinen lilafarbenen Blütenkugeln um die Gunst der Betrachter buhlt.

Der Purpur-Kugellauch Allium aflatunense 'Purple Sensation' beginnt gerade, seine schwebenden Kugeln zu entfalten
Im Topfgarten haben Schnittlauch, Basilikum und Rosmarin den Winter auch längst abgestreift und haben schön gut durchgetrieben.

Manche Kräuter können bereits geerntet werden, beispielsweise Schnittlauch und Basilikum. Sie sind beide mehrjährig.
Der Rosmarin hat draußen vor dem Fenster überwintert und blüht nun.
Der Rosmarin blüht sogar und das, obwohl ich ihn im Freien - allerdings auf der warmen Südseitenterrasse direkt vor dem Wärme abstrahlenden Fenster - habe überwintern lassen.

Von den diesjährigen Aussaaten keimen schon Zucchini, eine Kräutermischung, die ich geschenkt bekommen habe, und der Schnittsalat im Topf.

Experiment: Zucchiniaussaat auf der Terrasse bereits im April

Junger Schnittsalat im Topf
Ich bin gespannt, was die geschenkte Kräutermischung hervorbringt.

Bei den anderen warte ich täglich auf den Durchbruch – über sie im Sommer mehr.

Neben meiner Terrasse gehen die blau blühenden Traubenhyazinthen fast nahtlos in den verwilderten Rasen über, der gerade voll ist mit ebenfalls blau blühendem Kriechenden Günsel Ajuga reptans. Wenn man sich ein Päuschen auf der Terrassen gönnt, schwelgt man geradezu in Blau.

Vorne Traubenhyazinthen Muscari - sie säen sich gerne selbst aus. Dahinter im Rasen Kriechender Günsel.
Überraschungstulpen und Narzisse 'Thalia'
Doch bald werden Traubenhyazinthen, Narzissen und Tulpen verblühen und der Rasenschnitt wird fällig. Mit dem Sommer werden die Stauden die Blühherrschaft im Beet und auch im blumigen Teil meines Topfgartens übernehmen - alles wird wieder völlig anders aussehen. Wenn ich Glück habe, werden im Topfgarten außer Zauberglöckchen, Zucchini und Kräutern auch Tomaten, Bohnen, Süßkartoffeln, Chili und verschiedene Sommerblumen gedeihen.

Ein Garten - auch ein kleiner Topfgarten auf dem Balkon oder der Terrasse - ist immer im Wandel und voller wunderbarer Überraschungen.

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Sonntag, 19. April 2015

Sind Zauberglöckchen Calibrachoa winterhart?


Mein pinkfarbenes Zauberglöckchen Calibrachoa im ersten Jahr
Zauberglöckchen Calibrachoa werden in Gartencentern und Baumärkten als einjährige Beet- und Balkonblumen verkauft. Meine Erfahrung beweist: Sie können auch winterhart sein.

Ich liebe Zauberglöckchen, auch wenn sie von manchen strengeren, ökologischen Hobbygärtnern abgelehnt werden, weil sie in den Gartencentern und Baumärkten als Hybridsorten angeboten werden. Aber ich finde diese Nachtschattengewächse mit ihren kleinen, leuchtenden Blüten, die es ein- oder mehrfarbig in vielen Farben gibt, einfach zauberhaft und unsere Hummeln besuchen sie auch gerne. Ein Topf oder eine Hängeampel mit ihnen kann einen ganzen Terrassenplatz aufhellen.

Mit den meisten Zauberglöckchen, wenn auch nicht mit allen Sorten dieser Petunien-Verwandten, habe ich in meinem Topfgarten auf der sonnigen Terrasse gute Erfahrungen gemacht. Nur das Gießen während Hitzeperioden darf man keinesfalls vergessen, denn von einem Trockenheitsschaden erholten sie sich kaum wieder vollständig. Ein bisschen Sonnenschirm während der Mittagsstunden im Hochsommer mochten sie recht gerne, denn auf meiner Südseitenterrasse wird es extrem heiß und trocken. Ansonsten reichte gelegentliches Düngen, damit sie den Sommer über schön blieben.

Im Herbst vergingen sie dann und spätestens im Frühjahr landeten sie bei mir meist im Biomüll.

Ein Zauberglöckchen aber, das ich im Frühjahr 2013 gekauft habe, stellte ich im Winter in eine geschützte Ecke der Terrasse und goss es gelegentlich. Oh Wunder, es trieb im Frühjahr 2014 wieder aus und entwickelte sich noch schöner als im Vorjahr.

Mein pinkfarbenes Zauberglöckchen im zweiten Jahr
Angespornt durch diese Erfahrung stellte ich die gleiche Pflanze auch im darauffolgenden Winter wieder nah ans Haus und goss es vorsichtig im Spätwinter und Frühjahr. Es dauerte einige Zeit, aber dann begann es wieder auszutreiben. Nun macht es mir Hoffnung auf einen weiteren pinkfarbenen Zauberglöckchen-Sommer.

Calibrachoa Austrieb im Frühjahr 2015
Calibrachoa treibt auch nach dem zweiten Winter/
im dritten Jahr auf der Terrasse wieder aus
Wikipedia meint zum Thema Winterhärte von Calibrachoa übrigens: einjährig oder ausdauernd. Es gibt also solche und solche Arten. Es kommt vermutlich drauf an, was bei der Hybridzüchtung in die Elternlinien eingekreuzt wurde. Jedenfalls: Wenn man an einer Pflanze Gefallen gefunden hat, kann man versuchen, sie zu überwintern.

Fazit
Nicht alles, was im einjährigen Beet- und Balkonpflanzensortiment angeboten wird, ist nur einjährig. Man denke nur an manche Margeriten und Fuchsien, die man im frostfreien Raum überwintern kann. Andere wie (manche) Zauberglöckchen Calibrachoa sind sogar an einem geschützten Standort in Oberbayern (und vermutlich auch überall, wo in Deutschland Weinbauklima geboten ist) winterhart. Eine andere Möglichkeit, den Balkon oder die Terrasse nachhaltiger zu bepflanzen, ist die Verwendung von mehrjährigen Pflanzen - das geht auch in Töpfen und Kübeln.

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Samstag, 18. April 2015

Pflanzen bestimmen mit der Bildersuche

Oft erhalte ich Anfragen, was das für eine Pflanze sei, die man da am Wegesrand oder beim Ausflug zur Landesgartenschau gesehen habe. Zwar kenne ich mich durch Gartenbau-Studium, -Berufspraxis und die eigene Freude am Pflanzenbestimmen einigermaßen aus, aber doch nicht so gut, dass ich Fragen nach Pflanzennamen mal eben aus dem Stegreif beantworten kann. Immerhin gibt es Hunderttausende von Pflanzenarten und noch viel mehr Sorten.

Manchmal kann ich an der Blüte und am Wuchs erahnen, um welche Pflanzenfamilie es sich handeln könnte, und hangle mich von dieser Annahme aus durch Bücher oder das Internet, bis ich die Pflanze finde. Bei manchen Anfragen habe ich aber gar keinen Anhaltspunkt.

Was bei der Pflanzenbestimmung und auch Identifizierung einer Sorte manchmal hilft, ist die Bildersuche im Web, beispielsweise die von Google. Und die kann jeder auch selbst nutzen.

Google Bildersuche – so geht’s!

Google bietet eine spezielle Bildersuche bei images.google.com. Alles was man braucht, ist ein digitales, möglichst typisches Bild der Pflanze, deren Namen man sucht. Das Bild der gesuchten Pflanze kann irgendwo im Internet hängen oder sich in einem Verzeichnis auf dem eigenen Computer befinden.

So funktioniert die Bildersuche Schritt für Schritt:
  1. Bildersuche aufrufen
  2. Auf das Bildersuche-Symbol (Kamera) im Eingabefeld für die Suche klicken
  3. Nun hat man mehrere Möglichkeiten



    Wenn das Bild im Internet hängt, kann man die Internetadresse (URL) des Bildes im Register Bild-URL einfügen in das Feld eingeben.

    Die URL des Bildes erhält man, wenn man mit der rechten Maustaste auf das Bild im Internet klickt und in dem Menü, das sich öffnet (Kontextmenü), je nach Browser Grafikadresse kopieren, Bild-URL kopieren oder einen anderen entsprechenden Menüpunkt auswählt.
    Nun befindet sich die Bild-URL im Zwischenspeicher. Mit Klick in das für die URL vorgesehene Feld und Strg v fügt man die Adresse aus dem Speicher ein. Anschließend klickt man auf Bildersuche.

    Wenn das Bild auf dem eigenen Computer in einem Verzeichnis liegt, kann man es entweder im Register Bild hochladen hochladen, indem man Datei auswählen anklickt und entsprechend auswählt und öffnet,



    oder das Bild mit der Maus aus einem bereits geöffneten Verzeichnis in den Google-Suche-Bereich ziehen (Drag-and-drop).

    Zieht man das Bild aus einem Verzeichnis in die Google-Bildersuche, verändert sich die Nutzeroberfläche wie oben angezeigt. Nach dem Loslassen wird das Bild hochgeladen und die Bildsuche im Web gestartet.

So sieht beispielsweise ein Bildersuche-Ergebnis aus: Oben wird das Ausgangsbild angezeigt und darunter optisch ähnliche Bilder, die im Web gefunden wurden.

Als nächstes muss man unter den optisch ähnlichen Bildern etwas stöbern, bis man die gesuchte Pflanzenart oder Sorte entdeckt. Dann geht man auf die Webseite, die zu dem Bild gehört und schaut, ob der Name dort erwähnt ist.

Leider hat man selten beim ersten Mal Glück. Man muss so lange weitersuchen, bis man eine Webseite mit dem Namen findet.

Wenn man den Pflanzen- oder Sortennamen gefunden hat, startet man eine Websuche in einem neuen Browser-Fenster oder -Tab und recherchiert nach diesem Namen. Anhand weiterer Bilder und Informationen, prüft man, ob es sich tatsächlich um diese Pflanze handelt.

Je nach Qualität des Ausgangsbildes und je nachdem, wie populär die Pflanze ist, kommt man auf diese Art mehr oder weniger schnell oder manchmal auch gar nicht zu einem Ergebnis. Zeit und Ausdauer sind für die Pflanzenbestimmung meistens notwendig. Bei meiner Blume handelt es sich übrigens um die Taglilie 'Tang', die mir Fiona von Nature to Print geschenkt hat.

Freitag, 10. April 2015

Nutzgarten, Ziergarten – über den Sinn und Unsinn des Trennens

Ist das nicht eine Diskriminierung, wenn man Gemüse pauschal dem Nutzgarten und Blumen pauschal dem Ziergarten zuordnet? Ist es, denn ein gepflegter Nutzgarten mit Mischkultur und Heilkräutern ist ebenso eine Augenweide wie ein Beet mit Sommerblumen – halt auf seine Art. Umgekehrt haben viele so genannte Zierpflanzen eine lange Tradition als Heilpflanzen oder sind essbar bzw. haben essbare Blüten.

Manche Gemüse - wie dieser Habanero-Chili mit seinen leuchtenden Früchten -
zieht auch allein gestellt alle Aufmerksamkeit auf sich
Nicht erst seit Urban Gardening ist es Trend, Gemüse auch als Beetschmuck anzusehen: Süßkartoffel, Zierkohl, rotstieliger Mangold, Feuerbohnen und Artischocken haben schon lange ihre Fans und werden teilweise seit Jahrzehnten als Beimischung oder Höhepunkte in Blumenbeete, Kübel und Balkonkästen gepflanzt. Aber auch Auberginen, Chili und viele andere Fruchtgemüse sind je nach Sorte ein optischer Genuss.
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Artischocke (Aufnahme: alte Weihenstephaner Kleingartenanlage)

Dennoch gibt es manchmal gute Gründe Zier- und Nutzgarten zu trennen: So sollte man keine Pflanzen, die als Zierpflanzen verkauft werden, in einen Nutzpflanzengarten pflanzen oder gar den Salat damit garnieren – jedenfalls nicht ohne Zusicherung des Gärtners, dass die jeweilige Pflanze zum Verzehr geeignet ist und nicht etwa mit Pflanzenschutzmitteln für den konventionellen Zierpflanzenbau gespritzt wurde.

Im Topfgarten lassen sich Zier- und Gemüsepflanzen mischen, ohne dass sie die gleiche Erde teilen.
Links hinten: eine rotlaubige Süßkartoffel Ipomea, rechts vorne: ausgewachsene, blühende Petersilie.

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Montag, 16. März 2015

Pflanzenschutz: Stärkung- und Pflegemittel selbst herstellen

Als mir vom Leopold Stocker Verlag das Buch "Pflanzenschutz- und Düngemittel - Selbst gemacht!“ - im Bild* rechts - von Brigitte Lapouge-Déjean und Serge Lapouge zur Rezension angeboten wurde, war ich neugierig. Das Buch ist nämlich eine Übersetzung aus dem Französischen. Der Originaltitel lautet "Je prépare mes potions pour le jardin : Purins, badigeons, traitements". Mal lesen, was die französischen (Hobby-) Biogärtner zur Stärkung ihrer Pflanzen und zur Verhinderung von Krankheits- und Schädlingsbefall so tun, dachte ich mir, als ich zusagte. Um es vorwegzunehmen: Es gibt viele Gemeinsamkeiten mit dem, was man in deutschen Büchern an Erfahrungswissen von Gärtnern und Freizeitgärtnern zum biologischen bzw. nicht-chemischen Pflanzenschutz findet, aber auch ein paar Besonderheiten. (Rezension)

Ein wenig stutzte ich beim deutschen Titel, denn bei uns gibt es eine klare Definition nach dem Pflanzenschutzmittelgesetz, was sich Pflanzenschutzmittel nennen darf – nämlich Präparate, die ein Zulassungsverfahren erfolgreich durchlaufen haben. Um die geht es aber genau nicht in dem Buch, sondern um Rezepte für selbst gemachte wässrige, ölige oder andere Zubereitungen aus Pflanzen und/oder anderen Grundstoffen zur Pflanzenpflege und –stärkung, aber auch zur Anwendung bei Krankheits- oder Schädlingsbefall, zur Wundbehandlung und Düngung.

Bei den pflanzlichen Zubereitungen werden wässrige oder ölige kalte Auszüge, wasserbasierte Aufgüsse und Abkochungen sowie fermentierte Extrakte (Jauchen) unterschieden, die meist gesprüht oder gegossen werden. Zu den insgesamt 60 Rezepten gehören aber auch Zubereitungen für den Baumanstrich, Wundumschläge,Wundverschluss, selbst gemachte Düngezubereitungen und mehr.

Pflanzen, die in den Rezepten vorkommen, sind vor allem: Adlerfarn, Beinwell, Bohnenkraut, Brennnessel, Chili, Farnkraut, Gemeine Schafgarbe, Heiligenkraut, Holunder, Kapuzinerkresse, Klette, Knoblauch, Lavendel, Löwenzahn, Meerrettich, Minze, Muskatellersalbei, Oregano, Rainfarn, Rhabarber, Salbei, Sand-Thymian, Schachtelhalm, Seifenkraut, Weinraute, Wermut, Zwiebel.

Sonstige Grundstoffe und Inhaltsstoffe der Rezepte: Algen, Bienenwachs, Bier, Holzasche, Kaffeesatz, Kalk, Kaolin, Kompost, Kuhdung, Milch, Natron, Rapsöl, Salz, Schmierseife, Tonerde, Urin, Waschnüsse, Waschsoda, Wasser, ätherische Öle (Knoblauch, Kampfer, Pfefferminze, Java-Zitronengras, Pfefferminz, Piment, Rosengeranie, Speik-Lavendel, Zypresse und andere)

Von der Vorbereitung über die Herstellung und Anwendung bis zur Aufbewahrung der Zubereitungen werden die Vorgänge anschaulich in Wort und Bild beschrieben, so dass man sich schon darauf freut, diese kleinen "Zeremonien" selbst durchzuführen, um seinen Pflanzenlieblingen etwas Gutes zu tun - etwas, das sie stärkt und vor Krankheiten und Schädlingen schützt.

Mein Fazit: Ein hilfreiches Büchlein für Hobbygärtner, die ihre Pflanzenpflegemittel selbst machen und auf gekaufte (chemische) Pflanzenschutzmittel verzichten möchten - zur Anregung, neue Rezepte auszuprobieren, und zum Nachschlagen.

Extra Pluspunkte vergebe ich für die Tabellen mit Maßeinheiten zu Anfang des Buches sowie Indizes und Übersichtstabellen am Ende des Buches.

Buchdaten
Pflanzenschutz- und Düngemittel*
Selbst gemacht!
Brigitte Lapouge-Déjean / Serge Lapouge
120 Seiten, zahlreiche Farbabbildungen,
 21 x 21 cm, Hardcover
ISBN 978-3-7020-1505-3
Preis: € 16,90 (Deutschland)

*Werbelink

Donnerstag, 5. Februar 2015

Wo kauft man samenechte Sorten, alte bewährte und regionale Sorten, Bio-Saatgut (Bezugsquellen)

Wer sich in seinem Garten, auf der Terrasse, dem Balkon oder im Urban-Gardening-Gemeinschaftsprojekt für Sortenvielfalt und den Erhalt alter bewährter und/oder seltener Sorten einsetzen möchte, kauft entsprechendes Saatgut - bevorzugt als Bio- oder Öko-Saatgut - ein. Hier gibt es eine Sammlung der wichtigsten Bezugsquellen für nachbaufähige (samenfeste/samenechte) Sorten.

Jetzt wird ausgesät und herangezogen, was man im Sommer ernten möchte.
Die Aussaatsaison hat begonnen, denn schon seit Januar werden erste Gemüse, Kräuter und Blumen im Gewächshaus und auf der Fensterbank vorgezogen. Ab März beginnt dann auch schon die Aussaat im Freiland. Höchste Zeit, sich mit Saatgut einzudecken. Wer aus den diesjährigen Pflanzen auch wieder Saatgut für das nächste Jahr gewinnen möchte oder entsprechende Züchter/Anbieter nachbaubarer Sorten unterstützen möchte, kauft samenfeste Sorten, denn Hybridsorten (F1-Sorten)  würden in der nächsten Generation aufspalten und lauter verschiedene Nachkommen haben.

Die meisten Saatgutanbieter samenfester Sorten vermehren und/oder vertreiben alte, (regional) bewährte oder seltene Kultursorten, damit die Sortenvielfalt erhalten bleibt. Die meisten legen auch sonst Wert auf die Umwelt und bevorzugen einen ökologischen Anbau, haben also vorwiegend oder ausschließlich Bio-Saatgut/Öko-Saatgut im Sortiment.
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Bezugsquellen für samenechte/samenfeste, alte, bewährte, regionale und/oder seltene Sorten 


Bingenheimer Saatgut AG
Ökologisch zertifiziertes Saatgut, hauptsächlich nach den Richtlinien der Anbauverbände von Demeter und Bioland. Alle Sorten im Sortiment der Bingenheimer Saatgut AG sind samenfest und können daher nachgebaut werden.
www.bingenheimersaatgut.de

Dreschflegel Bio-Saatgut
Dreschflegel ist ein Zusammenschluss von 14 Biohöfen und steht für jahrelangen kontrolliert biologischen Anbau, Auslese und Züchtung.
www.dreschflegel-saatgut.de

Bantam!
Samenfestes Saatgut, Informationen
www.bantam-mais.de

Bio-Saatgut Gaby Krautkrömer
Vertreibt überwiegend samenfeste Sorten aus biologischem Anbau.
www.bio-saatgut.de

Bergische Gartenarche
Saatgut und Sortenpatenschaften
www.bergische-gartenarche.org

VERN
Verein zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen in Brandenburg
http://vern.de/

Samenbau Nordost
Bio-Saatgut aus Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen
www.samenbau-nordost.de

Stadt Land blüht
Sortenechtes Bio-Saatgut
http://stadt-land-blüht.de

Pro Specie Rara
Gemeinnützige Gesellschaft für die kulturhistorische und genetische Vielfalt von Pflanzen und Tieren in Deutschland
www.prospecierara.de/

Ellenbergs Kartoffelvielfalt
Pflanz- und Speisekartoffeln
www.kartoffelvielfalt.de

Arche Noah (Österreich)
Saatgut, Schaugarten, Infos, Kurse
www.arche-noah.at

The Real Seeds Catalog (Großbritannien)
Samenechte und seltene Kultursorten
realseeds.co.uk

Kokopelli (Frankreich)
Alte Sorten, Bio-Saatgut
kokopelli.asso.fr

Sativa (Schweiz)
Alte Sorten, Bio-Saatgut
www.sativa-rheinau.ch/oekologisches-saatgut/de/home.html

Biologische Samengärtnerei Zollinger (Schweiz)
Alte, regionale und/oder seltene, samenechte  Sorten
www.zollinger-samen.ch/de/

Baker Creek Heirloom Seeds (USA)
Alte oder seltene, samenechte Sorten
www.rareseeds.com

Nicht bei allen der oben aufgeführten Anbieter, vor allem denen im Ausland, ist eindeutig erkennbar, ob oder nach welchen Kriterien das Saatgut ein Bio-Siegel trägt bzw. nach welchen Maßstäben es ökologisch zertifiziert ist. In Deutschland (und anderen Ländern) gibt es verschiedene Bio-Zertifizierungen. Das EU-Biosiegel ist am wenigsten streng. Strenger sind die Zertifizierungen durch Anbauverbände wie Demeter, Bioland oder andere.
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Woran erkennt man biozertifiziertes Saatgut?

In Deutschland gibt es Öko-Kontrollstellen. Auf biozertifiziertem Saatgut ist die Ökokontrollstelle aufgedruckt. Diese setzt sich zusammen aus Länderkennung, der Abkürzung ÖKO sowie einer dreistelligen Nummer. Beispiele für Öko-Kontrollstellen-Nummern: DE-ÖKO-001, DE-ÖKO-003, DE-ÖKO-006, DE-ÖKO-012, DE-ÖKO-024 etc.
Auf Bio-Saatgut ist ein Aufdruck der Ökokontrollstelle zu sehen

Kennt ihr/kennen Sie Anbieter, die unbedingt noch auf die Liste sollten? Bitte mittels Kommentarfunktion vorstellen.

Are there other providers of organic seeds/rare seeds who should be on this list? Please let us know!

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Mehr Bezugsquellen für Hobbygärtner (bei gartensaison.de)

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